WALDBRöL
200 Tonnen Schutt: Bagger frisst die Alte Markthalle weg
Waldbröl – In Waldbröl verschwindet ein Stück Geschichte – Bauruine der Alten Markthalle wird diese Woche abgerissen – Die neue Markthalle soll bis Anfang 2028 fertiggestellt sein.
Von Peter Notbohm
Der Betonabbruchzange hält nichts stand. Stein und Stahl gehen krachend zu Boden und werden anschließend geradezu filigran mit dem wuchtigen Gerät von einem Bagger auf einen Haufen Schutt gehoben. Von der alten Markthalle in Waldbröl ist am Montag innerhalb von Stunden nichts mehr zu sehen. Marco Löhr leistet mit seinem 30 Tonnen schweren Werkzeug ganze Arbeit und reißt Wand für Wand und Pfeiler für Pfeifel ein. Übrig bleiben nur zermalmte Trümmer aus Steinen und Stahl, die nach der Trennung von Schadstoffen recycelt werden sollen.
Am frühen Montagmorgen haben die Abrissarbeiten an der Ruine der abgebrannten Markthalle begonnen, schon am Mittag war von den Überresten der Halle kaum noch etwas zu sehen. Nur der Verwaltungstrakt stand noch. Nachdem vor zwei Wochen die Entkernungsarbeiten durch das Erftstädter Fachunternehmen Rhiem und Sohn begonnen haben, soll bis zum Ende der Woche alles verschwunden sein; auch das benachbarte Wohnhaus an der Gerberstraße, das die Stadt für den Neubau erworben hat.
Mit rund 200 Tonnen Schrott und recycelbarem Material rechnet der zuständige Polier Uwe Weinhold – abhängig davon, was bei den Erdarbeiten, die im Anschluss an den Abriss stattfinden, noch zu Tage gefördert wird. Allein für den Abriss auf der 500 Quadratmeter großen Fläche werden rund 460.000 Euro kalkuliert.
Für Bürgermeisterin Larissa Weber sind die Abrissarbeiten der letzten Überreste der alten Markthalle ein bewegender Moment: „Viele Erinnerungen, Geschichten und Begegnungen sind mit diesem Ort verbunden. Doch dieser Abschied ist zugleich ein Neuanfang. Wir schaffen Raum für etwas Neues, das aus unserer Geschichte heraus wächst. […] Ich bin überzeugt: Was hier entsteht, wird wieder ein Ort sein, der Menschen zusammenbringt, unsere lokale Wirtschaft stärkt und neue Impulse für das Stadtleben setzt.“
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Vor fast genau vier Jahren zerstörte ein Brand die 1982 gebaute Markthalle, die erst 2019 saniert worden war. Die Ursache ist immer noch ungeklärt. Der Neubau soll im Spätsommer oder Herbst beginnen. Christoph Peikert, Hochbauingenieur der Marktstadt, ist optimistisch, dass die neue Markthalle bis Anfang 2028 fertiggestellt werden kann. Erst im Anschluss wird der neue Marktplatz in Angriff genommen.
Das neue Gebäude soll doppelt so groß wie die alte Markthalle werden und multifunktional genutzt werden können. Zu den Planungen gehören auch die neuen Räumlichkeiten der Touristinfo. Neben dem Markt sollen auf dem Gelände auch Feste, Public Viewing und der Karneval eine Heimat finden. Rund sieben Millionen Euro sollen für die neue Halle investiert werden. Mit den Abrissarbeiten und den Investitionen für den neuen Marktplatz werden am Ende über zehn Millionen Euro ausgegeben. Bei der Stadt hofft man, im Sommer den Fördermittelbescheid in Höhe von 60 Prozent in Händen halten zu können.
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