LOKALMIX

„In einem Jahr kann Luca gesund sein“

ls; 25.09.2025, 06:00 Uhr
Fotos: Marcus Esleben --- Doppeltes Glück für die Eslebens: Am Tag der Einschulung von Lucas Schwester Lina erfuhr die Familie, dass ein passender Stammzellenspender gefunden wurde.
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„In einem Jahr kann Luca gesund sein“

ls; 25.09.2025, 06:00 Uhr
Wipperfürth – Am 7. Oktober bekommt der an MDS erkrankte Junge die lang ersehnte Knochenmarksspende – Für ihn startet nun ein Behandlungsmarathon – OA hat mit der Familie Esleben gesprochen.

Von Leif Schmittgen

 

Der vierjährige Luca aus Wipperfürth leidet an der seltenen Knochenmarkserkrankung MDS, die bei ihm am 26. April diagnostiziert wurde. Die Suche nach einem passenden Spender folgte prompt bei mehreren Typisierungsaktionen. Ende August dann die erlösende Nachricht für die Familie Esleben: Ein genetischer Zwilling für den Jungen war gefunden. OA hat nun bei den Eltern nachgehört.

 

„Das war der Wahnsinn am Tag der Einschulung von Lucas Schwester Lina“, erinnert sich Vater Marcus. Am 1. Oktober startet der Heilungsmarathon für den kleinen Jungen in der Essener Uniklinik, ihm geht es zurzeit den Umständen entsprechend gut. Dann beginnt die siebentägige Chemotherapie, bei der Lucas Immunsystem de facto auf null gesetzt wird, um es - beginnend mit der Knochenmarksspende am 7. Oktober - langsam wieder aufzubauen. Nach der mehrstündigen Transplantation, die der Junge über einen sogenannten Hickman-Katheter – ein dünner Silikonschlauch, der als Langzeit-Zugang zum Blutkreislauf dient – erhält, geschieht der Aufbau des Immunsystems. Das Prozedere gleiche dem einer Bluttransfusion.

 

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„Anschließend bleibt Luca für acht Wochen isoliert“, berichtet Marcus, der sich mit Ehefrau Jasmin im Wochenrhythmus bei der Betreuung des Filius abwechseln wird. „Wir tragen während der gesamten Zeit OP-Kleidung und FFP2-Masken, um jede Infektionsmöglichkeit auszuschließen“, so Marcus. Ist die Isolierung überstanden, muss der Junge mehrmals wöchentlich in der Essener Spezialklinik vorstellig werden, um weitere Transfusionen zu erhalten. „In einem Jahr kann Luca gesund sein“, so der Vater.

 

Die Eltern freuen sich, dass in relativ kurzer Zeit ein Spender gefunden wurde. Dieser bleibt zunächst anonym: „Am Tag des Eingriffs erfahren wir das Alter und Geschlecht“, berichtet Marcus. Frühestens nach zwei Jahren ist eventuell eine persönliche Kontaktaufnahme möglich, die Richtlinien dafür sind von Land zu Land unterschiedlich. Durch die Geheimhaltung soll Missbrauch vermieden werden, zum Beispiel um finanzielle Forderungen für erneute Knochenmarksspenden zu verhindern, weiß der Vater. Er selbst hatte vor 13 Jahren durch eine Spende ein Leben gerettet und steht seit Fristablauf mit dem Empfänger in Kontakt.

 

 

Die Eslebens sind immer noch überwältigt von der riesigen Welle der Hilfsbereitschaft, die die Familie nach der Diagnose erhalten hat. Neben zahlreich organisierten Typisierungsaktionen gab es auch finanzielle Unterstützung für die zeit- und kostenintensive Behandlung von Luca. Die umliegenden Fußballklubs VfR Wipperfürth, DJK Wipperfeld und SC Radevormwald starteten unterschiedliche Aktionen. Es gab Aktionstage, Tombolas oder Eintrittsgelder wurden gespendet.

 

Unterstützungsaufrufe von Nachbarn und Freunden wurden initiiert und der Arbeitgeber von Jasmin, HEW-Kabel. „Meine Kollegen haben Urlaubstage gespendet, die ich nun einlösen kann, um Luca zu begleiten“, schwärmt die Mutter. So wird zunächst eine Krankschreibung verhindert. Nun hofft die Familie auf einen reibungslosen Eingriff und die schnelle Genesung von Luca, um dann hoffentlich wieder in die Normalität zurückkehren zu können.

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