LOKALMIX

Kiri-Baum als Klima-Retter

krj; 22.06.2023, 11:35 Uhr
Fotos: Kathrin Roloff-Jamin/ZebiO (Text 3 und 4).
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Kiri-Baum als Klima-Retter

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krj; 22.06.2023, 11:35 Uhr
Gummersbach - Gestern fand im GTC der Klimabaumtag statt - Eine Pflanze aus Fernost stand dabei im Mittelpunkt.

Von Kathrin Roloff-Jamin

 

Wie Bäume positiv auf den Klimawandel Einfluss nehmen können, darüber informierte gestern der Verein ZebiO (Zentrum für Bioenergie) im Gründer- und Technologiezentrum in Gummersbach-Windhagen. „Der Klimabaumtag richtete sich vor allem an Waldbesitzende, Unternehmen, Kommunen und Institutionen, die ihre freien Außen-Flächen nutzbar machen möchten“, sagte die Geschäftsführerin des Gründer- und Technologiezentrums  (GTC) Susanne Roll.

 

Die Geheimwaffe gegen den wachsenden Klimawandel könnte Paulownia, auch Kiri-Baum genannt, heißen. Er wächst von allen Baumarten am schnellsten und ist bereits nach zehn Jahren erntefähig. Nachdem er abgeschnitten wurde, treibt er wieder aus. „Das bedeutet, wir haben hier innerhalb der nächsten zehn Jahre dieses Holz auch in der Region verfügbar. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten.“ so Roll. Der Baum könnte direkt in die Forstwege gepflanzt werden. Der Boden wird über die Wurzeln verdichtet und ist so stabilisiert und besser befahrbar. Er könne aber auch als Vorwald dienen, um junge und anspruchsvolle Baumarten zu schützen. Der Kiri-Baum würde sich auch auf ungenutzten Flächen wohl fühlen. Die Blüten bieten Insekten Nahrung, die Bäume speichern CO2 und aus den Stämmen wird Holz gewonnen. Hier sind vor allem Unternehmen angesprochen, die Erweiterungsflächen vorhalten, die in den nächsten Jahren nicht gebraucht werden.

 

[V. l. n. r.: Susanne Roll (GF CTC Gummersbach), Michael Hund (Kölner Forstverwaltung), ‚Peter Diessenbacher (WeGrow), Robin Palm (Kiritec),  Stefan Scharfe (MIYA), Norbert Tennhoff (Landesbetrieb Wald und Holz.NRW).]

 

Es gibt aber auch Mini-Waldökosysteme, so genannte Tiny Forests. Sie werden zur Verbesserung des Klimas und zum Erhalt der Artenvielfalt angelegt. Hierfür eignen sich Wiesen, Böschungen und Ausgleichsflächen ab 100 Quadratmeter. „Die Kiri-Baum Stecklinge werden im Labor gezüchtet, um sie dann aussetzfähig zu machen“, erklärte Peter Diessenbacher von „WeGrow“ aus Tönisvorst. Er ist einer der Gründer der Unternehmensgruppe, die sich schon während des Studiums mit dieser Baumart beschäftigt haben. Inzwischen vertreiben sie in 37 Ländern Jungpflanzen, bewirtschaften 500 Hektar Anbauflächen und vermarkten das Schnittholz des Kiri-Baums.

 

[Fotos der Exkursion in Gummersbach-Bernberg.]

 

Auf dem Programm des Klimabaumtages standen aber nicht nur Vorträge zum Anbau und Pflege der Paulownia auf verschiedenen Böden, sondern es gab auch eine Exkursion in den Wald nach Gummersbach-Bernberg. Der Kiri-Baum wurde dort erfolgreich in den Forstweg und auch als Vorwald angebaut. Eine begleitende Ausstellung zeigt noch bis 7. Juli, wie vielseitig das Holz ist. Sogar eine Sauna wurde daraus gebaut. „Das Kiribaum-Holz lässt sich gut verarbeiten und ist dauerhafter als Nadelholz“, meinte Diessenbacher. Studenten der TH Köln schauten sich zum Ausklang einige Tiny Forest Versuchsflächen an und informierten sich über dessen Methode. Gefördert wurde der Klimabaumtag vom Landesbetrieb Wald und Holz.NRW. Für die Besucher war die Teilnahme kostenfrei. 

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