LOKALMIX

Schon im Studium von gemeinsamer Praxis geträumt

lw; 24.06.2026, 12:00 Uhr
Foto: Lars Weber --- Jasmin Bonnen (li.) und Dr. Meike Mertens freuen sich auf ihre Patientinnen und Patienten.
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Schon im Studium von gemeinsamer Praxis geträumt

lw; 24.06.2026, 12:00 Uhr
Nümbrecht - Dr. Meike Mertens und Jasmin Bonnen starten gemeinsame Zahnarztpraxis im Medicenter am Kurpark – Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ihnen wichtig.

Von Lars Weber

 

Im Nümbrechter Medicenter am Kurpark startet Anfang Juli das nächste medizinische Angebot. Dann eröffnen Dr. Meike Mertens und Jasmin Bonnen ihre gemeinsame Zahnarztpraxis. Mit der Eröffnung erreichen sie ein langes gestecktes Ziel. Und sie wollen noch mehr. Ein gemeinsames Schultern der Verantwortung, mehr Zeit für Patientinnen und Patienten, eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine Verbesserung des ärztlichen Versorgungsgrads in der Region. Die 33-jährige Mertens und die 34-jährige Bonnen haben eine klare Idee davon, wie ihre Praxis funktionieren soll.

 

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Rund zwei Wochen vor der Eröffnung beim Gesprächstermin werden in den geräumigen und hellen Praxisräumen noch letzte Handgriffe getätigt. Alles soll perfekt sein, wenn am Mittwoch, 1. Juli, die ersten Patientinnen und Patienten kommen. Über ihre Webseite seien die ersten Termine bereits gebucht worden. Dies bestätigt die beiden Ärztinnen, weil sie mit dieser Praxis jenen Weg gehen, den immer weniger junge Mediziner beschreiten: Den Gang in die Selbstständigkeit – und zwar unter ihren eigenen Bedingungen.

 

Dr. Meike Mertens aus der Eifel und Jasmin Bonnen vom Niederrhein haben sich im Studium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen kennengelernt. „Wir hatten immer vor, dass wir mal zusammen was machen wollen“, erinnert sich Mertens. Aber der Lebensweg hält zunächst andere Dinge bereit. Mertens geht nach München, promoviert und arbeitet von 2018 bis 2026 in einer Münchner Praxis. Bonnen zieht es dagegen in den Norden. Sie wohnt in Hamburg und war ebenso als angestellte Zahnärztin aktiv. Aus den Augen verlieren sich die beiden aber nie – und ihr gemeinsames Ziel ebenso wenig. 

 

Inzwischen haben beide Frauen jeweils eine Familie gegründet. Dr. Mertens hat eine Tochter (3,5 Jahre) und einen Sohn (ein Jahr), und auch Bonnen hat zwei Kinder. Ihr Ältester ist zwei Jahre alt, den jüngsten hat sie mit vier Monaten beim Gespräch auf dem Arm. Und die Kinder haben auch den Ausschlag gegeben, jetzt die eigene Praxis zu gründen. „Wir wollten mit unseren Familien zurück nach NRW“, sagen die beiden, in die Nähe von Eltern und Großeltern. Dass es jetzt ausgerechnet Nümbrecht geworden ist, daran ist der Mann von Meike Mertens nicht ganz unschuldig. „Er ist Wiehler, dort haben wir auch geheiratet.“ Sie kennt die Region also, und Jasmin Bonnen kennt den Landstrich nach der Hochzeit auch.

 

Als sie mit der Suche nach geeigneten Räumen beginnen, kam für sie eine Praxis in Köln oder Bonn nicht infrage. Stattdessen wollten sie bewusst in den ländlichen Raum. „Dort werden wir noch gebraucht.“ Tatsächlich gibt es auch im Bereich der Zahnärzte eine Unterversorgung im Oberbergischen. Laut der KZV lag der Versorgungsgrad im Kreis zum Ende des vergangenen Jahres bei 82,3 Prozent. Es gibt also Luft nach oben. Als die Zahnärztinnen sich die Räume im Medicenter anschauten, waren sie sofort hin und weg. Der interdisziplinäre Ansatz, den das Medicenter verfolgt, gefiel ihnen ebenso.

 

Auch mit der eigenen Praxis soll bei ihnen die Familie an erster Stelle bleiben, betonen beide. Genau deshalb gehen sie diesen Schritt auch gemeinsam. Sie stehen auf derselben Seite. „Eine Praxis allein zu führen, mit all der Bürokratie, ist einfach nicht möglich.“ Auch das finanzielle Risiko werde geteilt geschultert. Die Beziehung zu den Patientinnen und Patienten liege beiden am Herzen, diese aufzubauen, darauf freuen sie sich am meisten. Ihre Praxis soll dabei nicht den Trubel von Großstadtpraxen versprühen, sondern Ruhe ausstrahlen. „Das ist besonders auch für Angstpatienten wichtig, sie benötigen ein anderes Umfeld“, sagt Dr. Mertens.

 

Die Arbeit wollen sie sich aufteilen, gerade auch beim Thema Abrechnungen. Auf Papier wollen sie dabei verzichten, wo es nur geht. Bei der Behandlungszeit pro Woche beginnen sie bewusst mit einem Puffer nach oben. Sie wollen sich herantasten an ein Pensum, was für beide mit der Familie vereinbar ist. Zumal ab Juli zunächst nur Dr. Mertens behandeln wird. Jasmin Bonnen ist noch in Elternzeit und möchte Anfang 2027 einsteigen. Das Team machen eine Rezeptionistin und zwei zahnmedizinische Fachangestellte komplett. Nun freuen sie sich, dass die Zeit der Vorbereitung bald vorbei ist. „Es ist toll, dass hier jetzt endlich Leben reinkommt.“  

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