Oberberg - 77 Tore fallen beim SSV-Sieg in der GWN-Arena - Gelpe/Strombach kann Viebahn-Ausfall gegen Weiden nicht kompensieren - Gummersbach II geht in Korschenbroich unter - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.
SSV Nümbrecht – TV Aldekerk 40:37 (17:18).
Die über 200 Zuschauer in der Nümbrechter GWN-Arena kamen beim irren 77-Tore-Spektakel während der 60 Minuten kaum zum Durchatmen. Am Ende stand ein 40:37-Heimsieg der Nümbrechter Handballer, die sich damit im Abstiegskampf der Regionalliga ein wenig Luft verschaffen konnten. Trainer Manuel Seinsche sprach nach dem Abpfiff von „einem total wilden Spiel“, in dem es lange Zeit nach einem Auswärtserfolg des Drittligaabsteigers ausgesehen hatte. Doch Seinsche bewies ein goldenes Händchen: Seine Abwehrumstellung nach 40 Minuten fruchtete, sodass die Oberberger aus einem 22:26-Rückstand noch einen Heimsieg machten.
„Wir wussten, dass Aldekerk eine unheimlich gute Spielanlage und ein sehr hohes Tempo hat, was wir versucht haben mitzugehen“, analysierte Seinsche das temporeiche Hin und Her auf dem Feld. Über 2:4 (7.), 10:10 (17.) und 13:14 (26.) lief Nümbrecht bis zur Pause in einem ausgeglichenen Match immer einem knappen Rückstand hinterher. Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten dann die Gäste, die über 21:21 (35.) zum 22:26 (40.) davonzogen. Seinsche reagierte: Fortan agierten die Hausherren mit einer 5:1-Deckung mit einem starken Tobias Schröter auf der Spitze und generierten so zahlreiche Ballgewinne. 26:28 (44.), 31:31 (49.) und 36:33 (55.) waren die weiteren Zwischenstände.
Offensive trafen entweder die beiden Außen Schröter und Marcel Miebach im Gegenstoß oder die starken Shooter Tim Hartmann und Lennart Last, die aus allen Rohren feuerten. Nach dem 38:35 (57.) ging Aldekerk ins Risiko und stellte auf eine offene Manndeckung um. Kaum 60 Sekunden später fiel der 38:37 (58.)-Anschlusstreffer. Doch Nümbrecht behielt die Nerven und Lennart Last sorgte mit einem Doppelschlag für Big Points im Abstiegskampf. „Die Jungs haben hinten richtig geackert. Diese aufopferungsvolle Arbeit war heute das Fundament für die Punkte“, so Seinsche, der auch „der saugeilen lauten Halle“ und den Schiedsrichtern ein Kompliment für „eine total souveräne Leistung“ machte.
Dass Abstiegskonkurrent BTB Aachen im Parallelspiel Refrath/Hand mit 27:28 unterlag, versüßte den Nümbrechtern den Abend zusätzlich. Seinsche holte sein Team trotzdem direkt wieder auf den Boden der Tatsachen: „Es ist noch lange nichts entschieden. Wir müssen weiter unsere Hausaufgabe machen. Heute ist das ein schöner Erfolg, ab morgen geht die Vorbereitung auf den nächster Gegner aber weiter.“
Nümbrecht: Lennart Last (10/4), Tim Hartmann (9), Marcel Miebach, Tobias Schröter (je 6), Dag Dissmann (3/1), Fabian Benger, Johannes Urbach, Dominik Donath (je 2).
HC Gelpe/Strombach – HC Weiden 32:36 (16:16).
Die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach haben ihre dritte Heimniederlage in dieser Saison kassiert. Das Team von Daniel Rodriguez verpasst dadurch eine kleine Vorentscheidung im Abstiegskampf und bleibt Tabellenzehnter. Der HC-Coach sprach anschließend von einer verdienten Niederlage: „Weiden war in vielen Zweikämpfen schneller als wir und auch körperlicher. Uns fehlte heute die Energie.“ Nie kompensiert bekamen die Oberberger den Ausfall von Leonard Viebahn, der mit Fußproblemen zum Zuschauen gezwungen war. Zum genauen Gesundheitszustand konnte Rodriguez zunächst nichts sagen. Am Montag steht ein Arzttermin aus.
