MARIENHEIDE
Heiße spanische Rhythmen in der Feuerwache
Marienheide – Burkhard von Puttkamer begeisterte gestern das Publikum mit seinem Konzert an ungewöhnlichem Ort.
Von Astrid Deckers
„Das ist ein ganz besonderer Abend nicht nur für das Publikum, sondern auch für den Künstler“. Mit diesen Worten begrüßten die Organisatoren Florian Pottrick von der Bürgerstiftung Marienheide und Werner Rosenthal von Kulturrausch Marienheide das Publikum in der ungewöhnlichen Location. Als Burkhard von Puttkamer, der unter dem Namen Burkhard Schulz in Marienheide geboren wurde, zog es den Hauptakteur auf Konzertbühnen in der ganzen Welt. Ob New York, Seoul oder Grönland - überall konnte von Puttkamer mit seiner Bariton-Stimmlage die Massen begeistern.
Mit der Gründung des „Zwischenakt“–Ensembles im Jahr 2002 beschritt er einen weiteren Meilenstein seiner Karriere. Gemeinsam mit Melissa Domingues (Sopran), Katharina Land (Klavier), Petros Sarhosidis (Flamenco-Gitarre) und der Flamenco Tänzerin Nusta kam er nun an seinen Geburtsort zurück, um ein weiteres Konzert an einem außergewöhnlichen Ort zu geben, für das „sein“ Ensemble bekannt ist. Nach Schleusenkonzerten und Fabrikhallenauftritten folgte nun mit einer Feuerwache eine Lokalität, die ebenfalls nicht für ihre Konzerthallenqualitäten prädestiniert ist.
[Bei Maurice Ravels „Chanson à boire“ griff von Puttkamer mangels Rioja auf Kölsch zurück.]
Trotz oder gerade wegen des experimentellen Charakters hatten an die 160 Besucher den Weg in die gut gefüllte Feuerwache gefunden und lauschten vom ersten Moment an den spanischen Klängen und eindrucksvollen Gesangseinlagen. Fantastisch unterstützt von der Klaviervirtuosin Katharina Land, nahmen von Puttkamer und Domingues die Zuhörer mit auf eine Reise in ein Spanien, das von Komponisten wie Manuel de Falla und dem Mexikaner Augustin Lara geprägt wurde. Im Wechsel mit mitreißenden Flamenco Tänzen von Nusta, die die auf der Flamenco-Gitarre von Sarkosidis gespielten Melodien perfekt und visuell mitreißend in Bewegungen übertrug, setzten die Ensemble-Mitglieder bereits im ersten Teil des Events einige Highlights für die Liebhaber spanischer Klassik.
Spätestens mit den ersten Klängen der Ouvertüre zu George Bizets Oper „Carmen“ brach auch beim letzten Nicht-Klassikfan das Eis und die Zuschauer feierten die im Anschluss vorgetragenen weltbekannten Lieder und Darbietungen wie Couplet, Habanera und Alegria. Nicht umsonst handelt es sich bei „Carmen“ um die neben Mozarts „Zauberflöte“ meistgespielte Oper der Welt, wie von Puttkamer dem Publikum berichtete. Nach zahlreichenden „Bravo“-Rufen und stehenden Ovationen gaben die Ensemble-Mitglieder noch drei weitere Zugaben, in denen sie ihre jeweiligen Stärken (Gesang, musikalische Begleitung oder Tanz) hervorragend präsentierten.
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[Florian Pottrick (v.li.), das Zwischenakt-Ensemble, Thea Volk von der Bürgerstiftung, Sebastian Heimes und Werner Rosenthal brachten spanisches Feeling in die Feuerwehrhalle].
Die Freude über den gelungenen Abend war nicht nur den Zuschauern, sondern auch von Puttkamer deutlich anzumerken. So berichtete er stolz über den Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde am Morgen vor der Veranstaltung und wie sehr er sich freue, dass auch ehemalige Schulfreunde den Weg in die Feuerwache gefunden hätten, um sich einen Eindruck von seinem bisherigen Lebenswerk zu verschaffen und ihn wiederzutreffen. Auch für Marienheides Bürgermeister Sebastian Heimes war es ein rundum gelungener Event. Vor anderthalb Jahren hatte er, als damaliger 1. Vorsitzender der Bürgerstiftung, die Anfänge der Planung begleitet und nunmehr freue er sich über die rege Akzeptanz bei den Marienheider Bürgern und die fantastische Leistung der Ensemble-Mitglieder. Da verwundert es nicht, dass sich sowohl von Puttkamer als auch Pottrick und Rosenthal eine Wiederholung in einer anderen ungewöhnlichen „Konzerthalle“ in Marienheide vorstellen können.
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