LOKALMIX
Tradition und Nachhaltigkeit beim Backesfest vereint
Reichshof – Die Vielfalt des Brotbackens können Besucher am Wochenende in Eckenhagen kennenlernen und genießen – Veranstalter hoffen auf besseres Wetter am Sonntag.
Von Astrid Deckers
Der Heimatverein Eckenhagen lockt die Besucher an diesem Wochenende mit einer beeindruckenden Angebotsvielfalt zum diesjährigen Backesfest. Allein schon die sieben unterschiedlichen Brotsorten, die überwiegend im museumseigenen Backes hergestellt werden und einen verlockenden Geruch über das Museumsgelände des Bauernhofmuseums verbreiten, machen Lust aufs Probieren und Kosten. Beim Herzhaften ist das Roggenmischbrot der Dauerbrenner, wobei auch das Dinkelkartoffelbrot als auch das Braugerstenbrot ihre Liebhaber finden. Wer es lieber süß mag, probiert und erwirbt gerne den Mandel-, Butter- oder Rosinenstuten. Nachdem der alte Backes vor fünf Jahren durch einen neuen ersetzt worden ist, läuft er stabil und verlässlich.
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[„Durch den guten Tipp einer Bekannten, der ich dafür echt dankbar bin“, deckte sich dieser Kunde mit naturbelassenen Gewürzen ein.“]
Der 1. Vorsitzende des Eckenhagener Heimatvereins, Werner Valperz, schildert, dass der Ofen bereits am Mittwoch angeheizt wurde und am Freitagabend genug aufgeheizt war, so dass zu diesem Zeitpunkt der Backbetrieb fürs Wochenende gestartet werden konnte. Für die „schnelle Küche“ ist so ein Backesbetrieb also nichts, dafür aber umso mehr im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenorientiertheit. Genutzt werden ausschließlich natürliche Zutaten wie Sauerteig und Wasser. Künstliche Aromen und Zusatzstoffe werden nicht verwendet, somit können auch Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten das Brot genießen.
Auf dem Museumsgelände befinden sich ausgewählte Verkaufsstände, deren Produkte ebenfalls aus nachhaltigen Ressourcen hergestellt wurden. Von der Wild-Wurst, über die aus Naturwolle gestrickten Pullover und Accessoires, Frühlingsblumen und selbstproduzierte, österliche Holzdekorationen, wenige Stände auf kleinem Raum beweisen, wie vielfältig und ansprechend auch ein ökologisch verantwortungsbewusst organisierter Markt sein kann. Getreu diesem Motto gestaltet auch Ursula Kirchenbüchler aus Freudenberg ihren Marktstand, den sie neben einem Ladengeschäft und ihrem Onlinevertrieb betreibt. Dort kann man beispielsweise geräucherte Knoblauchzehen erwerben, die nicht nur länger haltbar sind, sondern auch für weniger Knoblauchatem nach dem Verzehr sorgen. Für den Erwerb des Knoblauchs fährt Kirchenbüchler eigens nach Frankreich, wo das Röstverfahren eine alte Tradition darstellt und bis heute praktiziert wird.
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[Nach erfolgreichem Einkauf wärmten sich diese drei Damen bei Kaffee und Kuchen auf.]
Hildegard Köster und ihre beiden Freundinnen Doris Hering und Renate Valperz besuchen das Backesfest seit nunmehr 29 Jahren und somit von Beginn an. Sie schätzen besonders die Möglichkeit zum Austausch und zum Genießen nach dem Einkaufen in der museumseigenen Cafeteria, die früher ein Kuhstall war und heute zum gemütlichen Verweilen einlädt. Maria Valperz vom Heimatverein ist dankbar für die großartige Unterstützung aller „Eckenhääner“, die mit ihren Kuchenspenden, aber auch ihrer Einsatzfreude den Cafébetrieb erst möglich machen. Ihr Mann Werner Valperz ergänzt, dass die dem Verein entstehenden Unterhaltungskosten des Bauernhofmuseums, dass der Gemeinde gehört, ohne die großzügige Unterstützung der Vereinsmitglieder und Dorfunterstützer nicht zu stemmen wären und wie wichtig solche Veranstaltungen wie das Backesfest von daher sind.
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[„Eckenhääner Pflaumensenf“ und Getränke aus der Hexenküche kann man am Stand von Sandra Valperz, Anette Kasper und Maria Valperz erwerben (Foto oben). Herzhaft-derbe Wurst-Köstlichkeiten probierten diese Besucher in geselliger Runde (Foto unten).]
Leider hat das Wetter am Samstag nicht mitgespielt, aber auf die Laufkundschaft ist Verlass. So wechselten zahlreiche Artikel, besonders das Brot, auch „im Vorbeischauen“ auf dem Markt den Besitzer. Dennoch hofft der Verein auf das angekündigt bessere Wetter am Sonntag. Sollte das wider Erwarten nicht eintreffen, so spielt auch im Nachgang der Veranstaltung der Umweltgedanke eine große Rolle. Als 2024 das Wetter an beiden Tagen nicht mitspielte und es übrig gebliebene Brote gab, wurden diese an die Bergneustädter Tafel gespendet. Eine Entsorgung ist für den Verein undenkbar. Bleibt zu hoffen, dass Petrus ein Einsehen hat und dem Backesfest am Sonntag die Besucherzahlen schenkt, die es verdient hat. Geöffnet ist ab 11 Uhr.