Oberberg - OA hält die Leser über die Neuigkeiten auf dem Laufenden - IHK nennt Details zur Öffnung der Gastro.
OPAM in Zeiten von Corona (Freitag, 15:35 Uhr)
„Die Mails, die ich in diesen Tagen aus aller Welt bekomme, beschämen mich“, meint Werner Mays. Er ist Vorsitzender des bergischen Hilfswerks OPAM, das seit seiner Gründung vor 40 Jahren weltweit über 570 Hilfsprojekte initiiert hat. „Voller Sorge erkundigen sich unsere Projektpartner nach meiner Gesundheit und senden gute Wünsche.“ Und er fährt fort: “Sie beschämen mich, weil ich weiß, welche Nöte vor Ort herrschen, und weil ich ohne meinen Verdienst in einer Region wohne, die sich relativ gut auf das Virus einstellen kann.“
In den armen Ländern herrsche hingegen schiere Existenzangst. Die meisten bekommen keinerlei Unterstützung oder müssen sich als Straßenverkäufer durchschlagen, was in Zeiten von Corona fast unmöglich ist. Die Marktpreise für Dinge des täglichen Lebens steigen. R.L. Swamy, ein Schulleiter aus Indien, schreibt: “Die Menschen in den Dörfern sagen: Entweder sterben wir an Corona oder wir verhungern!“ Und ein anderer Projektpartner mailt: Die Menschen schreien ihre Wut heraus: „Ich habe keine Angst vor Corona! Ich habe Hunger!“.
Zur Existenzangst kommt das Wissen um den unzureichend ausgestatteten Gesundheitssektor. Die medizinische Versorgung, in normalen Zeiten schon extrem schlecht und teuer, ist auf den Ausbruch einer Seuche in keiner Weise vorbereitet. In vielen Ländern wäre deshalb die Ausbreitung der Pandemie eine Tragödie. So schreibt Pater Paul Chummar aus Kenia: „Allein das Testen von Covid-19 ist in Kenia sehr teuer. Es beträgt 14.000 kenianische Schilling (ca. 120 €) und muss von jedem selbst bezahlt werden. Ein normaler Arbeiter verdient pro Tag ca. 500 KES (ca. 4,25 €). Daher lässt sich kaum jemand testen.“
In Kibera in Nairobi, einem der größten Slums der Welt, leben geschätzt 250.000 Menschen. OPAM unterstützen eine in der Nähe des Slums gelegene Schule. Ein Ausbruch wäre laut Mays verheerend. „Man kann nur hoffen, dass ein Impfstoff vor einer Ausbreitung der Seuche in diesen Ländern entwickelt wird“, sagt er. In vielen armen Ländern zusätzliche Belastungen hinzu: Kriege oder auch die Heuschreckenplage in Ostafrika, wo Schwärme von Millionen von Tieren die Ernten vernichten.
Die OPAM-Hilfe für die Schulen, zu der auch die tägliche Versorgung mit Mahlzeiten gehört, ist oftmals die einzige Unterstützung vor Ort. Neben den Mitarbeitern im Umfeld der Schulen und deren Familien profitieren auch die Menschen in den umliegenden Dörfern davon. So hat Jisay Maharana, Schulleiter in Nepal, statt der Mahlzeiten, die zur schulischen Versorgung gehören, kurzerhand Lebensmittel wie Reis gekauft und verteilt es in den Dörfern. „Hilfe für die Ärmsten ist dringend nötig, damit sie den weltweiten Stillstand überleben“, erklärt Mays abschließend.
Weitere Informationen unter www.opam.eu
Umsetzung der Lockerungen in Wipperfürth (Freitag, 13:20 Uhr)
Im Wipperfürther Rathaus und in den Nebenstellen der Stadtverwaltung sind Besuche derzeit mit vorheriger Terminvergabe möglich (Terminvereinbarungen unter Tel.: 02267/64 222). Der Skateplatz am alten Bahnhof steht seit dieser Woche wieder zur Verfügung. Wie es dagegen mit den größeren Sportstätten wie zum Beispiel dem Mühlenbergstadion oder der VOSS-Arena weitergeht, wird kurzfristig gemeinsam mit den Verantwortlichen im Stadtsportverband und in den Vereinen detailliert abgestimmt. Das Regionale Gebäudemanagement (RGM) sowie die Hallenwarte werden bei der Umsetzung der notwendigen Hygienemaßnahmen miteinbezogen.
