LOKALMIX

Ein buntes „Ja“ für Frieden, ein lautes „Nein“ zum Krieg

lw; 09.05.2022, 12:09 Uhr
Fotos: Lars Weber, Gerhard Jenders (4).
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Ein buntes „Ja“ für Frieden, ein lautes „Nein“ zum Krieg

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lw; 09.05.2022, 12:09 Uhr
Gummersbach – „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun“ veranstaltete Fest zum Tag der Befreiung – Verein tritt seit 15 Jahren jeder Art von Faschismus entgegen und für Toleranz ein.

Von Lars Weber

 

Der Schlusspunkt an diesem Tag ist ein lauter. Die Band Ragetrack spielt einen Hit nach dem anderen der kalifornischen Rockband Rage against the Machine in den Gummersbacher Stadtgarten auf dem Steinmüllergelände. Wie die Amerikaner sendet auch die oberbergische Coverband eine klare Botschaft an die Zuhörer: gegen Krieg, für ein friedliches Miteinander, gegen Faschismus, für Toleranz. Es fasst das Fest für den Frieden am gestrigen Tag der Befreiung gut zusammen, zu dem „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun“ eingeladen hatte. Der Verein feierte zugleich auch seinen 15. Geburtstag – und angesichts des Kriegs in der Ukraine und rechten Strömungen in der Gesellschaft werden die Mitglieder auch nicht müde, sich für die gute Sache stark zu machen.

 

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Einige Hundert Menschen waren im Laufe des Tages nach Gummersbach gekommen, einige von ihnen mit Plakaten, auf denen der Krieg Putins verurteilt wird. Einige Ukrainer waren ebenfalls im Stadtgarten anzutreffen. Vereinsvorsitzender Gerhard Jenders freute sich über den Zuspruch. Das Fest solle ein Ansporn sein für die gemeinsame Arbeit für Frieden und Toleranz. „Die aktuelle Politik führt uns grausam vor Augen, dass wir nicht für immer von Krieg und Faschismus befreit wurden. Wir müssen immer wieder dagegen angehen“, sagte Jenders bei der Begrüßung. Jürgen Marquardt (CDU), stellvertretender Bürgermeister Gummersbachs, betonte, dass die Zukunft auf Freiheit, Sicherheit und Frieden aufgebaut sein müsse.

 

 

Auf zwei Bühnen hatte der Verein ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Die Sängerin Gülistan Kaymak eröffnete den Nachmittag an der Gitarre. Es gab Lesungen, Wortbeiträge und natürlich viel Musik. Neben Ragetrack am Schluss spielten Annina Struve und HugoOnion (Foto), Reiner Becker und Jabaroo und es wurde ausgelassen gefeiert.

 

Die Frage, ob man das darf, obwohl wieder Krieg in Europa ist und das Ende des Zweiten Weltkriegs schon so lange zurückliegt, beantwortete Jenders mit einem klaren „Ja“. „Wir müssen an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erinnern, wir müssen uns die Verbrechen von damals vor Augen halten und wir müssen das würdigen, was damals unter großen Opfern erreicht wurde.“ Den Krieg Putins verurteilte er. „Der brutale Überfall der russischen Armee auf die Ukraine und die Kriegsverbrechen, die dort verübt werden, sind durch nichts zu rechtfertigen. Sie sind eine Schande für Russland.“

 

Die Vereinsmitglieder von „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun“ treten nun bereits seit 15 Jahren für Frieden und Toleranz ein und bieten faschistischen Tendenzen die Stirn. Gründungsmitglied Gudrun Martineau blickte auf die Geschichte des Vereins zurück. Den Anstoß für das Engagement gab der Ableger von Pro Köln im Oberbergischen, der sich 2007 zur Kommunalwahl formierte. Damals trafen sich eine Handvoll Oberberger, um den Rechtsextremen entgegenzutreten. „Pro Oberberg“ verschwand wieder, andere Gruppierungen und Parteien kamen, die Mitglieder von „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun“ blieben standhaft. Rund 250 Veranstaltungen wurden seitdem organisiert, vom Infostand über Mahnwachen bis zu Konzerten. Aktuell richtet sich das Engagement des Vereins auch gegen die AfD.

 

 

Bis heute finanziert sich der Verein nur aus Spenden. Beiträge von den aktuell rund 170 Mitgliedern erhebt der Verein keine. Für die Umsetzung des Fests für den Frieden bekam „Oberberg ist bunt, nicht braun“ Unterstützung von der Sparkasse Gummersbach und dem Netzwerk gegen Rechts. „Wir fühlen uns verpflichtet, solange weiterzuarbeiten, bis wir alle friedlich, würdevoll und mit Respekt zusammenleben können“, sagte Martineau in ihrer Rede. Bis dahin kann man sich darauf verlassen, dass der Verein immer wieder Position bezieht, wenn er es für nötig hält. So wie gestern im Stadtgarten.

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