LOKALMIX

Zeichen gegen Atomwaffen

pn; 22.01.2021, 19:45 Uhr
Fotos: Peter Notbohm.
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Zeichen gegen Atomwaffen

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pn; 22.01.2021, 19:45 Uhr
Oberberg – Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen tritt heute in Kraft – Friedensaktivisten in Marienheide protestieren für Beitritt Deutschlands – Wipperfürth hisst „Mayors for Peace“-Flagge.

Für Atomwaffengegner ist der 22. Januar ein historischer Tag. Am heutigen Freitag tritt der von den Vereinten Nationen im Jahr 2017 verabschiedete Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft. Er verbietet und ächtet die Herstellung, den Verkauf, den Besitz und die Lagerung von Kernwaffen. 51 Länder haben ihn weltweit ratifiziert. Deutschland gehört – genau wie alle anderen NATO-Mitglieder und die Nuklearmächte - bislang nicht dazu. Das soll sich aus Sicht vieler Friedensaktivisten ändern. Im Oberbergischen Kreis kam es heute in Marienheide zu einer Kundgebung, bei der symbolisch selbstgebastelte Atombomben „verschrottet“ wurden. In der Stadt Wipperfürth wurde außerdem die „Mayors for Peace“-Flagge gehisst. Zu der von Hiroshima geführten Organisation gehören weltweit 8.000 Mitglieder, darunter 700 deutsche Städte.

 

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[Die Friedensaktivisten hatte über 20 symbolische Atombomben gebastelt und gebacken und vernichteten diese in symbolischen Akten.]

 

„Heute ist ein Freudentag“, sagt Ute Radermacher, Organisatorin der Kundgebung in Marienheide, formuliert mit ihren Mitstreitern aber auch sogleich eine Forderung an die Politik: „Deutschland muss diesen Vertrag ebenfalls unterschreiben.“ Noch immer lagern im Fliegerhorst Büchel in der Eifel schätzungsweise 20 US-Atomsprengköpfe. Die deutsche Luftwaffe bildet hier im Rahmen der innerhalb der NATO vereinbarten nuklearen Teilhabe Jagdbomberpiloten für den Einsatz mit taktischen Atomwaffen mit dem Bundeswehr-Tornado aus.

 

„Wenn wir in unserem Land schon die friedliche Nutzung der Kernenergie abschaffen, können wir nicht wollen, dass es trotzdem weiterhin Kernwaffen gibt“, so Radermacher, die zudem vor der Modernisierung der bestehenden Atomwaffen warnt: „Selbst die sogenannten Mini-Nukes haben ein Zehnfaches der Wirkung der Hiroshima-Bombe.“ Auch Wipperfürths Bürgermeisterin Anne Loth setzt sich für ein Ratifizierung des Vertrages ein: „Wir brauchen eine neue Debatte über nukleare Abrüstung und Rüstungskontrolle. Eine friedliche und sichere Zukunft lässt sich nur in einer Welt ohne Atomwaffen gestalten.“

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