LOKALMIX

Neuer Betreiber für das Waldhotel gesucht

lw; 24.02.2026, 14:07 Uhr
Fotos: Lars Weber.
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Neuer Betreiber für das Waldhotel gesucht

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lw; 24.02.2026, 14:07 Uhr
Wiehl – Aktuelle Pächterin Fatima Bollow hat ihren Vertrag nicht verlängert – Sie möchte sich beruflich verändern – Stadt ist optimistisch, dass es nahtlos weitergehen wird.

Von Lars Weber

 

Das Waldhotel Tropfsteinhöhle ist seit vielen Jahrzehnten eine gastronomische Institution in Wiehl und darüber hinaus. Schon zwei Jahre, nachdem die Tropfsteinhöhle am 4. August 1927 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde, entstand das erste Gebäude. Der erste Saal, angrenzend an den Altbau, kam Anfang der 50er-Jahre dazu. Der größte Teil des Komplexes, das Hotel mit Schwimmbad, stammt von 1982. Nun hat die jetzige Pächterin Fatima Bollow angekündigt, sich Ende September aus dem Geschäft zurückzuziehen (siehe Kasten). Mit dem Waldhotel soll es aber unbedingt weitergehen und die Perspektiven dafür seien auch gut, wie Bürgermeister Ulrich Stücker und der Beigeordnete Peter Madel heute in einem Pressegespräch informierten. Die Stadt ist Eigentümerin von Hotel und Tropfsteinhöhle. Nun werde ein neuer Betreiber gesucht.

 

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Ohne Frage einen großen Anteil an der Beständigkeit des Hauses hatte Fatima Bollow. 15 Jahre war sie Pächterin, bis zum Tod ihres Mannes Uwe im Jahr 2022 zusammen mit ihm. Im Waldhotel hat sie nahezu ihr gesamtes Berufsleben verbracht – insgesamt 42 Jahre. „Sie hat das Haus maßgeblich geprägt“, sagten Stücker und Madel. Gerade die Zeit nach dem Tod ihres Mannes sei herausfordernd gewesen, der Betrieb des Hotels, der Höhle und des Restaurants mussten weitergehen. Ihr 30-köpfiges Team habe sie hier sehr unterstützt.

 

„Das Hotel kann sich heute über zahlreiche Restaurantgäste, eine gute Hotelbelegung und stabile Umsatzzahlen freuen“, so die Stadt. „Dieser Erfolg ist in hohem Maße dem unermüdlichen Einsatz von Fatima Bollow zu verdanken.“ Die Stadt habe ihr dafür zu danken und wünscht ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.

 

„Keine leichte Entscheidung“
 

Für Fatima Bollow geht eine Ära zu Ende. Mit 16 Jahren habe sie im Waldhotel Tropfsteinhöhle ihre Lehre begonnen. Nun, Bollow ist inzwischen 58 Jahre alt, wird sie den Betrieb verlassen. „Es war keine leichte Entscheidung“, erzählt sie auf OA-Nachfrage. „Ich liebe das Haus, die Menschen, mein Team, die Kundschaft.“ Doch nach dem Tod ihres Mannes sei das Arbeitspensum einfach zu groß geworden. „Ich bin immer die Erste und immer die Letzte im Haus. So kann ich nicht mehr weitermachen.“ Ende September laufe der Pachtvertrag aus. Lange Zeit habe sie über die Entscheidung nachgedacht. Gestern habe sie ihr Team informiert. „So ganz ist das noch nicht greifbar für mich, aber ich fühle mich gut mit der Entscheidung.“ Sie wolle gerne in Wiehl bleiben, konkrete Pläne habe sie aber noch nicht. Sie hofft nun auf einen Nachfolger, der das Team übernimmt und die Wiehler im Waldhotel und im Restaurant weiter eine Anlaufstelle haben. „Das ist mein größter Wunsch.“

 

Mit der frühen Information über die Entwicklung möchte die Stadt Transparenz schaffen und auch das klare Signal an Personal und Wiehler senden: Es soll möglichst nahtlos weitergehen am Pfaffenberg. „Die Suche beginnt jetzt“, sagte Madel. Das Haus sei gut aufgestellt. Gerade die Kombination mit der angeschlossenen Tropfsteinhöhle und mit dem benachbarten Wildpark sei nach wie vor attraktiv und zeige ein großes Potenzial. Dies meint auch der Düsseldorfer Fachberater Gerhard Kühnel, den die Stadt auf Empfehlung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga mit ins Boot geholt hat. Kühnel zeige sich laut Stücker aufgrund des attraktiven Umfelds optimistisch, einen neuen Pächter oder eine neue Pächterin zu finden.

 

[Die Tropfsteinhöhle gehört zum Gesamtpaket dazu.]

 

Auch baulich sei das Gebäude in einem guten Zustand, so hätten die Bollows sämtliche 30 Zimmer renoviert. „Sie sind auf dem neuesten Stand“, sagte Madel. Zu dem Komplex gehört weiter eine Sauna, zwei Kegelbahnen und auch ein Schwimmbad, das aktuell aber nicht in Betrieb sei.

 

Ob auch ein Verkauf des Hotels samt Restaurant infrage komme, soweit wollten sich Stücker und Madel nicht aus dem Fenster lehnen. Dies sei auch eine politische Entscheidung. Erster Schritt sei nun zunächst, Interessenten zu finden und mit ihnen ins Gespräch zu gehen.

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