LOKALMIX
Endspurt bei Bauarbeiten: Die Gesamtschule startet mit neuen Räumen
Wiehl – Aus der Sekundarschule Bielstein ist eine Gesamtschule geworden – Seit April wird an der Sanierung des Dachgeschosses im Gebäude C gearbeitet – Dort wird die neue Oberstufe einziehen – 600.000 Euro kostet das die Stadt.
Von Lars Weber
Am 2. September ist es tatsächlich so weit. Jahrelang haben sich Eltern und Politik gewünscht, dass aus der Sekundarschule in Bielstein eine Gesamtschule wird. Bis ans Verwaltungsgericht ging die Auseinandersetzung, das schließlich die Entscheidung der Bezirksregierung bestätigte – und die Stadt und die Schulleitung endlich planen durften. Übernächste Woche starten jetzt nicht nur die ersten Fünftklässler der neuen Gesamtschule, sondern auch die ersten Oberstufenschüler, die an der TOB das Abitur machen möchten. Denn die TOB, der Fokus der Schule auf Technisch orientiere Bildung, hat nicht nur weiter Bestand. Der Fokus wird mit der Sanierung und Umstrukturierung der Räume unterstrichen und noch ausgebaut. Insgesamt 600.000 Euro hat die Stadt in diesem Zuge investiert.
Bereits im April starteten die ersten Arbeiten auf der vierten Ebene des Gebäudetrakts C (ehemaliges Realschulgebäude), wo zu diesem Zeitpunkt noch die Schüler der Jahrgangsstufe 10 untergebracht waren. „Sie mussten mitten in den Prüfungen umziehen“, sagen die Schulleiter Anja Kottmann und Christian Henkel bei einer Begehung der neuen Räume. Den Umzug hätten die Schüler nicht nur klaglos hingenommen, sie haben sogar selbst angepackt. „Das war schön zu sehen und zeigt auch, dass der Wechsel der Schulform von den Schülern mitgetragen wird.“
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[Oben: Kottmann und Henkel testen die Sofas, die das Selbstlernzentrum gemütlich machen sollen - die Schulleiter scheinen zufrieden zu sein. Unten: Die Klassenräume werden bis zum Schulstart noch mit Mobilar gefüllt.]
Beim Rundgang mit dabei sind zudem von der Schulamtsleitung Tim Vogel und Marleen Diederichs sowie Tanja Dieball, Leiterin des Hochbauamts und Nachfolgerin von Andreas Zurek, sowie ihr Kollege Bert Schneider. Einige der Maßnahmen, die nun umgesetzt wurden, hätten auch ohne die Umwandlung angestanden, wie zum Beispiel die Erneuerung von Leitungen oder Toiletten, erzählt Vogel. Schon vorher sei unter anderem auch die Netzwerktechnik angepackt worden, seit diesem Jahr gibt es an der TOB auch Glasfaser. „Dem digitalen Arbeiten steht also nichts im Wege.“
So ist die Gesamtschule aufgestellt
Schulleiterin Anja Kottmann und ihr Stellvertreter Christian Henkel sind sehr froh, dass mit der Extra-Klasse, die von der Bezirksregierung genehmigt wurde (OA berichtete), sämtliche Anmeldungen aus Wiehl, Nümbrecht und Engelskirchen bedient werden konnten. Ursprünglich waren nur vier Züge vorgesehen, doch die Zahl von 168 Anmeldungen überzeugte Köln, doch fünfzügig zu werden – und so wurden 135 Plätze an der neuen Gesamtschule geschaffen. „Die Fünfzügigkeit ist für uns dabei nichts Neues, das sind wir gewohnt“, so Kottmann. Inhaltlich werde sich bis zur Oberstufe auch nichts ändern. „Die Lehrpläne von Sekundarschule und Gesamtschule sind da gleich.“
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Neu ist natürlich aber die Oberstufe. 38 Anmeldungen gibt es für diese, wobei weitere kurzentschlossene Anmeldungen nicht ausgeschlossen seien. Große Freude herrscht dazu über acht neue Lehrerinnen und Lehrer, die gerade auch in den naturwissenschaftlichen Fächern eine Verstärkung darstellten. Damit vergrößert sich das Kollegium auf 72 Lehrkräfte insgesamt. Mit einem Oberstufenkoordinator werde sich auch das Leitungsteam der Schule neu aufstellen. Generell gilt: „Wir wollen die neue Schulform leben. Der Geist der Gesamtschule soll hier einziehen“, sagt Kottmann.
