LOKALMIX
Gemeinsam für mehr Sicherheit
Gummersbach – Landrat Klaus Grootens und Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit haben heute vor der Stadtwache auf dem Steinmüllergelände eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet – Engere Zusammenarbeit von Stadt und Polizei.
Der Oberbergische Kreis ist der sicherste Landkreis in ganz Nordrhein-Westfalen – und das zum dritten Mal in Folge. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die die Polizei im vergangenen März vorgestellt hat (OA berichtete). Doch um das persönliche Sicherheitsgefühl der Menschen steht es oft ganz anders – so zum Beispiel, wenn man sich im Bereich des Gummersbacher Bahnhofs und Busbahnhofs aufhält oder im Dunkeln alleine nach Hause geht. Das weiß auch Landrat Klaus Grootens: „Die objektive Sicherheit ist hier auf einem hohen Niveau, aber die Wahrnehmungen und Gefühle der Menschen sagen etwas anderes. Wie leben gefühlt in unsichereren Zeiten, als das noch vor einigen Jahren der Fall war.“
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[Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (l.) und Landrat Klaus Grootens bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung.]
Klaus Grootens war heute zusammen mit Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit und vielen weiteren Akteuren der Kreispolizeibehörde des Oberbergischen Kreises sowie des Ordnungsamtes der Stadt Gummersbach an der Stadtwache auf dem Steinmüllergelände. Dort haben die beiden eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Zusammenarbeit der beiden Partner im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung soll weiter ausgebaut werden. Damit soll die Sicherheit in der Stadt weiter gestärkt und den Bürgerinnen und Bürgern ein noch besserer Service angeboten werden.
Ob gemeinsame Streifengänge, abgestimmte Einsätze bei Großveranstaltungen oder auch ein enger Austausch der beteiligten Mitarbeitenden: all das gehört inzwischen zum festen Bestandteil der Ordnungspartnerschaft. Künftig soll die Stadtwache auf dem Steinmüllergelände noch stärker zu einer gemeinsamen Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger werden. Zu festen Sprechzeiten – dienstags und donnerstags von 11 bis 13 Uhr – stehen dort sowohl Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes als auch Bezirksdienstbeamte der Polizei für Fragen, Anliegen und Beratungen zur Verfügung.
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[Oliver Orth (l.), Madlen Mertens und K. Bachmann vom Kommunalen Ordnungsdienst (oben) mit weiteren Mitarbeitern (unten).]
Ziel sei, den Menschen kurze Wege zu bieten und die Zusammenarbeit der beiden Behörden dort sichtbar zu machen, wo viele Bürgerinnen und Bürger unterwegs sind. Gleichzeitig sollen Informationen schneller ausgetauscht, Anliegen unmittelbar aufgenommen und die vorhandenen Kompetenzen von Polizei und Stadt miteinander verknüpft werden. Dabei soll die gemeinsame Stadtwache nicht nur als Anlaufstelle für Hinweise und Beschwerden dienen, sondern auch als Ort der Prävention. So gehören Beratungen zu Fragen der Gefahrenabwehr, Hilfestellungen bei Konflikten im nachbarschaftlichen Umfeld oder auch polizeiliche Beratungsangebote ebenfalls zum Angebot.
Die Kooperationsvereinbarung knüpft an die bereits seit 2017 bestehende Ordnungspartnerschaft im Oberbergischen Kreis an. Laut Klaus Grootens investiert der Oberbergische Kreis jährlich rund 600.000 Euro in die Ordnungspartnerschaften von Kreisverwaltung, Polizei und den 13 Städten und Gemeinden im Oberbergischen. Dabei machte er deutlich, dass das Thema Sicherheit nicht nur Aufgabe der Polizei sei, sondern Sicherheit und Gefahrenabwehr auch Aufgabe der Kommunen sei. „Sicherheit und Ordnung sind keine Themen, die man nach dem Haushaltskassenstand beurteilt“, sagte Bürgermeister Halding-Hoppenheit. „Da gucken wir nicht auf den Cent oder den Euro. Da wird das umgesetzt, was erforderlich ist.“
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[An der Stadtwache sind nun beide Logos zu sehen: von der Polizei und vom Kommunalen Ordnungsdienst (oben). J. Frankenstein vom Kommunalen Ordnungsdienst (l.) zusammen mit dem Bezirksdienstbeamten Patrick Busch (unten).]
Wie Klaus Grootens sagte, bekommen die Kommunen vom Kreis für ihre Ordnungsdienste einen Personalkostenzuschuss. So soll der Bereich Sicherheit und Ordnung vor Ort gestärkt werden. „Dabei hat die Stadt Gummersbach weit mehr gemacht, als die Mindestvereinbarung vorsieht. Das ist wirklich vorbildlich“, lobte der Landrat. Beispielsweise sind Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienst mit einer Body-Cam, dem BOS-Funk, einer Schutzweste, einem sogenannten Einsatzmehrzweckstock sowie Reizgas ausgestattet. „Dabei müssen sie die gleiche Ausbildung und Prüfung absolvieren, wie ein Polizeibeamter“, sagte Jürgen Herant, Leiter des Ordnungsamtes.
Der Betrieb der gemeinsamen Stadtwache startet am 1. August – zunächst für ein Jahr im Rahmen einer Pilotphase. Anschließend soll die Zusammenarbeit regelmäßig bewertet und fortgeführt werden. Die Stadtwache auf dem Steinmüllergelände ist in der Regel bis 22 Uhr geöffnet, an Wochenenden bis 23 Uhr. Telefonisch erreichbar ist die Stadtwache unter 02261/87 25 72.