LOKALMIX

Seit Jahrzehnten unermüdlich im Einsatz für die Gesellschaft

lw; 11.09.2026, 18:22 Uhr
Fotos: Lars Weber --- Ina Albowitz-Freytag (2.v.li.) freut sich gemeinsam mit ihrer Familie - Tochter Vanessa Albowitz, Schwiegersohn Pascal Dinnies und Enkelin Florentine, nach der Laudatio durch Landrat Klaus Grootens (li.) über das Bundesverdienstkreuz.
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Seit Jahrzehnten unermüdlich im Einsatz für die Gesellschaft

lw; 11.09.2026, 18:22 Uhr
Oberberg – Ina Albowitz-Freytag wurde heute mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – Die 83-Jährige engagiert sich seit Jahrzehnten politisch und sozial.

Von Lars Weber

 

Ina Albowitz-Freytag ist heute von Landrat Klaus Grootens mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die 83-jährige Bergneustädterin gilt nicht nur als Grande Dame im oberbergischen Politikbetrieb – sie war für die FDP und Oberberg im Bundestag und rund 20 Jahre im Kreistag vertreten -, sie engagiert sich auch seit vielen Jahren sozial, besonders für Kinder und Jugendliche, unter anderem als Vorsitzende im Aufsichtsrat des Klinikum Oberberg. Dort, im Sitzungssaal des Krankenhauses, kamen heute auch geladene Gäste und Familie zusammen, um der Auszeichnung beizuwohnen.

 

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Landrat Klaus Grootens sagte, dass die Verleihung auch für ihn etwas Besonderes sei, kenne er Albowitz schon doch sehr lange. Grootens kam die Ehre zuteil, die Worte von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu verlesen, die Begründung für die Auszeichnung. Darin wird das kommunalpolitische und soziale Engagement der gelernten Werbekauffrau und Mutter einer Tochter hervorgehoben. Seit 1975 ist sie Mitglied der Freien Demokratischen Partei (FDP). Von 1979 bis 1991 und von 1999 bis 2000 war sie Mitglied des Rates der Stadt Gummersbach, zehn Jahre davon als Fraktionschefin. Sie war stellvertretende Bürgermeisterin der Kreisstadt, gehörte dem NRW-Landesvorstand an und war lange Jahre FDP-Kreisvorsitzende (1982 bis 1998 und 2019 bis 2022). Inzwischen ist sie Ehrenvorsitzende des FDP-Kreisverbands. Dem Kreistag gehörte sie rund 20 Jahre an, unter anderem war sie stellvertretende Landrätin.

 

Zweimal führte ihr politischer Weg sie in den Bundestag: von 1990 bis 1998 und von 2000 bis 2002. Als Abgeordnete spielte sie laut der Begründung eine mitentscheidende Rolle bei den Bemühungen des Ältestenrates zur Lösung des Streites über die Dachgestaltung des umzubauenden Reichstagsgebäudes. Weiterhin habe sie in der Personal- und Sozialkommission des Ältestenrates, die den Bonn/Berlin-Beschluss begleitete, zu einer sozialverträglichen Gestaltung des Umzugs sowie zur Gründung eines Betriebskindergartens für die Bundestagsbeschäftigten am Spreeufer neben dem Reichstagsgebäude beigetragen.

 

 

Hier zeigt sich ihr soziales Engagement. Sie ist seit 2016/2017 Vorsitzende der Kinder- und Jugendmedizinischen Klinik – Mutter-Kind-Zentrum - am Kreiskrankenhaus Gummersbach. „Die gute und sichere Gesundheitsversorgung der Menschen im Oberbergischen Kreis sind ihr ein großes Anliegen.“ Durch ihr unermüdliches Werben im Aufsichtsrat sowie bei politischen Entscheidungsträgern konnte das Vorhaben über das Betreuungsangebot über viele Jahre verfolgt und vorangetrieben werden, sodass das Krankenhaus und die Stadt Gummersbach seit 2021 über eine gemeinsame Großtagespflegestelle in den Räumen des Kreiskrankenhauses verfügen.

 

Ihr Einsatz für Kinder und Jugendliche geht noch weiter.  Sie organisiert gemeinsam mit dem Förderkreis „Kinder, Kunst und Kultur" aus Bergneustadt unter anderem die Weihnachtsaktionen auf der Kinderstation, gewann zudem zahlreiche dauerhafte Sponsoren für die Kinderklinik und das Mutter-Kind-Zentrum (Dort ist sie Vorsitzende des Fördervereins). „Durch ihren Einsatz haben sich die Unterstützungsgelder von ehemals wenigen hundert Euro auf Beträge im mittleren sechsstelligen Bereich entwickelt.“ Später rechnete Albowitz selbst vor, dass es rund 350.000 Euro waren. Ihrem Engagement im Förderverein des Mutter-Kind-Zentrums sei nicht zuletzt die Anschaffung von Digitalwaagen für die Neugeborenen sowie eines Ultraschallverneblers zu verdanken. Außerdem ist sie langjährige Vorsitzende der Musikschule Gummersbach, und langjähriges Mitglied der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Oberbergischer Kreis.

 

 

Gewürdigt wurde Albowitz zudem in Grußworten von FDP-Weggefährte Reinhold Müller, Dr. Roland Adelmann, dem Leiter der Kinderklinik, und Sascha Klein, Geschäftsführer Klinikum Oberberg, nach einer Begrüßung von Dominik Trautmann, Vorsitzender der FDP Oberberg. Sie alle dankten Albowitz für ihren Einsatz über die Jahrzehnte, besonders zum Wohl der Gesundheitsversorgung.

 

Diesen Einsatz zeigte die Geehrte auch bei ihrer eigenen Dankesrede. Über den Bau des Krankenhauses in Gummersbach habe sie vor 45 Jahren im Rat Gummersbachs mitentschieden. Seitdem begleitet sie das Haus – „da hängt man eben dran“. Sie kritisierte die Gesundheitspolitik in der Bundesrepublik, bei der zu viele Interessenten versuchten, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen. Dies zeige sich dann zum Beispiel in der Unterfinanzierung der Kinderkliniken, wie auch in der Kreisstadt. „Das Geld reicht nur für das Nötigste. Dabei sind Kinder unsere Zukunft. Warum investieren wir dann nicht in sie?“

 

Albowitz-Freytag dankte allen Wegbegleiterin und Freunden. Sie habe sich immer gerne engagiert – „auch wenn das nicht immer zur Freude aller Beteiligten passiert ist“. Sie nehme diese Auszeichnung gerne entgegen.

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