LOKALMIX

Der Berg mag Geschichte sein, aber der Zauber bleibt

krj; 20.11.2025, 10:55 Uhr
Fotos: Martin Szepat --- Die Theodor-Heuss-Akademie verabschiedete sich öffentlich mit einem Konzert des Ensembles Musica Libera.
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Der Berg mag Geschichte sein, aber der Zauber bleibt

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krj; 20.11.2025, 10:55 Uhr
Gummersbach - Das letzte Konzert in der Theodor-Heuss-Akademie fand statt - Viele Gäste waren gekommen.

Von Kathrin Roloff-Jamin

 

Es war ein Abend der gemischten Gefühle. Die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach hatte am Mittwochabend zu einem besonderen Abschiedskonzert eingeladen. Mit „AMERIKA!“ nahm das Ensemble Musica Libera die Gäste mit auf eine musikalische Reise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch zuvor fanden Eröffnungsreden statt, die zwischen Wehmut, aber auch Zuversicht schwankten.

 

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„Die Theodor-Heuss-Akademie hat über eine lange Zeit eine wichtige Rolle im liberalen Universum gespielt. Sie trägt viel Historie in sich. Nun müssen wir an andere Formate denken. Wir gehen jetzt dahin, wo die Menschen sind. Die Bildungsarbeit wird fortgesetzt“, sagte die Hauptgeschäftsführerin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit , Annett Witte, im Gespräch mit Oberberg-Aktuell. „Der große öffentliche Abschied gilt unseren langjährigen Dozenten und ehemaligen Mitarbeitern“, so Witte.

 

Dem Leiter der Akademie, Lorenz Deutsch, fiel die Eröffnungsrede nicht leicht. „58 Jahre fand hier politische Bildung statt, 58 Jahre haben wir uns mit dem Leben und Zusammenleben beschäftigt“, sagte Deutsch. Er lobte die besondere „Truppe“ mit starker Identifikation zum Haus, die bis zum Schluss alles getan habe. Der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, Karl-Heinz Paqué, sprach: „Ein Abschied ist ein trauriger Anlass, aber auch die Gelegenheit zum Dank und der Erinnerung mit Blick auf Zukunft, Hoffnung und Zuversicht“.

 

[Akademie-Stipendiatinnen und Stipendiaten sagen danke.]

 

„Uns ist die Entscheidung sehr schwergefallen. Die Wahlniederlage hatte Konsequenzen“, sagte Ludwig Theodor Heuss, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, mit Blick auf die Finanzlage der Liberalen nach dem schlechten Wahlergebnis. „Dieser Abend gehört der Geschichte und den Geschichten. Wir verabschieden den Ort, aber nicht den Geist“, so Heuss.

 

Das Konzert von Musica Libera widmete sich der Vielfalt der klassischen Musik der USA. „Es geht nicht ausschließlich um Musik“, sagte Hannah Lehmann, Leiterin des Ensembles. Die einzelnen Stücke erzählen von Möglichkeiten, Aufbruch, Hoffnung, aber auch von Sorgen und Konflikten. Es gehe darum, einen gesellschaftlichen, zeitgenössischen Hintergrund zu vermitteln. „Um uns würdig von der Akademie zu verabschieden, machen wir heute richtig Lärm“, kündigte Hannah Lehmann das Konzert an.

 

Zu hören und zu sehen gab es unter anderem Stücke von Leonard Bernstein, Nino Rota, Rebecca Clarke und George Gershwin. Das Ensemble besteht aus 19 Mitgliedern und ist ein Zusammenschluss von Stipendiaten.

 

[Emotionale Worte von Ludwig Theodor Heuss: „Der Geist bleibt“.] 

 

Der „Zauberberg“, wie die Theodor-Heuss-Akademie ihrer Lage nach auch genannt wird, ist die zentrale Bildungseinrichtung der Friedrich-Naumann-Stiftung. Am 26. November findet das letzte Seminar statt. Ein Sozialplan soll den Neustart der Mitarbeitenden erleichtern. „Ab Januar beginnen die Vorbereitungen zur Veräußerung der stiftungseigenen Immobilie“, sagte Sebastian Hahn, Leiter Stab Digitale Projekte der Friedrich-Naumann-Stiftung, gegenüber Oberberg Aktuell.

 

Von der strategischen und wirtschaftlichen Entscheidung sollen auch andere Bildungsstandorte der Stiftung betroffen sein. Auch von einem Stellenabbau im dreistelligen Bereich ist die Rede. Weiterhin habe es bereits ein Gespräch mit Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit gegeben. Es sei angenehm gewesen, hieß es. Man wolle schnell eine Lösung finden. Bis dahin bleibe man aber eng in Kontakt.

 

Unter den Gästen, die dem Konzertprogramm AMERIKA! lauschten, waren auch die stellvertretende Vorsitzende der Friedrich Naumann Stiftung, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Frank Weyers vom Landesbüro NRW sowie der Landrat des Oberbergischen Kreises, Klaus Grootens.

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