POLITIK

Kurpark 2.0 wird teurer - aber nicht für die Gemeinde

lw; 30.09.2025, 14:06 Uhr
Archivfotos: Lars Weber.
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Kurpark 2.0 wird teurer - aber nicht für die Gemeinde

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lw; 30.09.2025, 14:06 Uhr
Nümbrecht – Großprojekt wird etwas angepasst und dafür auf zwei Fördertöpfe verteilt – Gesamtkosten steigen, der Eigenanteil der Gemeinde sinkt aber leicht - Entwässerung wird nun ganz anders angegangen als zuvor geplant.

Von Lars Weber

 

Die geplante Umgestaltung des Nümbrechter Kurparks zu einem modernen „Kurpark 2.0“ ist ein zentraler Bestandteil des mit dem A-Status ausgezeichneten Regionale 2025-Projekts „Nümbrecht rundum gesund“. Ziel ist es, den Kurpark funktional aufzuwerten, das Angebot auszubauen und die Nutzungsmöglichkeiten attraktiver zu gestalten, wie die Nümbrechter Verwaltung es beschreibt. Bei der Konzeptgestaltung hatten auch Bürger, Schulen und ein Fachbeirat ein Wörtchen mitzureden. Der Rat beschloss das Konzept im Rahmen der Antragstellung zur Städtebauförderung vor rund zwei Jahren. Stillgestanden hat das Projekt seitdem nie. Manche Ideen wurden aus finanziellen Gründen verworfen, so ein ursprünglich geplantes Gastronomiegebäude am Minigolfplatz oder auch die Umgestaltung des Parkplatzes am Lindchenweg. Maßgeblich führte nun die Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf den Park dazu, dass an dem Entwässerungskonzept und in diesem Zusammenhang an mancher Idee ökologisch geschraubt wurde, sodass der Kurpark 2.0 nun auf zwei Fördertöpfe aufgeteilt werden soll. Damit wird das Projekt zwar insgesamt teurer, die Gemeinde muss aber weniger Geld selbst aufbringen.

 

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Im Planungs-, Umwelt- und Klimaausschuss erklärte Fachbereichsleiter Jan Foerster die Entwicklungen. Die bis zu 50 Jahre alte Substanz des Kurparks halte gerade Szenarien wie längeren Trockenperioden sowie häufigen und intensiveren Starkregenereignissen nicht mehr optimal Stand. Trockenzeiten machten eine intensive Bewässerung notwendig und führen zu erheblichen Wasserverlusten in den Teichen, die bislang mit Frischwasser ausgeglichen werden – was zu ökologischem Stress in den Gewässern führe, heißt es in der Beschlussvorlage.

 

Umgekehrt führen Starkregenereignisse aufgrund der topografischen Lage und der fehlenden Rückhaltemöglichkeiten zu Überschwemmungen, die insbesondere die darunterliegende Bebauung an der Distelkamper Straße gefährden. Auch die Teiche als Pufferbecken haben neben ihrer grundsätzlichen Dimensionierung „massive“ Dichtigkeitsprobleme und verlieren vermehrt Wasser, das „sich mittelfristig ebenfalls seinen Weg in die unterliegende Bebauung suchen wird“.

 

[Der Teich hat ein Problem mit der Dichtigkeit.]

 

Es bestehe also Handlungsbedarf und es mache Sinn, die Probleme jetzt im Rahmen des Kurparks 2.0 mitzudenken. „Das Thema hätte uns sonst in einigen Jahren einholen können.“ Das Maßnahmenpaket der Verwaltung sieht nun ein „intelligentes Regenwassermanagement“ vor. Geplant ist die Speicherung von Regenwasser in drei Großzisternen sowie in den Teichen am Lindchenbach und am Golfplatz. Bei Starkregen sollen diese Speicher die Wassermengen aufnehmen und anschließend kontrolliert und gewässerökologisch verträglich in den Lindchenbach abgeben. Gleichzeitig kann das gesammelte Regenwasser zur Bewässerung des Kurparks sowie zur Speisung des Säulenbrunnens genutzt werden.

 

Das Gelände soll weiterhin wie in der ursprünglichen Planung vorgesehen mit neuen Stationen wie einem Erlebnispfad, zwei Kinderspielplätzen und Bewegungsangeboten sowie barrierefreien beziehungsweise -armen Wegen an die Bedürfnisse aller Altersgruppen angepasst werden. Darüber hinaus sollen natürlich beschattete Aufenthaltsplätze, ökologisch hochwertige Blüh- und Pflanzflächen sowie ein grün-blaues Klassenzimmer am Kurparkteich entstehen.

 

Klar war, dass die neuen Maßnahmen zu Mehrkosten führen würden. Gelöst wurde diese Entwicklung nun, indem neben der Städtebauförderung mit dem EFRE-Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ ein zweiter Fördertopf angezapft werden soll. Dieses Programm fördert mit einer Quote von 90 Prozent Projekte, die naturnahen Vorhaben im Siedlungsbereich sowie der Vernetzung von ökologisch wertvollen Flächen dienen, einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten und gesundheitsfördernd wirken. Um diese Förderung zu erhalten, wurde einige Maßnahmen, die eigentlich bereits im Rahmen der Städtebauförderung geplant waren, in ökologischer Hinsicht weiterentwickelt, um den erweiterten Anforderungen an das EFRE-Programm zu entsprechen.

 

In Zahlen heißt das: Beliefen sich die Kosten für das Gesamtprojekt vor den Änderungen auf 10,47 Millionen Euro, von den 70 Prozent gefördert worden wären und die Gemeinde 3,14 Millionen Euro selbst hätte zahlen müssen, steigen die Gesamtkosten nun zwar auf rund 16,3 Millionen Euro. Über die besseren Förderkonditionen muss die Gemeinde nun aber „nur“ noch drei Millionen Euro aufbringen. Der Ausschuss stimmte einhellig dafür, die entsprechenden Förderanträge zu stellen.

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