LOKALMIX
NRW-Geschichte: Von Autobahn bis Ziegelstein
Oberberg – Das „MuseumMobil“ macht derzeit Station auf dem Hausmannsplatz und zeigt ein klein wenig davon, was ab 2030 in Düsseldorf im Haus der Geschichte zu sehen sein wird – Geschichte und Geschichten werden am Sammelsamstag beim Stadtfest gesucht.
Von Leif Schmittgen
Bis 2030 soll in Düsseldorf das Haus der Geschichte für Nordrhein-Westfalen seine Pforten öffnen – dafür muss es mit „Leben“ gefüllt werden. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt macht derzeit ein Team um Dr. Stefanie Johnen mit „GeschichteMobil“ Station, um in einem kompakten Container einen Vorgeschmack zu liefern, was die Besucher in der Landeshauptstadt erwartet. Zu sehen ist unter anderem die Erstausgabe des Kraftwerk-Albums „Autobahn“ oder auch ein Ziegelstein, der aus dem Haus des Solinger Brandanschlags von 1993 stammt.
Der marode Stahlträger einer Brücke findet sich in der kleinen Ausstellung ebenso wie ein Koffer mit dem Aufdruck „Atomkraft - nein danke“ der Proteste in Kalkar 1977. Einen weiteren Teil der Ausstellung nimmt das Thema Flucht, Vertreibung und Ankommen in NRW ein. Die jeweiligen Informationen zu den Stücken können digital auf Bildschirmen abgerufen werden.
Und auch Textilien spielen eine große Rolle. Eine davon hatte Wipperfürths Bürgermeisterin Anne Loth zur gestrigen Eröffnungsfeier gleich mitgebracht. Ein Anzug der sehr geschichtsträchtigen Firma „Müller Wipperfürth“ ergänzt künftig die Ausstellung. Genau datieren konnte Erich Kahl, Vorsitzender des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins, das historische Stück zwar nicht, hatte aber einige Andeutungen der Firma parat, die die Stadt bis in die 1970er Jahre weltweit bekannt gemacht hatte. Bis zu 8.000 Menschen beschäftigte das Unternehmen mit Stammsitz in Wipperfürth in etlichen Ländern. „1964 beschädigte ein Segelflugzeug den Firmenschriftzug des Unternehmens und der Pilot wurde beim Absturz nur leicht verletzt“, erinnerte sich Kahl gestern.
„Wir suchen Gegenstände, die einen Bezug zum Land haben und ihre Geschichten dahinter“, erläuterte Johnen gestern die Intention. Einen Braunkohlebagger bekomme man im Museum zwar nicht unter, sehr wohl aber einen Käfer, der für Baumpilz gesorgt habe. Zwei Mitarbeiter sind täglich am Hausmannsplatz vertreten und informieren interessierte Bürger über das Vorhaben. Kleine Exponate können dort auch gerne am Container abgegeben werden. Zur großen Sammelaktion aber lädt das Team im Rahmen des Stadtfestes zum „Sammelsamstag“ am 19. September von 14 bis 17 Uhr ein. Menschen aus dem gesamten Oberbergischen Kreis sind eingeladen, vorbeizukommen.
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Auch Besucher aus Nachbarkreisen und Städten sind willkommen. „Ihre Mitbringsel werden dann später zur jeweiligen Region passend zugeordnet“, sagte Johnen und freut sich auf die „Zielgruppe“ von Radevormwald bis Morsbach. Der Wipperfürther Stefan Klett ist in seiner Funktion als Landessportbundsvorsitzender auch Mitglied der NRW-Stiftung und hatte dafür gesorgt, dass „MuseumMobil“ in seiner Heimatstadt Station macht.

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