LOKALMIX
Kitze: Hunde immer an der Leine führen
Wiehl - In jüngster Zeit fielen zwei junge Rehe Hundeattacken zum Opfer - Jagdpächter ist sauer.
Von Leif Schmittgen
Christoph Penz ist sauer: In seinem Jagdrevier in Wiehl-Damte wurde bereits zum zweiten Mal binnen weniger Wochen ein Rehkitz von einem Hund gerissen. Eine Spaziergängerin hatte das schwer verletzte Jungtier am Waldrand bei Bielstein gefunden und sofort die Jägerschaft alarmiert. Ein Aufseher musste das Reh schließlich von seinem Leid erlösen. Der Hundebesitzer hatte sich offensichtlich aus dem Staub gemacht und das gerissene Tier einfach seinem Schicksal überlassen. „Das ist moralisch nicht vertretbar und einfach nur grausam“, so die Meinung des Jägers.
Auch wenn Hundebesitzern Schadensersatzforderungen oder eine Ordnungswidrigkeitsanzeige drohen, sollen Haustierhalter trotzdem sofort aktiv werden, so wie im ersten Fall, als der Hundehalter sich unverzüglich bei der Jägerschaft bzw. Leitstelle (Tel.: 112) gemeldet hatte. Um solche Fälle von vornherein zu vermeiden, appelliert Penz an Spaziergänger, dass sie ihre Vierbeiner grundsätzlich an der Leine führen. Außerdem bittet er darum, immer auf den Wegen zu bleiben. „Im schlimmsten Fall kann Vorsatz unterstellt werden und es liegt dann sogar eine Straftat vor“, warnt Penz. Der Jagdtrieb der Haustiere ist Auslöser der Beißattacken. Leichte Beute werden die Kitze auch deswegen, weil sie noch keinen Fluchtinstinkt besitzen.
Das Wild habe aufgrund der Baumrodungen in der jüngsten Vergangenheit immer weniger Rückzugsraum. Die Rehe legen ihre Kitze oftmals in geschützten Bereichen - wie hochgewachsener Vegetation - ab. Und diese liegen oftmals an durch „Gassigeher“ stark frequentierten Wegen wie im jüngsten Fall. Nicht nur im Mai oder Juni kommt der Nachwuchs zur Welt. Je nach Witterung sind die Tiere in der Lage, die Trächtigkeit bis in den Juli hinauszögern.