Auch im Walter-Leo-Schmitz-Bad wird man nun die Öffnung vorbereiten, die voraussichtlich ab dem 30. Mai erfolgen darf. Die städtische Musikschule hat angekündigt, dass ab Montag, 18. Mai, das Instrumentenkarussell wieder stattfinden wird. Bereits ab dem 11. Mai startet der Unterricht in Kleingruppen bis maximal sechs Teilnehmer. Die musikalische Früherziehung bleibt vorerst weiterhin ausgesetzt. Das Jugendzentrum in der Wupperstraße wird auch ab dem kommenden Montag wieder geöffnet sein. Hierzu wurde ein Konzept erarbeitet, das beispielsweise Zugangsregeln enthält.
Besuche in allen Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen weiterhin nur in begründeten Ausnahmefällen (Freitag, 12:30 Uhr)
Seit dem 13. März besteht ein grundsätzliches Besuchsverbot in allen
Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen im Oberbergischen Kreis, um das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 innerhalb der Einrichtungen zu minimieren. Die Landesregierung hat inzwischen im Rahmen der Vorstellung des Nordrhein-Westfalen-Plans zur stufenweisen Öffnung bei den Maßnahmen in der Corona-Pandemie in Aussicht gestellt, dass
neben Besuchen in Seniorenheimen ab dem 11. Mai auch Besuche in Krankenhäusern unter strengen Hygienemaßnahmen wieder möglich sein sollen. Im Rahmen ihrer regelmäßigen Telefonkonferenz haben sich die Geschäftsführer und Ärztlichen Direktoren der Kliniken mit Kreisdirektor Klaus Grootens am gestrigen Abend darauf verständigt, zunächst weiterhin an diesem grundsätzlichen Besuchsverbot festzuhalten, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.
„Uns ist bewusst, dass dies eine anhaltende Einschränkung für die Patienten und deren Angehörige darstellt und sich viele schon auf mögliche Besuche freuen. Gleichwohl waren wir uns einig, dass wir zunächst abwarten wollen, wie sich das Infektionsgeschehen nach der Lockerung der Kontaktbeschränkungen in den nächsten Wochen entwickelt." Es gelte weiterhin, das Risiko einer Eintragung von SARS-CoV-2 in die besonders kritische Infrastruktur der Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen zu minimieren. "Wir wollen weder die Patienten, die zum Teil durch Vorerkrankungen besonders gefährdet sind, noch den Betrieb der Einrichtungen selbst durch übereilte Schritte gefährden“, begründen der Kreisdirektor und die Geschäftsführungen der Kliniken die Entscheidung.
„Darüber hinaus werden die Kliniken in begründeten Fällen wie zum Beispiel im Bereich der Kinder- oder Palliativstationen oder bei Demenzerkrankten auch weiterhin Ausnahmen vom Besuchsverbot gestatten.“ Angehörige werden gebeten, frühzeitig telefonisch Kontakt mit den Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen aufzunehmen, um die Möglichkeit eines Besuchs abzuklären und sich anzumelden. Es wird um Verständnis gebeten, dass es zu telefonischen Wartezeiten kommen kann.
NRW-Familienminister Stamp skizziert Kita-Pläne (Freitag, 11:30 Uhr)
Dr. Joachim Stamp, NRW-Familienminister, hat bei einer Pressekonferenz erläutert, welche Kinder in den nächsten Wochen in Kindergärten und Kitas zurückkehren können. Demnach können ab Donnerstag, 14. Mai, Vorschulkinder mit einem Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabegesetz in die Betreuung gegeben werden. Außerdem können alle Kinder mit Behinderungen zurückkehren. Für Zweijährige stehe die Tagespflege (nicht Kita) laut Dr. Stamp wieder offen. Zudem sollen Brückenprojekte wieder stattfinden können. Möglich sei es außerdem für Eltern, privat Kinderbetreuung zu organisieren und anzubieten. Dabei sollte aber verantwortungsvoll vorgegangen werden und die Kontakte nicht durchgetauscht werden. Alle Kontakte müssen dokumentiert werden. Wenn möglich, sollte die Betreuung zudem überwiegend draußen stattfinden.
