LOKALMIX
Neues Kapitel für die Mühlenstraße
Wiehl - Rund 100 Interessierte bekamen bei Aktionstag Informationen aus erster Hand.
Die historische Mühlenbrücke und das zweite Leben einer alten Treppe haben im Mittelpunkt des Aktionstags auf der Mühlenstraße gestanden. Rund 100 Interessierte erhielten am Samstag Informationen aus erster Hand, teilt die Stadt Wiehl mit. Anlass der Veranstaltung war der bundesweit durchgeführte „Tag der Städtebauförderung“. „Der Name klingt etwas hakelig, aber dahinter steckt was Wunderbares: Denn damit sind Fördermittel verbunden“, sagte Bürgermeister Ulrich Stücker zur Begrüßung. Insgesamt rund 20 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren an finanzieller Förderung durch Bund und Land nach Wiehl geflossen – für Maßnahmen in Wiehl, Bielstein und Drabenderhöhe. „Ohne diese Unterstützung ginge nichts, die Projekte wären für die Stadt allein nicht zu stemmen“, so Stücker.
Sein Dank galt dem Team im Rathaus, das durch qualifiziert formulierte Anträge Förderung erst ermöglicht habe und dem Stadtrat für die gute Zusammenarbeit. Der Bürgermeister wies auf die historische Bedeutung der 1650 erbauten Mühlenbrücke hin, lange Zeit die einzige Möglichkeit, trockenen Fußes die Wiehl zu queren. Tiefbauamtsleiter Pascal Hilgenberg griff den Aspekt auf – im Rahmen von zwei Führungen erläuterte er die Maßnahme an dem alten Bauwerk. „Die Substanz der Brücke war zunächst völlig unklar, Unterlagen zur Statik gab es keine“, berichtete er.
Im Jahr 1980 war die Brücke bereits einmal saniert worden. „Allerdings hat man es damals versäumt, Maßnahmen gegen Staunässe zu ergreifen“, blickte er zurück. Nun wurden ein Gefälle und eine Rinne eingebaut, sodass Feuchtigkeit seitlich abfließen kann. Zudem hat die Brücke im Zuge der Sanierung an Tragfähigkeit gewonnen: Statt fünf Tonnen hält sie nun eine Belastung von 16 Tonnen aus, so die Mitteilung der Stadt. Möglich wurde das durch ein „Bauwerk im Bauwerk“, wie es Pascal Hilgenberg ausdrückte: eine zusätzliche Schicht in Beton.
Zu sehen sein wird davon künftig nichts, die Mühlenbrücke erhält ihr altes Erscheinungsbild zurück – mit einer Ausnahme: „Die Brüstung bekommt in Abstimmung mit dem Denkmalschutz ein Geländer, um eine Höhe von 1,30 Meter zu erreichen“, informierte der Tiefbauamtsleiter. Die vorgeschriebene Ergänzung dient der Sicherheit, auch im Hinblick auf die nahe Kita, heißt es weiter. Für den Bereich an beiden Seiten der Brücke ist zudem eine aufwendige und belastungsfähige Pflasterung vorgesehen. „Davon können täglich nur fünf bis acht Quadratmeter verlegt werden“, ergänzte er.
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Eine Sanierung hat ebenfalls die alte Treppe zwischen Mühlenstraße und Hauptstraße erfahren, mit Treppenstufen aus Naturstein und eingelassenen Sichtkanten. „Das wird alles sehr schön aussehen in diesem Bereich“, so Pascal Hilgenberg, „ich freue mich schon auf das Endergebnis.“ Seinem Lob an die Baufirma schlossen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung mit Applaus an, so die Mitteilung. In den nächsten acht bis zwölf Wochen soll der Abschnitt fertiggestellt sein. Der Abschluss der Arbeiten für die Gesamtmaßnahme ist für November dieses Jahres geplant.
Dann soll auch das Holzschild in frischer Optik wieder an der Brücke angebracht werden. Die Gestaltung dafür hatte vor rund 40 Jahren der Wiehler Dietrich Wirths geliefert. „Die Idee dazu ist damals beim Mühlenstraßenfest entstanden“, erinnerte sich der 90-Jährige, der an der Führung teilnahm. Die Inschrift wird nun ergänzt: Außer dem Baujahr 1650 und dem Renovierungsjahr 1980 soll nun auch das Jahr 2026 darauf verewigt werden.
Neben den Informationen rund um das Projekt gab es bei der dreistündigen Veranstaltung auch Unterhaltung: Das Lindlarer Trio „Black Community“ interpretierte Klassiker aus Rock und Pop. Wer mochte, konnte dazu einen Wein, ein Wasser oder Kaffee trinken und eine Waffel essen – für die Bewirtung sorgte das Team der DLRG Wiehl. Die Einnahmen von 420 Euro stockt die Stadt auf 600 Euro auf. Die Mittel dienen dem Umbau des neuen DLRG-Einsatzfahrzeugs.
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