LOKALMIX

Damit altes Wissen nicht verloren geht

ks; 21.04.2026, 17:00 Uhr
Foto: Katharina Schmitz --- Herausgeber und Sponsoren haben den neuen Kalender präsentiert.
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Damit altes Wissen nicht verloren geht

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ks; 21.04.2026, 17:00 Uhr
Nümbrecht – Im Landschaftshaus bei Schloss Homburg wurden gestern die frisch gedruckten Exemplare des ersten Saison- und Aussaatkalenders für das Bergische Land vorgestellt.

Wer Spargel, Bärlauch oder auch Rhabarber liebt, kann momentan wohl kaum genug davon kriegen. Vielen Menschen ist wohl bewusst, wann welches Obst und Gemüse Saison hat. Anders sieht das vermutlich aus, wenn es um den Zeitpunkt der Aussaat, den nötigen Pflanzabstand, die Keimtemperatur, die Keimdauer oder auch die Lagerung geht. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann nun auf den neuen „Saison- und Aussaatkalender für das Bergische Land“ zurückgreifen. Im DIN-A3-Format bietet er reichliche Informationen über ein Wissen, das viele unserer Vorfahren noch hatten, – das aber mehr und mehr verloren geht.

 

Gestern wurde der neue Saison- und Aussaatkalender im Landschaftshaus bei der Biologischen Station Oberberg an Schloss Homburg in Nümbrecht vorgestellt. Eingeladen zu dem Pressetermin hatten die Bergische Agentur für Kulturlandschaft (BAK), der Ernährungsrat Bergisches Land (ERBL) und die Bergische Gartenarche. Letztere feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Umso größer ist die Freude, den Kalender im Jubiläumsjahr herauszubringen. Die Idee dazu ist aber schon einige Jahre alt. 2021 hat die BAK zusammen mit der Gartenarche die Gemüsegartenuhr herausgebracht, in der erklärt wird, wie ein Beet mit der sogenannten Vierfelderwirtschaft angelegt wird. Was da aber unter anderem fehlte, waren Infos zur richtigen Pflanzzeit, erklärte Silvia Fröhning, Sprecherin der Perspektivgruppe „essbare Bildung“ beim ERBL.

 

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Zusammen mit Christine Wosnitza von der BAK entwickelte sie den Gedanken, ein entsprechendes Projekt zu starten. Dass die Zeichnungen dazu von Marianne Frielingsdorf stammen sollten, die bereits die Gemüsegartenuhr gestaltet hat, war von vorneherein klar. Außerdem: „Marianne Frielingsdorf hat ein umfangreiches Fachwissen“, sagte Christine Wosnitza voller Wertschätzung. So habe sie nicht nur Zeichnungen angefertigt, sondern auch Daten zusammengetragen – zugeschnitten auf das Bergische Land. Als Vierte im Bunde kam Sigrid Fröhling von der Gartenarche dazu, um mit ihrem umfangreichen Gartenwissen bei der Umsetzung der Tabellen zu unterstützen. Umgesetzt wurden die Ideen dann vom Grafiker Axel Helmus, der auch das Layout der Gemüsegartenuhr gestaltet hatte.

 

„Wir wollten Bildungsmaterial für Einrichtungen wie Kitas und Schulen, aber auch für Einzelne schaffen – mit Bezug zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln“, sagte Silvia Fröhning. „Das ist für den Körper gut – und für die Region.“ Die Infos im Kalender sollten möglichst umfangreich, aber auch übersichtlich sein. Weitere Informationen können über QR-Codes abgerufen werden. Der Kalender beinhaltet unter anderem Wissenswertes zu Keimbedingungen, Pflanzabständen und Wachstumszeiten – für Gemüse, Salate, Kräuter und Obst. So soll er – ergänzend zur Gemüsegartenuhr – eine einfache Planung des Gartenjahres ermöglichen. Und wer nicht die Möglichkeit hat, im Garten oder auf einem Balkon anzupflanzen, kann den Kalender zumindest für den saisonalen Einkauf nutzen.

 

[Marianne Frielingsdorf hat für den Kalender Zeichnungen angefertigt.]

 

Die Umsetzung des Kalenders konnte nur durch die zahlreichen Sponsoren, die alle auf der Rückseite des sechsseitigen DIN-A3-Kalenders aufgelistet sind, realisiert werden. Als Hauptsponsoren sind die Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln sowie die Bergische Gartenarche im Wupperviereck daran beteiligt. Weitere Sponsoren sind der Bauernhof im Koffer, die AggerEnergie, der Rheinisch-Bergische Kreis, die Volksbank Oberberg, das Eckenhääner Lädchen, das Zentrum InvestMint Oberberg – Bildungsbüro Oberberg sowie die Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg.

 

Am kommenden Samstag, 25. April, findet bei der Biologischen Station Oberberg in Nümbrecht wieder eine Pflanzentauschbörse statt. Damit einher geht für Gärtnerinnen und Gärtner sowie alle weiteren Interessenten die Möglichkeit, die ersten Exemplare des Aussaat- und Saisonkalenders zu erhalten. Ausgegeben werden diese am Stand der Bergischen Gartenarche gegen eine Schutzgebühr von 3 Euro. Darüber hinaus soll der Kalender bei der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft (während der Dienstzeiten), im Eckenhääner Lädchen sowie im LVR-Freilichtmuseum Lindlar beim Gartenmarkt „Jrön un Jedön“ (30. und 31. Mai) sowie beim Gartentag (9. August) am Stand der Bergischen Gartenarche erhältlich sein. Digital soll der Kalender auf der Website der Gartenarche abrufbar sein.

 

Silvia Fröhning vom Ernährungsrat Bergisches Land wird im Rahmen der Pflanzentauschbörse erklären, warum regionale Produkte eine gute Wahl sind und wie diese im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in Einrichtungen wie Kitas, Schulen oder Betrieben angebaut werden können. Der Kurzvortrag beginnt um 11:45 Uhr im Landschaftshaus. Außerdem werden Sigrid Fröhling und Marianne Frielingsdorf am Stand der Gartenarche erläutern, welche Besonderheiten das Bergische Land mit Blick auf das Gärtnern hat. Den Besucherinnen und Besuchern möchten sie so wissenswerte Informationen mitgeben, damit diese gut vorbereitet in den nächsten Wochen im eigenen Garten oder auf dem Balkon loslegen können.

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