MORSBACH

Großer Müeschbejer Oowend zum Vereinsjubiläum

kr; 25.10.2026, 15:00 Uhr
Fotos: Karin Rechenberger --- Mit Herz für Natur und Menschen: Lisa Bauer ist das Müeschbejer Määdchen 2026. Urkunde und Skulptur überreichten ihr Werner Schuh (li.) und Dirk Fassbender.
MORSBACH

Großer Müeschbejer Oowend zum Vereinsjubiläum

kr; 25.10.2026, 15:00 Uhr
Morsbach - Lisa Bauer wurde beim bunten Festakt des Heimatvereins Morsbach als „Müeschbejer Määdchen 2026“ ausgezeichnet - Viele Akteure gaben sich im Getrudisheim die Klinke in die Hand.

Von Karin Rechenberger

 

Ein Abend voller Musik, Tanz, Humor und gelebter Heimatliebe. Beim „Großen Müeschbejer Oowend“ im Gertrudisheim zeigte der Heimatverein Morsbach einmal mehr, was den Ort und seine Menschen ausmacht. Zum 130-jährigen Bestehen des Vereins erwartete die Besucher ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, und mit Lisa Bauer wurde eine Frau ausgezeichnet, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für Morsbach engagiert.

 

„Das wird ein Heimatabend der Superlative. Alles, was Morsbach zu bieten hat, wird heute auf der Bühne präsentiert“, hatte Ehrenvorsitzender Werner Schuh angekündigt. Er blickte auf wichtige Projekte und Aktivitäten des Heimatvereins zurück, der das Gemeindeleben über Generationen mitgeprägt hat.  Der heutige Vorsitzende Dirk Fassbender würdigte ausdrücklich die Arbeit seines Vorgängers. Werner Schuh habe den Verein mit Herz und Verstand geprägt. „Du übergibst mir einen tollen Verein“, sagte Fassbender. Auf einer Leinwand wurden im Laufe des Abends immer wieder Bilder der bisherigen Trägerinnen und Träger der Auszeichnung „Müeschbejer Määdchen“ und „Müeschbejer Jongen“ gezeigt, von der ersten Ehrung im Jahr 2000 an.

 

[Die Kindergarde der KG Morsbach eröffnete den Abend.]

 

Durch das Programm führte Frank Fassbender, der die Kindergarde der KG Morsbach augenzwinkernd als „die Zukunft der Republik“ ankündigte. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer eröffneten den Abend mit viel Schwung.  Für staunende Gesichter sorgte anschließend Zauberer Hans-Jürgen Kellner. Für seine Tricks holte er Bürgermeister Jan Schumacher und Lidija Schmallenbach zur Unterstützung auf die Bühne, wobei er Lydia hartnäckig immer wieder als „Frau Schneider“ ansprach. Besonders die Kinder in den vorderen Reihen waren begeistert.

 

WERBUNG

Für Lacher sorgte die Theatergruppe „Vürhang op“, die das Märchen „Aschenputtel“ auf ihre eigene Art aufgriff. Zwei Zuschauer, darunter der Bürgermeister, wurden auf die Bühne geholt und mussten Szenen mit ungewöhnlichen Gefühls- und Spielvorgaben begleiten. Die überraschenden Reaktionen sorgten für beste Unterhaltung. Auch die Showtanzgruppe Wolpertinger begeisterte mit einer energiegeladenen Darbietung. Als Gefängnisinsassen kostümiert, brachten die Tänzerinnen und Tänzer unter anderem mit Elvis Presleys „Jailhouse Rock“ die Bühne in Bewegung. Mit ihren Krätzchen und Liedern lieferten Frank Rinnscheid und Michael Hoberg als „Die Zwei von der Eierquell“ humorvolle Rückblicke auf das vergangene Jahr.

 

[Improtheater mit "Vürhang op".]

 

„Bel Kantholz“, die Karnevalsband aus den Reihen der Eintracht-Jugend, nahm mit Liedern und Videobildern allerlei Eigenheiten des Alltags aufs Korn. Mit dem Titel „Lokal für Allemann“ gab es auch einen musikalischen Seitenhieb auf das örtliche Leben. Zum Abschluss stimmte die Gruppe ihre Morsbacher Hymne an, und das Publikum stand auf, schunkelte und sang begeistert mit.

 

Musikalisch legten der Musikverein Lichtenberg und das Klangwerk Morsbach unter der Leitung von Christian Böhmer nach. Mit kölschen Liedern wie „In unserem Veedel“ brachten sie den Saal zum Schunkeln. Auch die KG Morsbach durfte nicht fehlen: Die Garde Blau-Weiß, die Funkengarde und die Roten Jacken präsentierten ihr Können. Prinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski stellte noch einmal ihr Sessionsmotto vor. Morsbachs KG-Präsident Dominik Mauelshagen gab zudem einen Ausblick auf die kommendes Session.

 

Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung des „Müeschbejer Määdchens 2026“ an Lisa Bauer. Die Laudatoren Fassbender und Schuh würdigten damit ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für Natur, Jugend, Brauchtum und Mitmenschen.

 

[Tänzerische Einlagen gab es an diesem Abend jede Menge.]

  

Schon seit der Gründungsphase des NABU Morsbach Ende der 1980er-Jahre ist Lisa Bauer im Naturschutz aktiv. Seit Ende der 1990er-Jahre leitet sie ununterbrochen die NABU-Kindergruppe und begeistert Kinder mit Zeltlagern, Baumpflanzungen, Nistkästen und vielen weiteren Aktionen für die Natur. Auch im Karneval und bei den Schubkarrenrennen des Heimatvereins ist sie seit Jahren aktiv.

 

Ihre erste Karnevalsnummer 1989 drehte sich ausgerechnet um den Krötentunnel in Ellingen, Naturschutz und Brauchtum gingen bei ihr also schon früh Hand in Hand. Darüber hinaus unterstützte sie eine Flüchtlingsfamilie aus Eritrea bei Behördengängen und der Eingliederung. Sie tat dies, ohne ihr soziales Engagement an die große Glocke zu hängen. Die Laudatoren brachten ihre vielseitigen Aktivitäten treffend auf den Punkt, aus dem bekannten „Hans Dampf in allen Gassen“ wurde an diesem Abend „Lisa in allen Gassen“.

 

[Das Gertrudisheim war voll besetzt.]

 

Von der Ehrung wusste Bauer nach eigenen Worten nichts. Umso größer war die Freude. Wer in Morsbach geboren sei und so gerne dort lebe, engagiere sich auch gerne für den Ort und seine Menschen, erklärte sie. Sie möge beides sehr und bedankte sich herzlich für die Auszeichnung. Neben der Urkunde erhielt sie eine von der Künstlerin Christiane Vogel gestaltete Skulptur, die ihre charakteristischen Wiedererkennungsmerkmale trägt. Mit der Ehrung endete der offizielle Teil des gelungenen Heimatabends.

BILDERGALERIE