LOKALMIX

Einfach heiraten: Ein Moment, der für immer bleibt

lw; 29.06.2026, 17:00 Uhr
Fotos: Lars Weber --- Beate Blomtrath und Walter Kuhrt wurden von Michael Braun (re.), Superintendent des evangelisches Kirchenkreises An der Agger, kirchlich getraut.
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Einfach heiraten: Ein Moment, der für immer bleibt

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lw; 29.06.2026, 17:00 Uhr
Oberberg – Spontane Hochzeiten waren in Wiedenest an und in der Kreuzkirche in Wiedenest und in der evangelischen Kirche Wipperfürth möglich – Viele Paare verzichteten auf großes Beiwerk – 26 Paare schauten vorbei.

Von Lars Weber

 

Beate Blomtrath und Walter Kuhrt sitzen auf einer Bank im Schatten, direkt am kleinen Brunnen oberhalb der evangelischen Kreuzkirche in Wiedenest. Es plätschert leicht und beständig, während Michael Braun, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger, seine Worte für seine Ansprache mit Bedacht wählt. Es sind die richtigen, das Paar vor Braun ist ergriffen, hält sich bei den Händen. Als Andre Schmidt dann noch das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ auf seiner Gitarre anstimmt, ist der Moment perfekt: Die kirchliche Trauung von Blomtrath und Kuhrt, die bereits 18 Jahre verheiratet sind. Solche Momente gab es am Freitag und Samstag einige, denn nach dem Erfolg von „Einfach heiraten“ im vergangenen Jahr durften sich dieses Mal in Wiedenest und Wipperfürth Paare spontan kirchlich trauen oder segnen lassen oder ihr Trauversprechen erneuern. 26-mal wurde an beiden Tagen „Ja“ gesagt.

 

Blomtrath und Kuhrt kamen am Freitag aus Denklingen zur Kreuzkirche. Die 60-Jährige hatte die Aktion im vergangenen Jahr verfolgt. Daraus folgte der Wunsch, selbst auch kirchlich zu heiraten. „Unsere beiden Kinder sind schon erwachsen, es ist ein neuer Lebensabschnitt für uns. Wir wollten unsere Liebe nochmal bestätigen.“ Nach Wiedenest waren nur sie beide gekommen, ohne es wem anders zu erzählen. Dieser Moment – er sollte ihnen ganz allein gehören, gemeinsam mit Gott.  Ähnlich entscheiden sich inzwischen viele Paare, erzählte Braun. „Das macht es besonders intensiv und authentisch.“ Das bestätigte auch das kirchlich frisch getraute Paar. „Es hat alles gestimmt“, sagte Kuhrt. „Es war noch besser, als ich es mir erträumt habe“, ergänzte seine Braut.

 

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Die Teams der Kirchengemeinden hatten in Wiedenest und in Wipperfürth alle Hände voll zu tun, um den Paaren eine unvergessliche Trauung zu schenken. Der Weg dorthin war für alle gleich. Erst musste sich angemeldet werden. Auf dem Formular durfte man sich bereits für ein Lied entscheiden, das gespielt werden sollte, außerdem für einen Trauvers. „Als wir mittags anfingen, Anmeldungen entgegenzunehmen, hatten wir hier einen regelrechten Ansturm“, erzählte Pfarrer Marc Platten von der gastgebenden Emmauskirchengemeinde Wiedenest-Derschlag. Er freute sich, dass die Kreuzkirche mit seiner langen Glaubensgeschichte so einen Reiz auf die Paare ausübte. Allein in Wiedenenst waren 19 Paare. Damit niemand umsonst gekommen war, ging das Team vor Ort in die Verlängerung. Die Trauungen - in der Kreuzkirche, am Brunnen und an der Glocke an der Kirche - nahmen neben Braun und Platten die Pfarrer Henning Strunk, Anneke Ihlenfeld, Katharina Lange und Jugendreferentin Amelie Ortmann vor.

