LOKALMIX

Ranga Yogeshwar: Von unscharfen Schweinen und 15 Prozent Aufschlag wegen Unvorhergesehenem

ls; 10.09.2026, 13:00 Uhr
Fotos: Leif Schmittgen --- Ranga Yogeshwar unterhielt und mahnte zugeleich.
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Ranga Yogeshwar: Von unscharfen Schweinen und 15 Prozent Aufschlag wegen Unvorhergesehenem

ls; 10.09.2026, 13:00 Uhr
Gummersbach – Ranga Yogeshwar eröffnete die DigitalXchange heute mit einem Impulsvortrag über ständige Veränderung, unerwartete Dinge, KI und Fake News.

Von Leif Schmittgen

 

Der Verein Innovation Hub Bergisches Rheinland hat heute zur DigitalXchange eingeladen. Und zum zehnten Geburtstag haben sich die Organisatoren mit Ranga Yogeshwar einen prominenten Gast auf das Gelände der Technischen Hochschule nach Gummersbach geholt. Dort referierte der Entwickler etlicher wissenschaftlicher TV-Formate auf seine ganz eigene, unterhaltsame Art über die ständige Veränderung in Kultur und Gesellschaft, das Unerwartete, KI und Fake News. Offensichtlich hat die Präsenz des beliebten Moderators für enormen Zuschauerandrang gesorgt, denn die Schlange am Eingang zur TH war – glaubt man den Worten einiger Gäste vor Ort – noch nie so lang. Die Organisatoren hatten sogar einen Livestream organisiert, damit jeder zumindest virtuell am Impulsvortrag teilnehmen konnte.

 

 

Und Ranga Yogeshwar nahm das Publikum zunächst mit ins Jahr 1959 nach Luxemburg zur Stunde seiner Geburt. „Ich habe einen Zwillingsbruder. Als er da war, sahen die Ärzte, dass da noch was nachkommt“, sagte er und sorgte sogleich für die ersten Lacher beim Publikum im vollbesetzten Hörsaal: „Die Krankenhausrechnung fiel wegen unvorhergesehener Dinge 15 Prozent höher aus“, so der Wissenschaftsjournalist. Als nächsten Ankerpunkt nannte er die Pandemie, in der seine Kinder unerwartet produktiv gewesen seien und ihm Enkel geschenkt hätten. Sie würden mit einem anderen Verständnis als wir mit den Veränderungen in Technologie und Gesellschaft umgehen, da diese sich immer rasanter weiterentwickelten. „2022 war ChatGPT nett, seither aber hat sich enorm viel in sehr hoher Geschwindigkeit getan.“

 

###VONTENTAD###

Dabei kommt bei ihm selbst Wehmut auf. Seit 1974 programmierte er und lernte dieses Handwerk mühevoll. Heute sei das alles nicht mehr nötig, weil die KI alles für den Anwender erledige. Die fotografierte Kaffeetasse werde ohne Umschweife vom 3-D-Drucker reproduziert, nannte er nur ein Anwendungsbeispiel. Er warnte aber auch plakativ vor möglichen Gefahren: Das Bild eines Schweines wird von Künstlicher Intelligenz genauso wie vom Menschen zunächst eindeutig identifiziert. Komme aber nur ein kleines bisschen Unschärfe in das Foto, werde das Tier virtuell plötzlich als Flugzeug bezeichnet. Ranga Yogeshwar selber findet in seiner digitalen Vita ein Buch, dessen Namen er nicht einmal kennt, geschweige denn seine Existenz. Ein durch KI erweitertes, reales Foto seines Enkelkindes zeigt üppige Natur und sieht täuschend echt aus. „Als ich das meiner Frau zeigte,  wusste sie sofort, dass es sich um KI handelt. Dort generierte Pflanzen wachsen in unserer Region nicht“, so Yogeshwar.

 

 

Er warnte in diesem Zusammenhang auch vor der Gefahr von Fake-News. „Wir verlieren unsere Fähigkeit, kritisch nachzufragen, ähnlich wie wir auf Navigationssysteme vertrauen und dadurch unseren Orientierungssinn verloren haben“, prophezeite er. „Vielleicht soll man überlegen, ob man Leute nicht zu früh rausschmeißt“, nahm er die anwesenden Unternehmensvertreter ins Visier. Schließlich stand der in Hennef lebende Journalist für Fragen der Gäste offen und erntete für seine lockere Vortragsart und seinen Humor viel Applaus und etliche weitere Lacher aus dem Publikum, das sich aus Wirtschaftsvertretern, Politikern, Wissenschaftlern, und interessierten Bürgern zusammensetzte.

 

 

Im Laufe des gesamten Tages gibt es auf dem TH-Gelände zahlreiche weitere Fachvorträge, unter anderem zum Thema Nachhaltigkeit, Vernetzung und Technik.

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