FUSSBALL
Spektakulärer Auftakt: Hohkeppel verliert nach 4:2-Führung
Lindlar – Eintracht Hohkeppel führt im ersten Regionalligaspiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach bereits 4:2 und verliert dennoch – Ein Platzverweis bringt den Aufsteiger auf die Verliererstraße.
Von Thomas Giesen
Eintracht Hohkeppel – Borussia Mönchengladbach U23 4:6 (2:2).
Viel mehr Spektakel geht nicht: Im ersten Regionalligaspiel des Jahres führen die Fußballer von Eintracht Hohkeppel bereits komfortabel und gehen dennoch als Verlierer vom Platz. „Bis zur Roten Karte war alles gut. Der Gegner gewinnt das Spiel nicht. Wir verlieren es“, kommentierte Eintrachts Trainer Iraklis Metaxas den Spielverlauf. Michael Gardawski kassierte in Minute 64 beim Stand von 4:2 für die Gastgeber die Ampelkarte und läutete damit die Talfahrt der Hausherren ein, die in der Nachspielzeit ein tragisches Ende nahm.
Optimistisch waren die Hohkeppeler in die Auftaktpartie des Jahres gegen den Tabellenfünften ohnehin nicht gegangen. Nach wetterbedingt verkorkster Vorbereitung sah man sich einem vermeintlich besser präparierten Gast gegenüber. Auf dem Feld merkte man davon nichts. Allerdings machten es die schlechten Platzverhältnisse in der Dürener Westkampfbahn den Teams auch nicht gerade leicht, konstruktiven Fußball zu spielen. So agierte die vom ehemaligen Bundesligaprofi Eugen Polanski trainierte Borussia vorwiegend mit langen Bällen, um hinter die Hohkeppeler Abwehrkette zu kommen. „Ich habe noch nie so viele lange Bälle von einer Mannschaft gesehen“, meinte Metaxas, dessen Elf derweil versuchte, über Kombinationsspiel zum Erfolg zu kommen und nach rund zehn Minuten das Geschehen scheinbar kontrollierte.
Für Zählbares sorgte jedoch zunächst der Gast: Tony Reitz schickte mit einem Chippass Noah Pesch auf die Reise, der sicher zur Gladbacher Führung einschoss (18.) und damit das Torespektakel eröffnete. Nur sechs Minuten später verlängerte Hohkeppels Frederic Baum eine Ecke von Ömer Tokac, Firat Tuncer stand am zweiten Pfosten parat und nickte den Ball zum Ausgleich in die Maschen (24.). Arthur Ekallé bereitete das 2:1 für die Gastgeber vor, tankte sich auf der rechten Außenbahn bis zur Grundlinie durch und flankte in die Mitte, wo Ömer Tokac aus der Drehung abschloss (29.). Wenig später hatten es die Gäste leicht, sich durch die Hohkeppeler Abwehr zu kombinieren. Ex-Bundesligaprofi Julian Korb durfte im Mittelfeldzentrum sträflich alleine den Angriff einleiten und legte nach rechts auf Winsley Boteli ab. Dessen Hereingabe versenkte Noah Pesch zum 2:2-Ausgleich (32.).
Die Hohkeppeler schlugen nach der Pause zurück: Der eingewechselte Leon Pesch – Bruder von Gladbachs Torjäger Noah – setzte mit einem öffnenden Pass Mike Owusu in Szene, der direkt auf Tokac weiterleitete. Seinen Querpass schob Ayman Aourir zum 3:2 ins leere Gehäuse (56.). Den vierten Treffer schenkten sich die Gäste selbst ein: Nach einem langen Abschlag von Eintrachts Torwart Kevin Jackmuth leitete Owusu per Kopf auf Ömer Tokac weiter, der über den rechten Flügel in Richtung Tor marschierte. Seine flache Flanke beförderte Gladbachs Lion Schweers ins eigene Netz (60.).
Anschließend wurde es turbulent. Die Borussia reagierte mit langen Schlägen in den Strafraum der Hausherren und sorgten damit immer wieder für Konfusion. In Minute 66 ging Gladbachs Ingyom Jung nach einer Attacke von Arlind Mimini zu Boden. Den fälligen Elfmeter führte Jung selber aus, scheiterte aber an Hohkeppels Schlussmann Kevin Jackmuth. Im folgenden Tumult vor dem Fünfmeterraum brachte Michael Gardawski dann Borussias Charles Herrmann zu Fall und erneut gab es Elfmeter. Zudem die gelb-rote Karte gegen Gardawski. „Der Platzverweis war sehr ärgerlich. Die erste gelbe Karte hatte er wegen Meckerns bekommen und er war schon Gelb-Rot-gefährdet. Wir wollten ihn herausnehmen und Batuhan Özden stand schon bereit zum Wechsel. Man darf dann einfach nicht mehr so hingehen und lässt den Gegner besser das 3:4 erzielen. Wir haben das nach dem Spiel angesprochen“, erklärte Metaxas die Schlüsselszene des Spiels. Noah Pesch verwandelte den Strafstoß zum 3:4 und markierte damit seinen 16. Saisontreffer (66.).
Die Gäste hatten nun Morgenluft gewittert und erhöhten in Überzahl den Druck, der in der Endphase zu groß werden sollte. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit schaffte es die Eintracht-Abwehr nicht, eine der langen Hereingaben in den Strafraum zu verteidigen, Kushtrim Asallari schaltete am schnellsten und knallte den Ball zum 4:4-Ausgleich in die Maschen. Die Gäste drängten nun auf den Sieg, beförderten mit Schweers und Jonathan Foss zwei Innenverteidiger in den Angriff und hatten erneut Erfolg mit hohen Flanken ins Zentrum. Lion Schweers ließ abtropfen und Foss schlenzte den Ball zum 4:5 ins lange Eck (90.+5). Das 6:4 fiel nach einem Ballverlust der nun aufgerückten Hausherren per Konter. Ismail Harnafi trieb den Ball nach vorne und passte auf Foss, der locker zum 4:6 einschob (90.+6).
Tore
0:1 Noah Pesch (18.), 1:1 Firat Tuncer (23.), 2:1 Ömer Tokac (29.), 2:2 Noah Pesch (32.), 3:2 Ayman Aourir (56.), 4:2 Lion Schweers (60. Eigentor), 4:3 Noah Pesch (66. Foulelfmeter), 4:4 Kushtrim Asallani (89.), 4:5 Jonathan Foss (90.+6), 4:6 Jonathan Foss (90.+8).
Besondere Vorkommnisse
Gelb-Rot gegen Hohkeppels Michael Gardawski (64.).
Hohkeppels Torwart Kevin Jackmuth hält Foulelfmeter von Ingyom Jung (66.).
Eintracht Hohkeppel
Kevin Jackmuth (90.+4 Lukas van Ingen); Arthur Ekallé (46. Leon Pesch), Arlind Mimini, Firat Tuncer, Cenk Durgun, Frederic Baum, Dominic Duncan, Michael Gardawski, Ayman Aourir, Mike Owusu (64. Amin Bouzraa), Ömer Tokac (90. Batuhan Özden).