LOKALMIX

Positiver Jahresbericht: Volksbank Oberberg trotzt der Dauer-Krise

pn; 29.01.2026, 17:25 Uhr
Foto: Peter Notbohm ---- Ingo Stockhausen (Vorstandsvorsitzender), Dr. Udo Meyer (Vorsitzender des Aufrichtsrates), Andreas Neumann (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) und Jörn Richling (Vorstandsmitglied) freuten sich über gute Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr.
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Positiver Jahresbericht: Volksbank Oberberg trotzt der Dauer-Krise

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pn; 29.01.2026, 17:25 Uhr
Oberberg - Volksbank Oberberg stellt Bilanzzahlen für 2025 vor – Bilanzsumme erneut gestiegen.

Von Peter Notbohm

 

Corona, Ukraine-Krieg, geopolitische und gesellschaftliche Spannungen, Sondervermögen und Rezession: In Zeiten der Dauer-Krise suchen Menschen nach sicheren Häfen. Einen davon bietet die Volksbank Oberberg. Denn trotz der schwierigen Situation haben die Menschen auch im vergangenen Jahr weiter Geld angelegt und Kredite aufgenommen. Das zeigen die Zahlen der Volksbank Oberberg, die am Donnerstag im Rahmen der jährlichen Bilanzpressekonferenz öffentlich gemacht wurden.

 

Kundennähe, Stabilität und Verlässlichkeit seien in einem von vielen Unsicherheiten geprägten Jahr 2025 abermals die Säulen eines erfolgreichen Geschäftsjahres gewesen, sagt der Ende Juni scheidende Vorstandsvorsitzende Ingo Stockhausen. „Die Krise hat sich zur Normalität entwickelt und ist nichts mehr, was bei den Menschen dauerhaft Unruhe auslöst“, so der 63-Jährige, der seit 1999 dem Vorstand angehört.

 

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In allen wichtigen Bereichen präsentierte die Volksbank steigende Zahlen. Das bereute Kundenvolumen stieg um 4,1 Prozent auf nun 8,8 Milliarden Euro, das Kundenanlagenvolumen um 4,4 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro und das Kundenkreditvolumen um 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass auch die Bilanzsumme den nächsten Rekordwert erreicht und nun bei 4,9 Milliarden Euro liegt (+1,4 Prozent). Und Stockhausen ist sich sicher: Die 5-Milliarden-Grenze wird voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2026 fallen.

 

Einen neuen Höchststand erreicht auch die Zahl der neu gewonnenen Vollbankverbindungen (+3 Prozent). Dabei mache sich vor allem die geschäftspolitische Strategie der dezentralen Ausrichtung und mit Investitionen in Standorte und Personal weiterhin positiv bemerkbar. Um 0,9 Prozent auf 45.379 stieg die Zahl der Mitglieder. Das seit zwei Jahrzehnten anhaltende Wachstum im Marktanteil sei keineswegs üblich, betont der Vorstandsvorsitzende, viele andere Genossenschaftsbanken hätten mit negativen Zahlen zu kämpfen. „Wir kennen die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kunden und stellen ihnen sämtliche Kommunikationswege zur Verfügung“, spricht Stockhausen von einer dem Menschen zugewandten Geschäftspolitik, „die ein deutlicher Wettbewerbsvorteil ist“.

 

Weichenstellungen

 

Nachdem Ingo Stockhausen bereits vor zwei Jahren seinen Abschied in den Ruhestand angekündigt hatte, diesen aufgrund des überraschenden Todes von Vorstandskollege Frank Dabringhausen aber verschoben hatte, soll nun im Sommer der Wechsel an der Vorstandsspitze erfolgen. Andreas Neumann folgte zum 1. Juli als neuer Vorstandsvorsitzender. Sein Stellvertreter wird Jörn Richling. Vervollständigt wird das Gremium durch das neu bestellte Vorstandsmitglied Marc Gottschlich.

