LOKALMIX
„Gemeinschaft entsteht da, wo Menschen aufeinander zugehen“
Oberberg - Der autofreie Sonntag in Waldbröl und Nümbrecht erfreute sich regen Zuspruchs bei den Oberbergern, die auf dem Erlebnisparcours Bewegung, Begegnung und Genuss suchten und fanden.
Von Astrid Deckers
Bereits seit 22 Jahren bieten Nümbrecht und Waldbröl allen Zweiradfahrern, aber auch Walkern und Inlineskatern einen Rundkurs am autofreien Sonntag an, bei dem sie „die Freiheit, die frische Luft und die sanft hügelige Landschaft des Bergischen Landes in ihrer schönsten Form“ erleben können. Laut Martin Finke von „Wir für Waldbröl“ sind seit einigen Jahren mehrheitlich E-Bike-Fahrer am Start, während die klassischen Fahrradfahrer eher die Minderheit bilden würden. Der 16 Kilometer lange Rundweg führt durch die Waldbröler Ortschaften Hahn, Happach und Hoff. Im Gemeindegebiet Nümbrecht werden das Zentrum sowie Drinsahl und Hömel passiert. Vier Verpflegungsstationen laden zum Verweilen, Austausch und Erholen ein.
[Larissa Weber und Nele Glodowski eröffneten den Rundkurs.]
Gestartet wurde in diesem Jahr in Waldbröl-Bohlenhagen. Hier hatte die Dorfgemeinschaft seit einer Woche aufgebaut, um alles für den großen Tag vorzubereiten. Dabei wurden alle 120 Dorfgemeinschaftsmitglieder im Alter von 3 bis 95 Jahren einbezogen. „Während die einen Stände aufbauten und den Dorfplatz in Schuss brachten, haben die anderen Kuchen gebacken und Waffelteig vorbereitet“, so Dorfgemeinschaftsmitglied Bart Mathyssen.
Dieses ehrenamtliche Engagement aller am Rundweg beteiligten Dorfgemeinschaften würdigte auch Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber explizit in ihren Eröffnungsworten. Gleichzeitig betonte sie die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nümbrecht und die offensichtliche Freude aller Teilnehmer beim Absolvieren des Rundwegs. Mit den Worten „Gemeinschaft entsteht da, wo Menschen aufeinander zugehen“ beendete sie ihre Ausführungen und übergab das Wort an Nele Glodowski von der Gemeinde Nümbrecht. Sie dankte allen Unterstützern wie dem THW und dem DRK, ohne die eine solche Großveranstaltung nicht umsetzbar sei und den Sponsoren, welche die Gewinne für das erfolgreiche Anfahren aller Stationen wie beispielsweise kulturelle Erlebnisse, kulinarische Highlights und entspannte Auszeiten im Bergischen Land erst ermöglicht hätten.
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[Eine an allen Stationen abgestempelte Karte war Voraussetzung für die Teilnahme an der Gewinnverlosung und auch bei kleinen Pannen gab es kompetente Hilfe.]
Ulrike und Andreas Hombach aus Waldbröl-Niederhausen sind von Beginn an beim autofreien Sonntag dabei. In diesem Jahr fuhr Andreas erstmalig mit einem Trike (Liegerad) und hatte sichtlich Spaß dabei. Bevor beide sich auf den Weg machten, besuchten sie noch den Fahrradgottesdienst, den in diesem Jahr Pfarrer Thomas Seibel von der evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl abhielt. Mit der Kirchenmusikerin Jutta Windgassen (Akkordeon und E-Piano) und dem Akkordeonspieler Martin Schulte hatte er für eine outdoortaugliche und innovative musikalische Untermalung des Gottesdienstes gesorgt.
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[Jutta Windgassen und Pfarrer Thomas Seibel freuten sich über gut gefüllte Ränge beim Fahrradgottesdienst.]
Für den Fall, dass das Rad mal streikte, hatte „Zweiradmeister“ aus Waldbröl eine Servicestation in Bohlenhagen aufgebaut. Fabio, Tommy und Leo hatten durchweg gut zu tun. Als häufigste Serviceleistung nannten alle drei „zu wenig Luft in den Reifen, dicht gefolgt von verschlissenen Bremsklötzen und einer nicht richtig funktionierenden Schaltung“. Ein anderes Problem hatte Oliver, der mit seinem 13-jährigen Chihuahua-Opa Emil im Fahrradkorb sitzend die Tour antrat. Sein Pedal knirschte und sofort checkten die drei Profis das Rad, inklusive Probefahrt. Am Ende gab es grünes Licht für die Teilnahme, keine Sicherheitsbedenken, nur die Kette muss womöglich ausgetauscht werden. Einen Kettentausch könne man jedoch vor Ort nicht vornehmen. Von ein wenig Knirschen ließen sich weder Oliver noch Emil den Spaß verderben und fuhren nunmehr sicher und freudestrahlend los. Ebenso wie die tausend anderen Teilnehmer, die in jedem Jahr durchschnittlich, laut Martin Finke, an den Start gehen.

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