LOKALMIX
Wie kann Elektroschrott vermieden werden?
Oberberg – Der Bergische Abfallverband beteiligt sich mit vielfältigen Aktionen an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung.
Vom 22. bis zum 30. November findet die Europäische Woche der Abfallvermeidung statt – in diesem Jahr unter dem Motto „Reparieren statt Wegwerfen – Elektroschrott vermeiden“. Der Zero Waste Club des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (BAV) beteiligt sich mit einer Aktionsreihe, die sich an verschiedene Zielgruppen richtet, aber immer den nachhaltigen Umgang mit Elektroaltgeräten thematisiert.
In Deutschland fallen jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott an - etwa 18 Kilogramm pro Person. Millionen ungenutzte Handys, Tablets oder Laptops enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer, bleiben aber in Schubladen liegen oder werden falsch entsorgt. Eine längere Nutzung, Reparatur oder fachgerechte Abgabe schont Ressourcen und verringert Umweltbelastungen. Doch gerade versteckte Elektrogeräte, wie blinkende Turnschuhe oder Grußkarten mit Musikchips, landen häufig im Rest- oder Verpackungsabfall. Das führt zu Rohstoffverlusten und kann durch enthaltene Batterien sogar Brände verursachen.
Mit der Kampagne macht der Zero Waste Club auf diese Problematik aufmerksam und bringt das Thema Elektroschrott mit anschaulichen Aktionen direkt in die Rathäuser, Schulen und Betriebe in der Region.
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[Auch Engelskirchens Bürgermeister Lukas Miebach entsorgte ein altes Handy.]
Den Auftakt der Kampagne „Elektroaltgeräte – Rohstoffe der Zukunft“ machte der Zero Waste Club in den Rathäusern der Gemeinden Engelskirchen und Reichshof. Ein Exponat zeigt anhand von Alltagsbeispielen, welche Dinge häufig „versteckte oder passive“ Elektrogeräte sind und erklärt in Kombination mit Infomaterialien, weshalb fachgerechte Entsorgung so wichtig ist. Das Informationsmodul wandert bis Ende 2026 durch alle 21 Kommunen des BAV-Verbandsgebiets. Zu Beginn jeder Station steht die Abfallberatung persönlich für Fragen zur Verfügung.
Als erste Schule nimmt die Jakob-Moreno-Förderschule aus Gummersbach am Lernmodul „(K)eine Geheimsache: Den Fragen rund um Elektrogeräte & Batterien auf der Spur“ des außerschulischen Lernortes auf :metabolon teil. Das Angebot steht allen oberbergischen Schulen offen - ebenso wie die Möglichkeit, die Abfallberatung mit der Handysammeltonne an die Schule zu holen. Hier ist die erste Station der Abfallberatung das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wiehl. Neben der Handysammlung gibt es einen Vormittag lang kurze Lerneinheiten von einer Viertelstunde pro Klasse zu den Themen „Rohstoffquelle Handy – zu wertvoll für die Schublade“ und „Brandgefährlich – Falsch entsorgte Batterien und Akkus“.
Auch lokale Unternehmen werden eingebunden: Der Zero Waste Club unterstützt Betriebe, die Aktionen zur nachhaltigen Nutzung von Elektrogeräten umsetzen – etwa durch Informationsmaterialien, Tausch- oder Reparaturinitiativen und Handysammelaktionen im Betrieb. Zeitgleich zum Kampagnenstart stellt der BAV auf allen kommunalen BAV-Wertstoffhöfen im Oberbergischen (ausgenommen Bergneustadt) Handysammeltonnen auf. Bürgerinnen und Bürger können dort ausgediente Handys abgeben und sie auf diesem Weg dem fachgerechten Recycling zuführen.
Weitere Informationen und Termine zur Kampagne „Elektroaltgeräte – Rohstoffe der Zukunft“ gibt es unter www.bavweb.de/abfallberatung.