Immerhin gab Mike Heinzerling nach seiner Bänderverletzung gegen Mönchengladbach vor einem Monat ein schnelles Comeback. Der Topshooter war bemüht und hatte viele gute Aktionen, konnte das sehr linkslastige Angriffsspiel der Gastgeber aber nicht alleine tragen. Zur Achillesferse wurde am Samstagabend allerdings die Defensive Gelpe/Strombachs, die gegen die körperlich starken Gäste nie zur gewohnten Stabilität fand. Dass die Oberberger trotzdem bis zur Pause meist führten, lag an einer soliden Angriffsleistung. Über 6:3 (11.), 7:7 (14.), 12:11 (24.) und 14:15 (28.) ging es mit einem 16:16-Unentschieden in die Pause.
„Im ersten Durchgang hat der Angriff noch ein bisschen funktioniert, nach dem Seitenwechsel waren wir auch dort nicht mehr so gut“, fand Rodriguez, dessen Team schnell einem 17:22-Rückstand (37.) hinterherlief. Zwischenzeitlich baute Weiden den Vorsprung sogar zum 22:29 (49.) aus, ehe Gelpe/Strombach in der Schlussphase zumindest noch ein wenig Ergebniskosmetik gelang. „Weiden war einfach bissiger. Bei uns war das heute ein Kollektivversagen. Auch unsere Umstellungen fruchteten nicht“, nahm sich Rodriguez mit in die Kritik hinein. „Abhaken und weitermachen“, will er die für den Klassenerhalt noch notwendigen Punkte nun in den kommenden Wochen holen.
Gelpe/Strombach: Mike Heinzerling (9), Arvid Pötz (5), Malte Meinhardt (4), Felix Maier (4/1), Julius Walch (3), Jerome Dräger, Paul Roth (je 2), Tobias Müller, Lars Rostalski (je 1), Lukas Altjohann (1/1).
TV Korschenbroich – VfL Gummersbach II 42:24 (16:10).
In Gedanken waren die U20-Handballer des VfL Gummersbach wahrscheinlich schon beim Hinspiel um das DHB-Pokalfinale in der Jugend-Bundesliga. Dort treffen sie am Sonntagnachmittag um 16 Uhr in der SCHWALBE arena auf HT München. Im harten Ligaalltag der Regionalliga Nordrhein rückt der Abstieg in die Oberliga dagegen immer näher. Beim TV Korschenbroich kassierte der Tabellenletzte eine herbe 24:42-Packung und hat bei fünf ausstehenden Spielen weiter fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.
„Wir haben die Spielzeit im Hinblick auf Sonntag sehr gleichmäßig verteilt. Unterbewusst waren die Jungs wahrscheinlich schon beim morgigen Spiel, was aber absolut menschlich ist“, meinte VfL-Trainer Jan Schwenzfeier nach der Rückkehr aus Korschenbroich. Gegen den ehemaligen Titelfavoriten, der zuletzt nach der schweren Verletzung von Spielmacher Mats Wolf fünfmal in Folge nicht mehr gewinnen konnte, war Gummersbach nur fünf Minuten lang bis zum 3:3 ebenbürtig. Anschließend häuften sich die Fehlwürfe, sodass die Gastgeber über 7:3 (10.) und 12:6 (20.) davonzogen.
Nach der Pause wurde es bitter. Die Fehler summierten sich zunehmend, sodass Korschenbroich immer wieder zu einfachen Toren kam und das Ergebnis über 24:14 (38.) und 36:19 (49.) konsequent ausbaute. Allein Außen Max Zimmermann traf 14-mal – stets per Gegenstoß. „Wir hatten viel zu viele Phasen, in denen wir am Ende nicht erfolgreich waren und haben dadurch Korschenbroich viele Tempotore gegeben“, hakte Schwenzfeier das Match schnell ab. „Jetzt heißt es maximal regenerieren und es morgen besser machen“, so der VfL-Coach.
Gummersbach II: Jakob Patzelt (5), Moritz Riedel (4), Paul Britz (4/3), Hannes Hartmann (3), Hugo Fleisch, Carlo Bohnenkamp (je 2), Sota Shimizu, Julien Kübler, Patrick Kiesewalter, Fanou Ulmerich (je 1).
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