LOKALMIX
„Mr. Sparkasse“ geht: Berufung, Hobby, Heimat, Lebenswerk
Gummersbach – Frank Grebe wurde in der Halle 32 als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gummersbach verabschiedet – Würdigung des Chefs und des Menschen – 45 Jahre lang im Unternehmen.
Von Lars Weber
„Zwischendurch habe ich überlegt, wie wir dir Kirche jetzt wieder zurück ins Dorf bringen können..“ Es war einer dieser Sprüche von Frank Grebe, die ihn und seine Persönlichkeit ganz gut zusammenfassen. Bescheiden, immer ein lockerer Spruch auf den Lippen, vorgetragen mit einer klaren Bestimmtheit, gut geeignet, um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Gestern Abend in der Halle 32 hieß das, nach gut zwei Stunden, in denen das große Engagement des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Gummersbach nach 45 Jahren bei „seinem“ Unternehmen (OA berichtete) und vor allem auch der Mensch Frank Grebe gewürdigt worden war, die Veranstaltung mit einer letzten Rede als „Mr. Sparkasse“ (O-Ton Saskia Lagemann des RSGV) in den gemütlichen Teil zu überführen. Vor den finalen Dankesworten stand das erste Kölsch schon bei ihm, Grebe drückte sich ein paar Tränen weg, und - typisch für ihn - er beschwor das Miteinander. „Alles, was wir geschafft haben, haben wir nur gemeinsam geschafft. Es war mir eine Ehre, für und mit Ihnen arbeiten zu dürfen!“
Kurz zuvor hatte er seinem Nachfolger und langjährigen Vorstandskollegen Dirk Steinbach symbolisch den riesigen Schlüssel des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden überreicht. Die beiden kennen sich inzwischen 26 Jahre, längst verbindet sie nicht nur die Sparkasse, sondern eine Freundschaft, wie auch schon zu Beginn der Veranstaltung vor mehr als 200 Gästen im lockeren Gespräch mit Moderator Christian Schmidt und in Steinbachs Rede deutlich geworden war.
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[Frank Grebe (Mitte) gemeinsam mit Gunter Derksen (li.), ab Januar neues Vorstandsmitglied der Sparkasse Gummersbach, und Dirk Steinbach, der Grebe ab dem neuen Jahr als Sparkassenchef beerben wird.]
„Es ist schwer, Worte zu finden“, so Steinbach. Grebe habe als Mensch und Vorsitzender gewirkt, Sparkasse sei für ihn Berufung, Hobby, Heimat und Lebenswerk gewesen. Der Weg vom Azubi zum Vorstandsvorsitzenden war dabei nicht immer einfach. Steinbach erzählte die Anekdote vom ersten Kundenbesuch Grebes mit seinem damaligen Chef. Statt wichtige Gespräche zu führen, sollte er stattdessen einen neuen Rasenmäher aussuchen. Um das Geschäft kümmerte sich der Vorgesetzte lieber selbst.
[Dirk Steinbach wird ab 1. Januar Frank Grebe als Vorstandsvorsitzender beerben.]
Um das Geschäft kümmern, um die Kunden, egal ob Privat und in der Wirtschaft, das sollte für Grebe aber zentral werden. „Du hast dabei den Menschen immer in den Mittelpunkt gestellt. Die Menschen hinter den Zahlen waren dir wichtig!“ Wirtschaftskrisen, zwei Fusionen (bei der Fusion mit Bergneustadt war er nicht Vorstandsvorsitzender, aber mit federführend), Corona, herausfordernde Flüchtlingssituationen, Eurokrise – als Sparkassenchef habe er dabei stets mit Pragmatismus, Weitsicht und Menschlichkeit gehandelt. Und letzteres sollte an diesem Abend auch nicht zu kurz kommen, weshalb statt Geschenken gespendet werden sollte: an die Tafel Oberberg und an den Verein „Chancen - Leben geben“. Nicht zu vergessen: „Sein sportliches Wissen ist beeindruckend“, so Steinbach über den Bayern München-Fan und riesigen VfL-Anhänger.
Die Leidenschaft für den VfL steht auch stellvertretend für die Leidenschaft für die Region, für die Oberberger, für die Vereine und Institutionen hier, die Grebe mit der Sparkasse über die Jahre unterstützt hat, woran auch Frank Helmenstein, ehemaliger Bürgermeister von Gummersbach und Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse (Foto), erinnerte. Grebe zum Sparkassenchef zu machen, sei eine seiner besten Entscheidungen gewesen. Denn wie auch ein Heiner Brand, der ebenfalls Gast in der Halle 32 war, sei Grebe ein „Tiefwurzler“. Mit seinen Fähigkeiten hätte der Gummersbacher auch andere berufliche Möglichkeiten gehabt. Doch er sei in seiner Heimat geblieben. „GM, das heißt auch: ‚Grebe macht‘, ‚gerne mehr‘ oder ‚great mission‘“, sagte Helmenstein. Ohne Grebe und seinen Finanzierungsideen wäre zum Beispiel das Steinmüllergelände nie so zur Erfolgsgeschichte geworden. Es sei ein Privileg gewesen, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. „Dies ist eine Liebeserklärung von Freund zu Freund.“
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[Die Stone Street Voices sorgten für die passende Musik (oben). Moderator Christian Schmidt (unten, v.li.) im lockeren Gespräch mit Ulrich Voigt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn, Saskia Lagemann, Verbandsgeschäftsführerin des RSGV, und Thomas Pennartz, Vorstandsmitglied der KSK Köln.]
Während das Gospel-Quartett Stone Street Voices für den musikalischen Rahmen sorgte, kamen an diesem Abend auch Thomas Pennartz, Vorstandsmitglied der KSK Köln, Ulrich Voigt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn, Saskia Lagemann als Verbandsgeschäftsführerin des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands, und Gunter Derksen, ab Januar Vorstandsmitglied der Sparkasse Gummersbach, zu Wort. Derksen zeigte eine „positive Stoffkartoffel“, die er von Grebe als Willkommensgeschenk erhalten hatte. „Das zeigt seinen Humor.“ Wie wichtig ihm seine Kolleginnen und Kollegen stets waren, zeige, dass er ihn willkommen geheißen habe, obwohl er zu dieser Zeit krank gewesen sei. Lagemann betonte, dass Grebes Wort bundesweit Gewicht gehabt habe. „Du bist überregional ein wichtiges Bindeglied gewesen.“
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Lagemann richtete ihr Wort auch an Grebes Familie um Ehefrau Sylvia in der ersten Reihe. „Ihr könnt stolz sein auf ihn.“ Seiner gesamten Familie dankte natürlich auch Grebe. Sylvia sei „alleinerziehend mit Mann“ gewesen, scherzte er. Er dankte aber auch seinen Weggefährten, vielen Machern aus der Wirtschaft, seinen Vorgängern als Sparkassenchefs, besonders auch seinen Mitarbeitern. „Ihr seid das Herzstück!“
Die Sparkasse sei Beruf und Hobby in einem gewesen. „Ich hatte das Glück, dass ich nie etwas anderes machen wollte.“ Er freue sich nun, dass sein Terminkalender nicht mehr so voll sein wird. Früh aufstehen wolle er aber weiterhin. Wie sonst sollte man nah dran bleiben am Weltgeschehen. Am Ende gab es für Grebe stehende Ovationen – und anschließend bestimmt noch ein paar Kölsch auf sein Lebenswerk.
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