 

Mit „volatile Verhältnissen“ am Geld- und Kapitalmarkt sowie deutlichen Kostensteigerungen musste das Finanzinstitut auch in den vergangenen zwölf Monaten zurechtkommen. Bei einer weiterhin anziehenden Risikolage im Kundenkreditgeschäft wird der Jahresüberschuss trotzdem mit 11 Millionen Euro um rund 200.000 Euro über dem des Vorjahres liegen – und das obwohl vier Jahre der wirtschaftlichen Stagnation mittlerweile Spuren hinterlassen und sich sukzessive in den Mittelstand hineinfressen, so Stockhausen.

 

Die sogenannte Cost-Income-Ratio, eine zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahl der Effizienz eines Kreditinstituts, verschlechterte sich zwar leicht von 52,9 auf 55,8 Cent, die die Volksbank benötigt, um einen Euro zu erlösen. Das sei aber ein weiterhin „richtig guter Wert“. Profiteure sind auch die Mitglieder: Bei der Vertreterversammlung im Juni soll eine erneute Dividendenzahlung von drei Prozent vorgeschlagen werden.

 

Verantwortlich für die guten Zahlen der Volksbank Oberberg seien vor allem die produktiven Mitarbeitenden an den 30 Standorten, spricht Stockhausen in diesem Zusammenhang vom „Herzstück“ des Erfolgs des Finanzinstituts. Im Rahmen der Personalentwicklung habe man im vergangenen Jahr rund 300 Schulungen mit über 3.000 Teilnehmern durchgeführt. Die Gesamtzahl der Beschäftigten und Auszubildenden stieg leicht von 487 im Jahr 2024 auf nun 489. Stolz ist man dabei vor allem auf die Leistungen der Nachwuchskräfte, auf die man bewusst setze. Dass man schon in jungen Jahren Karriere beim Finanzinstitut machen könne, zeigen exemplarisch die Laufbahnen von Tom Schwankbeck und Niklas Witthaut, die kurz nach dem Abschluss ihrer Ausbildung bereits Geschäftsstellenleitungen in Oberwiehl und Brüchermühle übernommen haben.

 

Gesellschaftliches Engagement

 

Auch in 2025 hat die Volksbank Oberberg heimische Vereine und Einrichtungen mit rund 500.000 Euro unterstützt. Und auch jenseits klassischer Bankthemen verstehe sich die Volksbank Oberberg als „verlässlicher Begleiter im Alltag“. Stockhausen verwies hier u.a. auf den gemeinsamen Infoabend „Hurra, wir bekommen ein Baby!“ mit dem Klinikum Oberberg. Auch das Crowdfunding-Projekt „Viele schaffen mehr“ habe seit dem Start 135 Projekte ermöglicht und dabei ein Gesamtvolumen von etwa 810.000 Euro (Co-Finanzierung der Bank: 185.000 Euro) umgesetzt.

 

Dass die Krisen dieser Welt in 2026 abnehmen, kann sich Stockhausen momentan kaum vorstellen. Wünschen würde er es sich, „denn von einem weltweiten Frieden würden wir profitieren“. Unsicherheit werde trotz der sich mehrenden Anzeichen einer vorsichtigen konjunkturellen Stabilisierung ein Grundrauschen in Zeiten eines politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich fordernden Geschäftsjahres bleiben. Derzeit prognostizieren die Analysten ein Bruttoinlandsprodukt von knapp einem Prozent, was gegen große Investitionen in die Produktion spreche, glaubt er.

 

Aus Sicht der Volksbank wird der Arbeitsmarkt grundsätzlich robust bleiben. Die Geld- und Kapitalmärkte erwartet man weiterhin in Bewegung, rechnet aber vorerst weder mit Leitzinssenkungen oder -erhöhungen. Der Markt für Kapitalanleger bleibe attraktiv. Insgesamt müsse sich die Finanzbranche einem weiterhin intensiven Wettbewerb stellen, in dem Regulierung und Digitalisierung den Aufwand erhöhen. Vom versprochenen Bürokratieabbau merke man bislang wenig, so Stockhausen: „Man hat eher den Eindruck, es wird nicht verbraucherfreundlicher, sondern noch komplizierter.“ Die Volksbank Oberberg sieht er trotzdem gerüstet: „Wir blicken auf ein gutes Jahr zurück und unter dem Strich wird die Ertragsseite und Vermögenslage der Bank auch in den nächsten fünf Jahren stabil bleiben.“

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