KARNEVAL
Jecke Mädche reißen die Hütte ab
Engelskirchen - Ausgelassene Stimmung bei ausverkaufter Damensitzung der KG Närrische Oberberger – 1.500 Mädche genossen Blodwoosch, Kölsch und ein hochkarätiges Showprogramm.
Von Leif Schmittgen
„Blodwoosch, Kölsch un e lecker Mädche“ war offensichtlich das selbstauferlegte Motto der gestrigen Damensitzung der KG Närrische Oberberger, denn Wurst in Tupperdosen und Pittermänchen auf den Tischen und 1.500 bunt kostümierte und von Beginn an bestens gelaunte jecke Damen sorgten für ein buntes und stimmungsvolles Bild im ausverkauften Festzelt. Schon früh am Nachmittag standen die Närrinnen Schlange vor dem Eingang und wurden bereits vor dem Start des bunten Programms von der „Begleitband“ Quartier 06 begrüßt. Spätestens bei „Steh auf, mach laut“ standen die ersten jecken Frauen auf ihren Stühlen.
Nach dem Aufruf von Literat Philipp Söhngen zu Weltoffenheit, Toleranz und guter Laune übernahm sogleich Daniel Technow (Foto links) die Moderation für den restlichen Nachmittag und begrüßte, nach dem triumphalen Einmarsch des Prinzenpaares Marin I. Balogovic und Jolina Huhle samt Schölzchen und Damenelferrat, einen echten Knaller im Programm.
Der selbsternannte Eisbrecher Lieselotte Lotterlappen (Joachim Jung) musste gar nicht als dieser fungieren, denn mit einer Mischung aus spontanem Stand-up, gepaart mit gut platzierten Witzen, hatte die „Grande Dame“ ihr Publikum sofort am Griff. Ob ein spontaner Poledance für den OA-Fotografen - „Komm ich posiere schnell an der Stange für Dich, bevor ich verschwitzt bin“ - oder den Bier servierenden Max vom Getränkesercice, der ebenso zufällig durchs Bild huschte, wurde ungeniert angeflirtet. „Auf dich komm' ich später nochmal zurück, Du Hasenschnäuchen“, sorgte Lieselotte für die ersten herzhaften Lacher.
Als sie dann plötzlich ungewollt das Treppengeländer des Bühnenaufgangs in der Hand hatte, gab es auf den Stühlen kein Halten mehr. „Man spielt hier mit meiner Gesundheit, während die Sachverständigen noch bei der Brezelkontrolle sind“, gab es einen humoristischen Hilferuf mit Seitenhieb in Richtung Schmölzchen. Nach kölschem Medley wurde es zum Schluss gar ein wenig sentimental, als Lieselotte „Dat es Heimat“ auf der Trompete zum Besten gab.
Und musikalisch ging es Schlag auf Schlag weiter an diesem bunten Nachmittag. „StadtRand“ machten den Auftakt - gefolgt vom Männerballett „Dancing Daddys“ aus Lindlar-Frielingsdorf. Beim Auftritt der Kölner „Räuber“ hielt niemanden mehr auf den Sitzen. „Oben Unten“, „Wenn et Trömmleche jeht“, „Für die Iwigkeit“ oder „Hück oder nie Marie“ sind nur einige der Klassiker, die regelmäßig die Partyzelte zum Beben bringen. Auch in Engelskirchen rissen die Kult-Rocker regelrecht die Hütte ab. Ihr Auftritt stand stimmungsmäßig denen ihrer Kollegen von "Schamöör", "Kasalla" und "Brings" in nichts nach.
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Mit Schlossgarde und Tanzkorps Rot-Weiß standen zwischenzeitlich auch Eigengewächse der KG Närrische Oberberger auf der Bühne und wurden mit tosendem Applaus gefeiert. Den krönenden Abschluss bei den inzwischen außer Rand und Band geratenen Damen bildete der Auftritt des Männerchores „Laut aber schief“, bei dem der Name Programm ist. Das Zelt sang schnell aus allen Kehlen mit. Heute findet die zweite Damensitzung der KG Närrische Oberberger an gleicher Stelle statt.

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