LOKALMIX
Klimawandel: Es ist noch nicht zu spät
Lindlar – Die Lindlarer Gruppe Parents for Future hat sich am bundesweiten Klimastreik beteiligt.
„Wir möchten auch in Lindlar ein Zeichen setzen“, sagte die Versammlungsleiterin Iris Röttgen-Remshagen gestern vor einer Kundgebung auf dem örtlichen Marktplatz. Bereits zum fünften Mal hat sich die Lindlarer Ortsgruppe Parents for Future an einem bundesweiten Klimastreik beteiligt und damit ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt. Unter dem Motto „Wir fahren zusammen“ haben sich die Teilnehmer insbesondere für die Verkehrswende ausgesprochen. Mit Blick auf die Gemeinde sagte Röttgen-Remshagen: „Wir brauchen einen besseren ÖPNV und mehr Radwege.“
Neben der „Parents for Future“-Ortsgruppe haben sich an dem Lindlarer Klimastreik auch Vertreter des Vereins „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“, des ADFC Oberberg, des Lindlarer Jugendparlamentes (JuPa) sowie der örtlichen Grünen und SPD beteiligt. Rund 80 Personen kamen schätzungsweise auf dem Marktplatz zusammen – und damit weniger als bei den letzten beiden Lindlarer Klimastreiks.
Der Klimawandel werde von großen Teilen der Bevölkerung nicht wahrgenommen oder sogar verdrängt, findet Röttgen-Remshagen. Ob Kriege, Flucht oder auch Rezession: Im Vergleich zu anderen Krisen, die es momentan gibt, sei das Thema in der Gesellschaft nicht mehr so präsent. „Wir möchten trotzdem weitermachen“, sagte die Versammlungsleiterin im Hinblick auf weitere Kundgebungen in Lindlar.
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[Kim Schröter ist aus Wiehl nach Lindlar gekommen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Sie bedauert, dass der Klimaschutz im Vergleich zu anderen Themen derzeit nicht so präsent ist: „Dabei haben Flucht, Kriege und die Energiekrise damit zu tun.“]
Zu den Rednern gehörte unter anderem Timo Scherer vom Jugendparlament. Er bezeichnete das Klima als eines der drängendsten Themen der aktuellen Zeit. „Es ist unsere Zukunft, für die wir einstehen müssen“, meinte der JuPa-Vorsitzende. Dabei sei es essentiell, im Kleinen anzufangen, beispielsweise bei der Mülltrennung. Aber auch größere Vorhaben wie der Ausbau der Windkraft und die Förderung von E-Mobilität müssten angegangen werden.
Auch Pascal Reinhardt, Bundestagskandidat der oberbergischen SPD, war vor Ort, sprach eingangs über die globalen Durchschnittstemperaturen der vergangenen beiden Monate. „2024 wird wieder mal das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein“, befürchtete der SPD-Politiker. „Wir stecken mittendrin im Klimawandel.“ Trotzdem sei es noch nicht zu spät, um zu handeln.
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[Iris Röttgen-Remshagen (r.) hat als Versammlungsleiterin fungiert.]
Versammelt haben sich die Demonstrierenden gestern auch gegen Rechtsextremismus und für die Demokratie. Insbesondere Ute Radermacher vom Verein „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ widmete sich in ihrer Ansprache der AfD, der sie vorwarf, sich nicht für den Schutz des Klimas einzusetzen. „Auch Kriege haben Einfluss auf den Klimawandel“, betonte Radermacher, sprach von einer „ungeheuren CO2-Belastung“.
Nach der Kundgebung zogen die Demonstrierenden durch den Lindlarer Ortskern. Zum Abschluss kamen sie noch einmal auf dem Marktplatz zusammen. Musikalische Beiträge wurden von einer Projektband bestehend aus Ralf Remshagen, Georg Roecken-Schüller und Ulla Schüller vorgetragen.

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