 

Wenn das Formular ausgefüllt und alles geklärt war, bekamen die Paare ihren Termin. Wer warten musste, konnte es sich im eigens eingerichteten Café gemütlich machen oder auch spazieren gehen. Vor der rund 20-minütigen Hochzeit gab es für die individuelle Trauansprache stets ein ähnlich langes Traugespräch, das extra im kühlen Untergeschoss stattfand. Aufgrund der Hitze hatte das große Helferteam, rund 20 Personen waren zum Beispiel in Wiedenest auf Achse, Sonnencreme, Befeuchter oder auch ein Planschbecken zur Abkühlung der Füße vorbereitet. Und der alkoholfreie Sekt zum Anstoßen kam direkt aus der Kühltruhe.

 

[Steffi und Tobias aus Olpe genossen ihre Hochzeit in besonderer Atmosphäre. Für Fotos sorgte übrigens ein eigens engagierter Fotograf - acht Fotos bekommen die Paare dabei geschenkt.]

 

Mit diesem stießen auch Steffi (38) und Tobias (42) an. Im Schlepptau hatten sie beide nur ihren besten Freund Pascal, der das Paar von Olpe aus nach Wiedenest im schmucken alten Mercedes kutschiert hatte. Auf weitere Gäste bei der Trauung in der Kreuzkirche selbst verzichteten beide ganz bewusst, wie sie erzählten. „Wir wollten diesen Moment nur für uns und für Gott.“ Diesen Plan hätten sie schon länger gehegt. Standesamtlich hatten sie bereits vor sieben Jahren geheiratet. Drei Söhne haben sie gemeinsam. Bei der Trauung aber für sich zu sein, sei genau das richtige gewesen. „Es gab sogar unser Lied, ‚All of me‘ von John Legend. Die Trauung und die Umsetzung waren toll. Und die Location ist beeindruckend schön!“ Ganz aufs Feiern sollte an diesem Tag aber nicht verzichtet werden. In Olpe wurde schon auf das glückliche Paar gewartet mit einer Überraschung.

 

[Nach der Segnung schreiten Maritta Latzke und Wolfgang Kuhn aus der Kreuzkirche - die Feier kann starten.]

 

Vielleicht die größte Hochzeitsgesellschaft am Freitag dabei hatten Maritta Latzke aus Oberwiehl und Wolfgang Kuhn aus Leverkusen. Sie wurden von Jugendreferentin Amelie Ortmann in der Kirche gesegnet. Beide waren schon einmal verheiratet und hätten gute und schwere Zeiten erlebt. Dann haben sie sich vor zwei Jahren kennengelernt, und es habe sofort „Klick“ gemacht. Den Segen für ihre Beziehung wollten sie mit ihren Freunden teilen, also hatten sie einfach alle mit nach Wiedenest gebracht. „Es war alles so, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte Latzke nach der Hochzeit noch ganz ergriffen. Für das Paar kommen die Momente zu zweit bei ihrer gemeinsamen Reise im Wohnmobil nach Südnorwegen. Das Wohnmobil hatten sie schon direkt nach Wiedenest mitgebracht, um Samstagmorgen nach der Feier mit den Freunden direkt aufbrechen zu können.

 

Sieben Paare kamen am Samstag dann zur Kirchengemeinde An der Wipper, um spontan zu heiraten oder den Segen zu empfangen. Die Trauungen in der evangelischen Kirche nahmen Pfarrerin Dagmar Krauth-Zirk, Pfarrer Andre Schmidt und Pfarrerin Anneke Ihlenfeldt vor. Auch sie wurden von einem ehrenamtlichen Team dabei unterstützt.

 

[Fotos: Judith Thies/Kirchenkreis An der Agger --- Auch in Wipperfürth sorgte ein engagiertes Team dafür, dass sich alle Paare wohlfühlten.]

 

Wer noch dieses Jahr „einfach heiraten“ möchte, braucht nicht bis zum dritten Pop-Up-Hochzeitsfestival im Oberbergischen zu warten. Der nächste Termin in der Region findet laut Kirchenkreis An der Agger am Samstag, 11. Juli, von 10 bis 18 Uhr in und um die evangelische Kirche Volberg, 51503 Rösrath-Hoffnungsthal (Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch, Segensbüro Köln&Region), statt. 

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