MARIENHEIDE
Mit Fackeln ins kalte Wasser
Marienheide - Eisbaden an der Bruchertalsperre - Mehr als 70 Teilnehmer begrüßten bei der Halloween-Aktion die kalte Jahreszeit.
Während viele Menschen im Herbst ihre Badesachen in den Schrank legen, beginnt für die Eisbader die schönste Zeit des Jahres. Bei der Halloween-Aktion an der Bruchertalsperre wagten sich gestern Abend mehr als 70 Teilnehmer ins rund zehn Grad kalte Wasser.
[Die Bergneustädterin Leana Kubitzki kam sichtlich zufrieden aus dem kalten Wasser.]
Mit Fackeln in den Händen, entstand in der Dunkelheit eine besondere Atmosphäre. Die Begeisterung war den Teilnehmern anzusehen – und auch das eine oder andere Lachen war zu hören. Organisiert wurde das Winter-Anbaden von den DLRG-Ortsgruppen Wiehl, Nümbrecht und die Ortsgruppe Gummersbach. Mit dabei war zudem die Eisbade-Enthusiastin und WDR-Reporterin Anita Horn aus Engelskirchen-Remerscheid, die die Teilnehmer als Eisbadecoach begleitete.
„Wir haben offiziell 74 Anmeldungen“, berichtete Torsten Richling, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Wiehl. Die Veranstaltung fand bereits zum zweiten Mal statt. Die Halloween-Aktion markiert für die Eisbader den Beginn der Wintersaison. Dass das Wasser in den kommenden Monaten noch deutlich kälter wird, gehört für sie dazu.
Bevor es ins Wasser ging, gab es eine kurze Einführung. Anita Horn erzählte, wie sie vor sechs Jahren selbst zum Eisbaden gekommen war und welche Schwierigkeiten sie anfangs hatte, sich ins kalte Wasser zu wagen. Über die Jahre habe sie die Begeisterung dafür entwickelt und damit auch die DLRG angesteckt. „Es hat mich sofort gepackt. Das ist einfach ein großes Lebenselixier für mich geworden“, sagte Horn. Sie hatte die Idee zu der Halloween-Aktion, weil sie ohnehin am 31. Oktober ins Wasser gehen wollte. „Gemeinsam mit vielen anderen mache es einfach mehr Spaß.“
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[Die Organisatoren des Winter-Anbadens: Torsten Richling von der DLRG Wiehl (v. li.), die Eisbade-Begeisterte Anita Horn und Marc-Oliver Schröder von der DLRG Nümbrecht.]
In den vergangenen Jahren hatten sich im Oberbergischen mehrere Eisbadegruppen gebildet. Horn ging regelmäßig mit ihrer Gruppe „Eisletics“ am Aggerstrand in Ründeroth ins Wasser. An der Aggertalsperre gibt es außerdem die Gruppe „Oberberger Zitteraale“. Nun sind beide Gruppen zusammen mit weiteren Eisbadefreunden unter einem gemeinsamen Namen unterwegs: „Eisbademeisters Oberberg“.
Die Gruppe gehört zu einer deutschlandweiten Gemeinschaft, die ihren Ursprung in Rostock hat. In Städten wie Hamburg, München und Berlin gibt es bereits weitere Gruppen. Die Oberberger sind nach Angaben von Horn die ersten in Nordrhein-Westfalen. Die Eisbademeisters engagieren sich auch für den guten Zweck.
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[Vor dem Sprung ins kalte Wasser gab Anita Horn den Teilnehmern Tipps und wichtige Verhaltenshinweise fürs Eisbaden.]
Für Leana Kubitzki war das Winter-Anbaden eine besondere Premiere. Die junge Teilnehmerin wagte sich zum ersten Mal ins kalte Wasser. „Ich habe echt Respekt davor und gerade auch noch in der Dunkelheit“, sagte sie vor dem Einstieg. Sie freue sich aber, dass das Eisbaden in einem solchen Rahmen stattfinde, und sei gespannt, wie es werde. Anschließend kam sie begeistert aus dem Wasser.
Auch Janne Schröder war zum ersten Mal dabei. Sie war früher in der DLRG Wiehl, lebt inzwischen aber in Schleswig-Holstein. Für ein solches Ereignis sei es für sie selbstverständlich gewesen, nach Hause zu kommen. „Ich bin gespannt“, sagte sie vor ihrem ersten Eisbad.
Mit dem gemeinsamen Bad in der Dunkelheit war der Abend noch nicht ganz vorbei. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Austausch und freuten sich über das gemeinsame Erlebnis. Die nächste Aktion ist bereits geplant: Am 3. Januar wollen die Eisbader das neue Jahr begrüßen. Voraussichtlich geht es dann an den Aggerstrand in Ründeroth.

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