In zwei Bauabschnitte wurden die Arbeiten aufgeteilt, berichtet Schneider. Drei Differenzierungsräume, vier Klassenräume, zwei Bioräume zuzüglich der Biologiesammlung sowie eines Selbstlernzentrums: Auf 930 Quadratmetern wird der Oberstufe eine moderne und topp ausgestattete Lernumgebung zur Verfügung gestellt. Der alte PVC-Bodenbelag ist raus, stattdessen liegt nun ein Boden aus Kautschuk. Neue Brandschutztüren wurden verbaut. Alles wurde frisch gestrichen. Es gibt Schließfächer – ein Wunsch der Schüler, der erfüllt wird. Die Elektronik ist ebenso neu. Verbaut wurde auch KNX-Technik für die Gebäudesteuerung. Dieser Standard vernetzt Geräte wie Licht, Heizung, Fenster und Jalousien und kann später vom Hausmeister gesteuert werden.
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[Für die Oberstufenschüler wurden Schließfächer angeschafft.]
Stadt und Schule, so betonen Vogel und Kottmann, haben von Anfang an eng zusammengearbeitet, damit die Räume den Bedürfnissen von Lehrern wie Schülern gleichermaßen genügen. Dies zeige sich zum Beispiel an den Biologieräumen, wenn sie erst einmal komplett eingerichtet sind. „Das werden absolute Vorzeigeräume“, sagt Vize-Schulleiter Henkel. Untereinander werden im Gebäude C so Bio, Physik und Chemie gelehrt, die Hauswirtschaft zieht ins Gebäude A um. „Die Naturwissenschaft bündeln wir hier“, sagen die Schulleiter, was den hohen Stellenwert an der Schule unterstreichen soll.
Den Ideen der Schüler wurde auch gefolgt, indem im breiten Teil des Flures ein paar Sitzgelegenheiten geschaffen wurden. Ein „großer Gewinn“ seien in diesem Zusammenhang auch die Schallschutzdecken im Flur, sagt Kottmann. Vorher habe es dort extrem gehallt. Ein weiterer Höhepunkt wird das Selbstlernzentrum, in dem unter anderem gemütliche Sofas nicht nur zum Ausruhen, sondern eben zum gemeinsamen Lernen einladen sollen. Diese Möglichkeit ist nur den Oberstufenschülern vorbehalten.
Wenn das Schuljahr am 2. September startet, soll fast alles fertig sein. Die Möbel seien entweder bereits geliefert worden oder werden Anfang kommender Woche kommen. Die Räume können dementsprechend eingerichtet werden, sobald die Bauendreinigung abgeschlossen ist. In der zweiten Septemberwoche werden dann auch die neuen Digitaltafeln eintreffen. „Wir sind froh über die Unterstützung der Stadt. Das ist ein tolles Signal auch an die Eltern. Jetzt freuen wir uns auf den Start“, sagt Kottmann.
Noch nicht das Ende der Maßnahmen
Auf Sicht sollen unter anderem auch Fassade und Fenster erneuert werden. Die aktuell verbauten Teile wurden dazu nun beurteilt, um zu wissen, womit man es zu tun hat. Positiv: Auffälligkeiten habe man keine feststellen können, so Bert Schneider. Ein Gesamtkonzept zu erstellen für den Gebäudekomplex ist aber gar nicht so einfach, da dieser aus Gebäudeteilen aus unterschiedlichsten Jahrzehnten besteht. Für ein Gesamtkonzept werde dementsprechend Zeit benötigt. Innerhalb dieser Planung wolle man sich dann auch Themen wie der Beschattung widmen. Aktuell sei man in der Leistungsphase 0, wie Dieball sagt. Bis zur Umsetzung dauert es also noch ein paar Jahre.
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