LOKALMIX

Innovativ: Jennifer Ebbinghaus veröffentlicht veganes Buch

ks; 14.03.2026, 06:00 Uhr
Foto: Jennifer Ebbinghaus --- Mit „Soul – Die Bürde des Blutmondes“ bringt Jennifer Ebbinghaus ihr achtes Buch heraus.
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Innovativ: Jennifer Ebbinghaus veröffentlicht veganes Buch

ks; 14.03.2026, 06:00 Uhr
Wipperfürth – Zur Leipziger Buchmesse erscheint mit „Soul – Die Bürde des Blutmondes“ ein Romantasy-Roman – Das Buch wurde vom Druck bis zur Bindung vollständig vegan produziert.

In einer Woche findet mit der Leipziger Buchmesse wieder eine der größten deutschen Messen statt – und mit dabei wird eine Wipperfürtherin sein. Mit „Soul – Die Bürde des Blutmondes“ veröffentlicht Jennifer Ebbinghaus am 28. April einen Fantasyroman, der bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin exklusiv auf der Leipziger Buchmesse erhältlich sein wird. „Gemeinsam mit meiner unabhängigen Autorinnenmarke Eda werde ich das Buch auf einem 32 Quadratmeter großen Messestand präsentieren“, freut sich die 35-Jährige. Jennifer Ebbinghaus veröffentlicht seit fünf Jahren im Selfpublishing und hat bereits sieben Bücher publiziert. „Soul“ ist ihr achtes Werk – und in gewisser Weise ein ganz besonderes, denn das Buch wurde vollständig vegan produziert.

 

Der Anstoß dazu, ein veganes Buch zu produzieren, sei aus ihrer Leserschaft gekommen. „Ich habe ein Video gepostet, in dem ich erzählt habe, dass es eine vegane Thematik in ‚Soul‘ geben wird“, schreibt Ebbinghaus auf Nachfrage von OA. Daraufhin sei sie von einer Leserin gefragt worden, ob das Buch denn auch vegan produziert werden würde. „Hier kam der Stein ins Rollen. Mir war bis dato gar nicht bewusst, dass die Bücher, die ich bisher habe produzieren lassen oder selbst gelesen habe, nicht einmal vegetarisch sind“, erklärt sie. Ebbinghaus ging in die Recherche und stellte schnell fest, dass das alles andere als die Regel ist. „Aber es geht. Und dann war schnell klar: Wenn ich das möglich machen kann, will ich es tun. Irgendjemand muss den Anfang machen und ich bin gern bereit, dieses Experiment zu wagen.“

 

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Die Wipperfürtherin geht davon aus, dass vermutlich jedes Buch, das nicht explizit als vegan ausgewiesen wird, nicht vegan ist. „Es gibt sogar vegane Kochbücher, die nicht vegan gedruckt werden“, meint sie. Das liege unter anderem daran, dass die meisten Druckfarben nicht vegan sind. „Es war sogar schwer, eine Druckerei zu finden, die meine Postkarten zu Werbezwecken vegan drucken konnte. Die großen Anbieter auf dem Markt können das tatsächlich nicht – denn die Farbe Rot wird beispielsweise meist aus Läusen gewonnen, die extra dafür gezüchtet werden, um als Farbe zu enden.“ Darüber hinaus scheitere es häufig auch am Papier. In vielen Papiersorten werde Knochenleim oder Hautleim verwendet, zum Beispiel bei der Herstellung von Graupappe – und die werde laut Ebbinghaus „in den meisten Hardcover-Ausgaben verarbeitet“.

 

Viele Menschen ernähren sich vegan, verzichten auf tierische Produkte oder achten bewusst auf Nachhaltigkeit. „Doch bei Büchern ist den Lesenden selten bewusst, wie diese produziert werden. Mit ‚Soul‘ möchte ich darauf aufmerksam machen, was sich hinter den Buchseiten verbirgt und zeigen, dass es auch anders geht“, sagt Jennifer Ebbinghaus. Ein offizielles Register für vegane Bücher – gerade in der Belletristik – gebe es bislang nicht. „Aber am Ende sind die Möglichkeiten begrenzt und wer sich bewusst für den Umweg entscheidet, wirbt auch damit, dass er es tut.“ Dazu gehören auch einige Kinderbuchverlage, die ausschließlich vegan produzieren. „In meinem Romantasy-Bereich und auch generell in der Junge-Erwachsenen-Belletristik konnte ich niemand anderen finden, der oder die es tut“, so die Wipperfürtherin. „Ich hoffe, dass sich das bald ändern wird.“

 

Bei „Soul – Die Bürde des Blutmondes“ handelt es sich um einen Romantasy-Roman, sagt die 35-Jährige. „Ich finde, Fantasy hat die Macht, gesellschaftliche Themen aus einer vollkommen anderen Perspektive zu erzählen. Wir können unsere eigene Welt hinter uns lassen und gesellschaftliche Konflikte in einem anderen Kontext, losgelöst von unserem Umfeld, vielleicht sogar klarer sehen“, findet Ebbinghaus. Zu Beginn habe sie großen Respekt davor gehabt, Veganismus in das Buch einzubinden: „Da die Thematik bei vielen Menschen aneckt und schnell eine Art von erhobenem Finger oder unterschwelliger Kritik mit sich bringt.“ Die vegane Thematik habe sich aber klar in die beiden verfeindeten Völker eingewoben, über die Ebbinghaus in „Soul“ schreiben wollte: „Denn sie leben nicht nur in der Natur, sondern das Freie Volk mit ihr und das Rote Volk von ihr. Da stellt sich schnell die Frage, wo das Gleichgewicht liegt, und was passiert, wenn man eine Grenze überschreitet; was das in der eigenen Seele auslöst.“

 

„Soul – Die Bürde des Blutmondes“

 

In einer Welt, in der das Gestaltwandeln über die Zukunft ihres Volkes entscheidet, eint die Mondgeborene Ramira und ihren besten Freund Leif dasselbe Schicksal: Sie sind in ihrer Gestalt gefangen. Seit Jahrzehnten fordert der Blutkönig im Roten Reich unzählige Opfer für die Privilegien der Starken und nichts scheint seinen Durst nach mehr zu stillen. Jene Grausamkeit raubte Leif bereits seine Familie. Als letzter sonnengeborener Wolf setzt er nach dem Verlust alles daran, seiner menschlichen Gestalt zu entkommen – bis auch Ramira und das Freie Volk in Gefahr geraten. Plötzlich muss er entscheiden, ob er sich alles nehmen lässt oder für seine beste Freundin vom Fliehenden zum Jäger wird.

 

„Soul“ wird bei Vegabook produziert, einer Marke der Buchbinderei Spinner, die sich auf vegane Buchproduktion spezialisiert hat. Der Romantasy-Roman richtet sich an Leserinnen und Leser ab 14 Jahren. „Soul – Die Bürde des Blutmondes“ umfasst 396 Seiten und wird für 22 Euro erhältlich sein (ISBN: 978-3689370428).

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