LOKALMIX
Vom Fernsehen auf die große Leinwand
Wiehl – Melissa Gross hat nach TV-Auftritten im Film „Identitti“ nun eine Kinorolle (MIT FILMTRAILER).
Von Leif Schmittgen
Die Schauspielerei wurde ihr quasi in die Wiege gelegt: Melissa Gross liebte schon als Grundschulkind den Auftritt auf der Theaterbühne und noch mehr – das weiß die inzwischen 22-Jährige durch die Schauspielerfahrung – die Arbeit vor der Kamera. „Bei TV und Film muss man viel mehr auf Nuancen achten als beim Bühnenauftritt und bei sich selbst sein“, verrät sie im Gespräch mit Oberberg-Aktuell. Und Erfahrungen hat sie bereits einige gesammelt: Nach Auftritten in der zweiten Staffel der ARD-Serie „Almanya“ und „Polizeiruf 110“ ist die Wiehlerin nun auch im Kino zu sehen.
Die Verfilmung des Romans „Identitti“ feiert am 12. November den bundesdeutschen Kinostart. Dort spielt sie die Rolle der Rania. Der Streifen wurde in Köln und Düsseldorf im Frühjahr 2025 gedreht und befasst sich mit Rassismus und den Folgen. Bereits beim Filmfest in München lief die junge Frau über den Roten Teppich und genoss das Blitzlichtgewitter der zahlreichen Fotografen: „Das war ein großartiges Gefühl“, schwärmt Melissa noch heute. Dass sie im Nachhinein auch zur „Best dressed Woman“ des Auftritts gewählt wurde, schmeichelt ihr sehr: „Ich habe das zufällig von einer Freundin erfahren und wusste davon zunächst nichts“, sagt sie bescheiden. Dabei hat sie durchaus Laufsteg-Erfahrung. 2023 wurde sie zur „Miss NRW“ gekürt und belegte beim anschließenden Wettbewerb zur „Miss Deutschland“ den vierten Platz unter 16 Titelanwärterinnen.
[Kinotrailer Alamode Film --- Für Tonwiedergabe bitte auf den entsprechenden Button im Video klicken.]
Geehrt fühlt sich die 2004 in Gummersbach geborene Melissa auch, wenn sie auf der Straße angesprochen wird: „In Köln haben mich durch meine TV-Auftritte einige erkannt“, freut sie sich und schreibt in diesen Fällen auch gerne Autogramme. Wichtig bei all ihren Arrangements ist der Wiehlerin besonders wichtig, ihre Identität beizubehalten. „Ich bin Veganerin und würde deshalb nicht für eine Burgerkette Werbung machen“, erklärt sie. Anfragen für etwaige TV-Werbespots steht sie über ihre Vermarktungsagentur prinzipiell aber offen gegenüber.
Sehr glücklich ist sie deswegen auch mit ihrer aktuellen Kinorolle, sie findet sich dort wieder: Denn Rassismus musste Melissa Gross als Kind hautnah erleben. Ihre Mutter stammt aus Südafrika und ihr Vater aus Rumänien. Seither setzt sich die Wiehlerin für Vielfalt und Toleranz ein, indem sie bundesweit Demos besucht oder entsprechende Inhalte über ihre Social-Media-Kanäle publiziert.
In den vergangenen drei Jahren besuchte die ambitionierte Künstlerin eine Schauspielschule, nun bewirbt sie sich für die Filmschule in Babelsberg. Dort möchte sie studieren und ihren Wohnsitz nach Berlin verlegen. In der Bundeshauptstadt erhofft sich die oberbergische Jungschauspielerin weitere Aufträge. Die Freiberuflerin ist zudem im PR-Bereich tätig.
Ihre schauspielerischen Wurzeln lässt sie trotz aller aufstrebenden Ambitionen nicht aus dem Blick. Melissa Gross möchte auch künftig den (Bühnen-) Boden nicht unter ihren Füßen verlieren und weiterhin Theaterspielen.