LOKALMIX
Gute Laune und Feierliches beim „Traditionellen Stadtgeburtstag“
Bergneustadt – Mit einem fünftägigen Fest feiert Bergneustadt den 725. Stadtgeburtstag – Zum Auftakt verlieh Bürgermeister Matthias Thul die diesjährigen Stadtdukaten an zwei besondere Personen.
Von Vera Marzinski
In diesen Tagen wird der 725. Geburtstag der Stadt Bergneustadt groß gefeiert. Beim gestrigen Auftakt im Festzelt kündigte Bürgermeister Matthias Thul einen bunten Mix an Veranstaltungen an: ein Kinderprogramm im Talpark, den Mittelaltermarkt in der Altstadt, das Femegericht, die kulinarische Meile auf dem Rathausplatz mit vielfältigem Bühnenprogramm, die Neustadtmeile, die „Lange Frühstückstafel“, die – Stand heute – witterungsbedingt von der B55 ins Festzelt verlegt wird, vielen Kunstausstellungen sowie der historischen Ausstellung und Vorträgen im Krawinkelsaal – und ein Festprogramm mit großer Party, einem festlichen Ballabend für alle Bürger, eine Rave-Party am Freitag und auch am Wochenende viel Musik im großen Festzelt.
[Beim Auftritt als Duo des Brunnengespräches ahnten sie noch nichts von der hohen Auszeichnung – eine Würdigung und Anerkennung ihres langjährigen leidenschaftlichen Beitrags zur Bereicherung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in ihrer Heimatstadt.]
„Wir haben sehr viele Menschen im Einsatz, um diesen Geburtstag zu etwas Besonderem zu machen!“, so Thul. Zu etwas Besonderem machen auch „Jettchen und Minchen“ die Stadt. Die beiden „Brunnenfrauen“ waren extra vom Losemundbrunnen gesprungen, um den Gästen im Zelt etwas zu erzählen, verkündeten sie zu ihrem Auftritt. Danach sollten zwei weiteren Stadtdukaten verliehen werden – damit wurde das Quartett komplett, zwei waren bereits beim Feuerwehrgeburtstag verliehen worden. Dass sie aber selbst diese Auszeichnung erhalten sollten, damit hatten Helga Sterling-Schmuck und Antje Schnellenbach überhaupt nicht gerechnet. „Minchen und Jetchen, Helga und Antje – da kommt man nicht dran vorbei“, so der Bürgermeister.
Thul sprach über den „Elf Uhr Treff“ mit gutem Essen und guter Laune. Jedes Jahr beim Nikolaus Markt würden sie zu Miraculix und in einem großen Trog einen roten Zaubertrank brauen. „Sie sorgen auf die eine oder andere Weise für pures Glück“, und dazu zählten laut Bürgermeister nicht nur das Brunnengespräch – im Bergneustädter Volksmund auch „Brunnenjespröök“ – sondern auch viele unzählige Stunden, die sie mit den Landsknechten unterwegs sind, sowie bei Schützenfesten und auch der Stephinchen-Sitzung vertreten sind. „Sogar einen Bürgermeisterinnen-Kurs haben sie gemacht“, so Thul – sind aber dann doch nicht gegen ihn angetreten. Doch den Rathaus-Sturm an Weiberfastnacht lassen sie sich nicht nehmen. Seit einigen Jahren haben sie noch einen draufgesetzt: Sie sind Ehrenstandesbeamtinnen mit fast 50 Voranmeldungen für dieses Jahr. Mit heimischer Mundart, ihrem Blick auf lokale Themen und Humor, mit Herzlichkeit und kluger Kritik bringen sie Glück, gute Laune und Lachen, betonte Thul.
