ENGELSKIRCHEN
Tollitäten beim TÜV als karnevalstauglich getestet
Engelskirchen – Sechs Prinzenpaare und Dreigestirne aus dem Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis stellte sich erneut der jährlichen Prüfung in der TÜV-Niederlassung Loope.
Zum 26. Mal stellten sich die Tollitäten der Region bei der Veranstaltung des TÜV Rheinland dem Prozedere im Engelskirchener Ortsteil Loope. Niederlassungsleiter Sebastian Zibuschka hatte die heiligen Hallen wieder bestens für den jecken Ansturm vorbereitet. Neben der närrischen Beschallung waren die Räumlichkeiten bunt hergerichtet und die Prüfgrube nebst Bremsenprüfstand abgedeckt, da diese auch diesmal keinen Betsandteil der Hauptuntersuchung für die Prinzen darstellte.
[Paul Remmel prüfte gewissenhaft, wie es um das kölsche Allgemeinwissen bei den Prüflingen bestellt war.]
Der „strengste“ Prüfer der letzten Jahre, Paul Remmel, machte auch in diesem Jahr keinen Hehl daraus, den Protagonisten so richtig auf den Zahn fühlen zu wollen. Zum Kennenlernen folgte eine kleine Vorstellungsrunde samt Bekanntgabe der Mottos und einem flotten Liedchen. Für die KG Närrische Oberberger waren Prinz Marin I. und Prinzessin Jolina am Start, ebenfalls aus der Gemeinde das Prinzenpaar des Ründerother Karnevalsverein, Prinz Norman I. mit Prinzessin Melanie.
Der KV Bielstein schickte sein Damendreigestirn ins Rennen, vertreten durch Prinz Conny I., Bauer Melli und Jungfrau Nico. Das Komitee Lenkelner Karneval aus der Nachbargemeinde Lindlar setzte auf sein erstes Damentrio, Prinz Sandra I., Bauer Manu und Jungfrau Gabi. Das jüngste Dreigestirn des Tages kam aus Overath und bestand aus Prinz Bastian I., Bauer Tom und Jungfrau Moni. Das halbe Dutzend machten die Kandidatinnen des Sülztaldreigestirn komplett, die der KG Neichen-Nallingen (Ortsteile von Untereschbach) angehöten. Prinz Dani I., Bauer Ute und Jungfrau Inke hatten sich, wie alle Mitstreiter des Tages, viel vorgenommen.
Die Tollitäten geizten nicht mit ihren Orden und so durften Remmel und Co. sich noch vor der Abnahme über die Auszeichnungen freuen, auf die jeweils ein dreifaches "Alaaf", "Kall Du" und "Kapaaf" ausgerufen wurde. Davon unbeirrt, begann kurz darauf für die Prinzen die Stunde der Wahrheit. Wie immer durfte vom närrischen Gefolge dem Prinzen bei der Beantwortung von zwölf Fragen flüsternd geholfen werden, damit dieser bei korrekter Antwort einen Schritt vorwärts machen konnte. Auch in diesem Jahr war der Fragenkatalog ein interessanter Spaziergang durch kölsche Lebensart, Brauhäuser, dem alten Kölle, Kölschunterricht und vielem mehr.
[Mit großer Begeisterung waren auch die Jüngsten bereits dabei.]
Als „Wegbier“ bezeichnet der FC-Fan beispielsweise das Kölsch bis zum Stadion. Reist er mit der KVB an und trifft auf einen Klavierspieler, so hört dieser auf den Namen „Stadtgeklimper“. Eine Frage übrigens, die von den Mariechen Dank Suchmaschine im Handy sehr schnell beantwortet werden konnte. Bei der Frage, welche Schlange nicht kriecht, beißt oder Giftzähne hat, zeigte sich der Oberprüfer gnädig. War als Antwort "Luftschlage" gedacht, ging auch die „Warteschlange“ als richtig durch. Überhaupt wurde hier und da mal ein halber Schritt für eine halbwegs stimmige Lösung gewährt. Treffen sich beipielsweise Kölner Paare „ungerm Stätz“, so sei damit der Schweif des Reiterdenkmals auf dem Heumarkt gemeint, sagte Remmel und das man Rosenkohl in Köln auch als „Poppeköchekäppesche“ (Puppenküchenkohl) bezeichnet, war den jungen Jecken dann doch recht neu.
Teil zwei der Prüfung bestand aus dem Messen der wichtigsten Extremitäten, denn ein Prinz sollte für das Werfen der Kamellen schon Standfestigkeit haben und einen guten Wurfarm besitzen, erklärte Remmel das folgende Prozedere. Pia Fielmann, die an diesem Tag ihre Mama Heike unterstützte, durfte mit dem Massband Hand anlegen und Gebietsleiter Andre Klein, der alles haarklein notierte, die Ergebnisse ansagen. Bereits hier sah sich das eher zierliche Sülztaldreigestirn gegenüber dem kräftig gewachsenen RKV-Prinzen in deutlichem Nachteil. Und da die Quizrunde vorher keine großen Wissens-Unterschiede hervorgebracht hatte, sollte die Entscheidung vermutlich im körperlichen Bereich liegen.
[Andre Klein (v.li.), Björn Neumann und Sebastian Zibuschka vom TÜV sorgten gemeinsam mit Gastprüfer Paul Remmel für die jecke Abnahme.]
Nach vollendeter Prüfung zogen sich die Prüfer Remmel, Klein und Neumann zur Beratung zurück, der Rest gönnte sich derweil einen bereitgestellten Imbiss.
Aufgrund der Tatsache, dass nahezu alle Gesellschaften noch Folgetermine hatten, wurde die Siegerehrung flott durchgezogen. Wie vermutet, waren es tatsächlich die Proportionen von Norman I., die dem RKV in diesem Jahr den Sieg bescherten. Knapp gefolgt vom Engelskirchener Marin I., der mit seiner Prinzessin eine fleißige Souffleuse hatte. Der KVB mit Conny I. folgten auf dem imaginären Treppchen. Viel Spaß hatten auch die Lindlarer auf Platz vier, knapp vor den Damen aus dem Sülztal. Ein besonderer Dank ging an die jungen Tollitäten aus Overath auf Platz sechs, denen Remmel für ihr Engagement im Karneval Tribut zollte. Am Ende gab es die begehrte Plakette in Ordensform. Einem erfolgreichen und vom TÜV abgesegneten Einsatz steht nichts mehr im Weg.

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