LOKALMIX

Verkehrsbelastung im Gelpetal steigt

bv; 09.07.2019, 13:38 Uhr
Bilder: Bernd Vorländer --- Etliche Bürger wollten sich in der Turnhalle Wegescheid über die Baumaßnahme und die beabsichtigten Umleitungen informieren.
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Verkehrsbelastung im Gelpetal steigt

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bv; 09.07.2019, 13:38 Uhr
Gummersbach – Grund ist der Neubau eines Transportsammlers im Leppetal und die über mindestens fünf Monate währende Sperrung der Landstraße 97.

Von Bernd Vorländer

 

Kleine Ursache, große Wirkung. In Lindlar-Karlsthal ist ein Transportsammler des Aggerverbandes, der das Abwasser von Marienheide bis zur Kläranlage in Bickenbach bringt, seit geraumer Zeit überlastet und dringend reparaturbedürftig. Aufgrund beengter Verhältnisse sei eine Vollsperrung der Landstraße 97 zwischen der Einmündung zum Thaler Weg und der Einmündung zur L 98 nach Berghausen unumgänglich, erklärte der Planungs-Chef der Stadt Gummersbach, Uwe Winheller auf einer Bürgerversammlung. Die Folgen werden jedenfalls weit darüber hinaus zu spüren sein. Der komplette Verkehr soll von Lindlar-Kaiserau bzw. aus Marienheide-Hütte kommend über die Landstraße 306 umgeleitet werden, die für den Zeitraum von fünf Monaten dann auch wieder für Lastwagen geöffnet wird.

 

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Vor etlichen Jahren war ein Lastwagen-Verbot in der Ortschaft Obergelpe durchgesetzt worden, was die Anwohner vor der Überhandnahme des Schwerlastverkehr schützte. „Dieses Verbot wird nach der Baumaßnahme auch wiederkommen“, versprach Jürgen Hefner, Technischer Beigeordneter der Stadt Gummersbach. Die Wegescheider Straße wird ab Hütte bis nach Wegescheid von September an zur Einbahnstraße. In Obergelpe soll auf der L 306 eine Ampel gefährlichen Begegnungsverkehr verhindern.

 

Einige Anwohner aus Berghausen befürchteten, dass im Rahmen der Baumaßnahme verstärkter Verkehr auf dem Thaler Weg zu erwarten sei. Das Straßenverkehrsamt sicherte jedoch zu, unmittelbar zu reagieren und Beschränkungen auszusprechen, sollten sich die Vorhersagen bewahrheiten. Weitere Bürger sahen den katastrophalen Zustand der L 306 zwischen den Gummersbacher Ortsteilen Herreshagen und Nochen als Hindernis. In Obergelpe und Nochen fehle ein Bürgersteig komplett, schon jetzt seien Fußgänger erheblich gefährdet. CDU-Kreistagsmitglied Harald Langusch wandte sich an den Landesbetrieb Straßen NRW und meinte: „Planen sie bei der L 306 nicht nur, handeln sie endlich.“

 

 

[Gummersbachs Technischer Beigeordneter Jürgen Hefner stand, wie die Vertreter beteiligter Institutionen, den Bürgern Rede und Antwort.]

 

Doch für eine grundsätzliche Erneuerung der Straße stehen die Aussichten schlecht – wie schon seit Jahrzehnten. In dem in Rede stehenden Teilbereich müsse die L 306 komplett neu durchgeplant werden, und das koste viel Zeit und Geld. Außerdem liege der Fokus des Landesbetriebs derzeit eher auf den Straßen, die täglich von zehntausenden Fahrzeugen passiert würden. Schließlich sei man auch darauf angewiesen, welche Prioritätenliste die Politik dem Landesbetrieb vorgebe, so ein Sprecher von Straßen NRW.

 

Winheller sah den Zustand der L 306 als bedenklich an („Die Straße ist in einem sehr schlechten Zustand“) hielt aber dennoch die Umleitungsregelung für „verträglich“. Jürgen Hefner machte den Bürgern Hoffnung, dass die veranschlagten fünf Monate Bauzeit und die damit verbundenen Einschränkungen „sehr schnell vorüber sind“.

KOMMENTARE

1

Die ganzen kleinen Straßen, werden von Tag zu Tag voller. Die Leute aus den nächst größeren Gemeinden fahren immer mehr "über dir Dörfer". Man kann die Autos kaum in der Spur halten, vor lauter Schlaglöchern und jetzt noch so was.

, 09.07.2019, 16:53 Uhr
2

Es ist schon lange eine Zumutung von Peisel nach hereshagen zu fahren so viele Schlaglöcher wie auf dieser Strecke findet sich nicht nochmal.

Sonja Weisskopf, 09.07.2019, 17:59 Uhr
3

Ich fahre jeden Tag genau diese Strecke von Engelskirchen nach Meinerzhagen, das ganze fängt schon in Nochen/Peisel an und geht bis Herreshagen hoch. Die Straße ist eine Zumutung, zu schlecht, zu viele Schlaglöcher und dazu noch für diesen Verkehr viel zu schmal. Vor 3 Wochen schrieb ich ohne von dieser Baustelle zu wissen, Straßen NRW an, was und wann denn mal was passieren wird. Es hieß nur es sei kompliziert und man müsse Grunderwerb durchführen um die Straße auszubauen und zu sanieren.

Ich möchte doch einfach nur schnell von A nach B und leider ist ganau das die einzige Verbindung, gerne fahre ich da nicht her weil es einfach zu anstrengend ist.
Mit Ampel und noch mehr Verkehr wird das sicher ganz toll, man steht nachmittags schon oft genug in Kothausen 3 Ampelphasen lang.

@Kommentator Nr. 1: Ich würde gerne wo anders herfahren als über die Dörfer, aber leider gibt es ja keine andere Strecke.

AH, 09.07.2019, 19:37 Uhr
4

Solch ein vorprogrammiertes Chaos kommt dabei raus, wenn man ewig nur "plant"!

, 09.07.2019, 23:49 Uhr
5

Unglaublich, aber auch pfiffig, wie hier die Verantwortung für den Zustand der Gelpestraße an höhere Instanzen im weit entfernten Düsseldorf geschoben wird und man erst einmal wieder "fein raus ist". Fahren Sie diese Strecke doch mal, dann werden Sie das vielleicht anders sehen. Wer bezahlt uns denn den erhöhten Verschleiss an unseren Autos? Herr Langusch hat Recht mit seiner Aufforderung.

Ralf Müller, 10.07.2019, 12:55 Uhr
6

Als jemand, der mit dem Rad zur Arbeit fährt, kann ich sagen, dass nahezu ALLE Straßen in einem katatrophalen Zustand sind (mal ganz davon abgesehen, dass auf den Nebenstrecken keine Radwege gibt)
Gerne würde ich auch in der dunklen Jahreszeit das Rad nutzen, doch aufgrund der zahlreichen Löcher in den Straßen ist mir dies einfach viel zu gefährlich.

Frank, 10.07.2019, 13:06 Uhr
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