LOKALMIX

Große Solidarität mit Shayon

ls; 21.10.2021, 16:50 Uhr
Fotos: Leif Schmittgen --- Anne Versaevel-Keller (li.) hatte zur Mahnwache eingeladen.
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Große Solidarität mit Shayon

ls; 21.10.2021, 16:50 Uhr
Nümbrecht – Etwa 100 Bürger beteiligten sich gestern an einer Mahnwache für den abgeschobenen Jugendfußballer und seine Familie – SSV Homburg-Nümbrecht hat Anwältin eigeschaltet.

Von Leif Schmittgen


Öffentlich Stellung bezogen gegen die Abschiebung von dem achtjährigen Shayon und seiner Familie hatte der SSV Homburg-Nümbrecht in den vergangenen Wochen (OA berichtete). Flagge zeigen wollte man auch bei der Oberbergischen Vertretung von „terre des hommes“, bei der man sich generell für die Rechte von Kindern einsetzt. „Wir möchten uns mit der Familie solidarisieren und gleichzeitig auf Missstände bei Kinderrechten aufmerksam machen“, sagte Sprecherin Anne Versaevel-Keller. Sie hatte zu einer Mahnwache auf dem Nümbrechter Dorfplatz aufgerufen, etwa 100 Bürger waren gestern der Einladung gefolgt.

 

 

In großen Lettern stand unter anderem geschrieben: „Solidarität mit Shayon“ und „Abschieben ist echt gemein“. SSV-Jugendleiter Rainer Förster berichtete vor Ort, dass der Verein eine Rechtsanwältin mit dem Fall betraut habe und auch eine nötige Vollmacht der Mutter inzwischen vorliege. Die Hoffnung: Möglicherweise kann die Rechtmäßigkeit der Abschiebung noch einmal überprüft werden. Akteneinsicht bei der Ausländerbehörde und weiteren beteiligten Institutionen soll nun erfolgen.

 

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Zuvor hatten neben Versaevel-Keller einige Redner nicht nur die juristische Lage angezweifelt, sondern haderten vor allem mit der aus ihrer Sicht unmenschlichen Art, wie die Familie nachts aus ihrem Bett geholt und schließlich abgeschoben wurde. „Hier wurde eine voll integrierte Familie mitten aus dem Leben gerissen. Der Rechtsstaat schlug mit voller Härte zu“, sagte Peter Hahnen (Foto), der sich  - wie die weiteren Beteiligten auch - für eine Änderung des Asylrechts aussprach: „Die Menschlichkeit bleibt einfach auf der Strecke“, ergänzte er. Unterstützung gab es auch von Vertretern des Vereins „Oberberg ist bunt, nicht braun“ und von Mitspielern des Jugendfußballers.