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[Zum Städtegeburtstag begrüßte Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul und Utz Walter, Vorsitzender des Heimatvereins, betonte: „Die Zukunft wird so sein, wie Du sie mitgestaltest.“]
„Gute Laune“ brachten auch die Kindergärten der Stadtteile ins Zelt. Ebenso die Tanzgruppen aus der Belmicke – in blau, grün und rot. Akrobatisches bot Maximilian Schneider mitten im Zelt am Trapez. Mit „altersgerechte Fürsorge für den Heimatverein-Vorsitzenden“ kam Utz Walter, Vorsitzender des Heimatvereins, per Fahrradlastkarren ins Zelt. „25 Jahre sind seit dem letzten großen Stadtgeburtstag vergangen – welch Gnade seit 80 Jahren in Frieden zu leben“, betonte er. Auch das Heimatmuseum könne feiern – es bestehe seit 42 Jahren. Wichtig sei der Zusammenhalt in einer Gesellschaft – und der entstehe durch kulturelle wertgebundene Grundüberzeugungen.
Soziale Energie sei die unsichtbare Kraft, die das Zusammenleben trage und so unterstrich er dies mit: „Die Zukunft wird so sein, wie Du sie mitgestaltest! Sie bleibt ein leeres Blatt, wenn Du nicht mitmachst! Und gefragt sind Pfadfinder, nicht Hürdensucher“. Zuvor hatte Bürgermeister Thul betont: „Und wenn ich das Engagement unserer Vereine, der Kirchen, der Feuerwehr, schlichtweg unserer Stadtgesellschaft sehe, erfüllt mich das mit einem ganz besonderen Stolz! Dieses Fest zeigt einmal mehr, dass wir zusammenstehen, über kulturelle, religiöse und alle anderen Grenzen hinweg. Dieser Zusammenhalt, dieses Engagement, die Tatkraft und der Fleiß … das ist Teil unserer DNA und DAS macht uns aus!“.
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[Akrobatische Vorführung von Maximilian Schneider vom Zirkus Orlando und die Auftritte der Belmicker Tanzgruppen waren beeindruckend und lockerten das Programm zum „Traditionellen Stadtgeburtstag“ auf.]
Natürlich gab es auch einen kurzen Rückblick in die Geschichte der Stadt, die nunmehr 725 Jahre alt und die zweitälteste im Oberbergischen ist. „In Bergneustadt gab es kluge Stadtoberhäupter, die Marktrechte, Braurechte und auch eine eigene Gerichtsbarkeit an Land gezogen haben“, so Thul. Auch Dr. Max Krawinkel betonte, dass 1678 – bis dahin geht der Nachweis auf die Firma Krawinkel zurück – Bergneustadt schon damals von Zuwanderungen profitierte. „Stadtplanung funktionierte damals schon gut – oben die gemütliche Altstadt, unten im Tal die Industrie.“ Auch nach dem Niedergang der Textilindustrie habe Bergneustad aber den Faden nicht verloren. Der rote Faden, wie auf der Spindel an einem der Kreisel in Bergneustadt, zieht sich auch durch die Festtage zum Stadtgeburtstag.
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[Die Bergneustädter Kindergärten marschierten zu Beginn ein und sangen mit viel Einsatz das „Gute Laune“-Lied der GroßstadtEngel.]
Allen Grund zu feiern haben die Bergneustädter und das wird ausgiebig zelebriert. Zur feierlichen Eröffnung mit Reden, Vorführungen und – Musik. Mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr und anschließend zur Party mit der „Soulband“ und DJ Frank. Am Donnerstag finden sich alle Neustädte zum Empfang ein, aber am Eröffnungsabend hatte der Bürgermeister Petr Černica aus der tschechischen Stadt Neustadt an der Tafelfichte eine besondere Überraschung für den oberbergischen Bergneustadt-Bürgermeister dabei: selbstgeräuchertes Fleisch. Auch für alle Gäste ist in den nächsten Tagen für das leibliche Wohl gesorgt, wie beispielsweise mit der Kulinarischen Meile auf dem Rathausplatz.
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