Im nächsten Schritt sollen ab Donnerstag, 28. Mai, alle Vorschulkinder in die Kita zurückkehren. In einem weiteren Schritt soll es im Juni ermöglicht werden, dass alle Kinder für zwei Tage in die Kita kommen können, um das Kita-Jahr vernünftig abschließen zu können, so Dr. Stamp. Wie das genau aussehen könnte, soll in den kommenden Wochen geklärt werden. Ziel sei es, nach der Sommerpause bis zum September mindestens einen eingeschränkten Regelbetrieb aufzubauen.
Zwei neue Fälle im Kreis (Freitag, 11 Uhr)
Seit gestern wurden zwei weitere Menschen im Oberbergischen Kreis
positiv auf das Coronavirus getestet, wie die Kreisverwaltung mitteilt. Insgesamt gibt es im Oberbergischen Kreis seit Beginn der Pandemie 464 bestätigte SARS-CoV-2-Fälle. 46 Personen sind aktuell positiv getestet. Davon befinden sich derzeit 17 Personen in stationärer Behandlung. Zwei der stationär behandelten Personen werden beatmet. Die restlichen positiv getesteten Menschen befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Lage in Oberberg im Überblick (Stand: Freitag, 8. Mai/0 Uhr)
Sieben-Tage-Inzidenz im Oberbergischen Kreis: 4,8
Fälle insgesamt: 464
Aktuell positiv getestete Personen in angeordneter Quarantäne: 46
Genesene und aus Quarantäne entlassene Personen: 403
Verstorbene Personen: 15
Kontaktpersonen ersten Grades in angeordneter Quarantäne: 247
Personen in vorsorglicher häuslicher Isolation: 158
Aktuell bestätigte Fälle nach Kommunen
Bergneustadt: 5
Engelskirchen: 2
Gummersbach: 4
Hückeswagen: 2
Lindlar: 6
Marienheide: 2
Morsbach: 3
Nümbrecht: 0
Radevormwald: 4
Reichshof: 3
Waldbröl: 3
Wiehl: 4
Wipperfürth: 8
Weitere Informationen: obk.de/coronavirus
Verlauf des Infektionsgeschehens im Oberbergischen Kreis: obk.de/coronazahlen
IHK nennt Details zur Öffnung von Gastronomiebetrieben (Freitag, 10 Uhr)
Die IHK Köln erläutert auf ihrer Homepage ein Grundzüge der Regelungen, an die sich Gastronomiebetriebe halten müssen, wenn sie ab Montag wieder öffnen wollen. Generell ist die Öffnung möglich, sofern im Innen- und/oder Außenbereich des Betriebs die Einhaltung des Abstandsgebots gewährleistet ist und ein Infektionsschutz- und Hygiene-Konzept durch die Betriebe vorliegt. Buffet-Angebote bleiben nicht zulässig, sprich: Selbstbedienung ist tabu.
Weiter heißt es bei der IHK, dass Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch Platz nehmen können. Die Personenzahl sei dabei nicht begrenzt. Tische und Stühle müssen 1,5 Meter von anderen Tischen und deren Bestuhlung entfernt stehen. Eine Platzanweisung und die Erfassung der Daten der Besucher sei zudem erforderlich. Die Tische müssen nach jedem Gästewechsel desinfiziert werden.
Letztlich, so die IHK, werden aber die Regelungen in den entsprechenden Verordnungen des Landes maßgeblich sein. In der aktuellen Verordnung, die seit gestern gilt, sind noch keine Details zur Öffnung der Gastronomie aufgeführt.
Hier geht's zum Ticker von Donnerstag, 7. Mai
Alle Angaben ohne Gewähr.
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