LOKALMIX

Klimaanpassungskonzept: „Bestehende Projekte verknüpfen und darauf aufbauen“

ls; 24.04.2023, 19:00 Uhr
Fotos: Leif Schmittgen --- Führten angeregte Gespräche zum Auftakt: Matthias Thul (v.li.), Frank Herhaus, Saskia Petersen (Büro B.A.U.M.) und Jochen Hagt.
LOKALMIX

Klimaanpassungskonzept: „Bestehende Projekte verknüpfen und darauf aufbauen“

ls; 24.04.2023, 19:00 Uhr
Gummersbach - In der Halle 32 trafen sich heute Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Ehrenamt, um Handlungsfelder zu besprechen.

Von Leif Schmittgen

 

Es sind insgesamt 16 Handlungsfelder mit mehr als 60 Instrumenten, die das Land NRW in seinem Klimaschutzplan vorgibt, damit künftig besser auf die Folgen der Klimaveränderung reagiert werden kann kann. 14 davon hat man sich im Oberbergischen Kreis ausgesucht, um diese innerhalb von anderthalb Jahren mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft und Ehrenamt zu besprechen. Darunter unter anderem Themen wie Hochwasserschutz, Holzwirtschaft oder menschliche Gesundheit oder Stadtentwicklung. Heute fand die Auftaktveranstaltung in der Halle 32 statt.

 

Landrat Jochen Hagt räumte gleich zu Beginn mit einem möglichen Missverständnis auf: „Es geht hier nicht um Klimaschutz wie die Einsparung von CO2, sondern um Möglichkeiten, um bestmöglich mit den bereits eingetretenen Ereignissen umzugehen." Angefangen wird nicht bei null: Zum Beispiel existiert bereits das Programm „Klima- Umwelt - Natur- Oberberg“ (KUNO). „Wir möchten bestehende Projekte verknüpfen und darauf aufbauen“, gab Hagt die Marschroute vor.

 

WERBUNG

Er nannte zur Verdeutlichung  die Flutkatastrophe vor knapp zwei Jahren, bei der im Kreisnorden und in der Mitte enormer Schaden entstanden sei. „Wir können solche Ereignisse zwar auch zukünftig nicht verhindern, die Folgen aber künftig eventuell abmildern“, so der Landrat. Investitionen in den Hochwasserschutz oder die Abholzung von Fichten, die vom Borkenkäfer zerstört wurden, sind nur zwei Beispiele von existierenden Maßnahmen, aus denen weitere Herausforderungen entstehen können.

 

 

Dass alles irgendwie zusammenhängt, sei es auf den ersten Blick auch noch so absurd, machte Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul, der stellvertretend für die 13 Kommunen sprach,  klar. Er berichtete von einer zeitweise versiegten Quelle an der „Bonten Kerke“ in Wiedenest, die bis dato ein beliebtes Besucherziel war. „Die Touristen blieben aus“, so Thul. Außerdem wurden in der Nähe liegende Fischteiche nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt. Als Ursache hatten Forschungen ergeben, dass Wasser wegen abgeholzter Bäume nicht mehr tief genug im Boden versickert und dadurch eine Kettenreaktion mit Folgen für viele Vertreter mit eigentlich unterschiedlichen Interessen ausgelöst wurde. Thul appellierte an die Beteiligten, ergebnisorientiert an einem Strang zu ziehen und Maßnahmen kontrovers zu diskutieren. 

 

 

Kreisumweltdezernent Frank Herhaus, bei dem die Fäden für das Klimawandelanpassungskonzept zusammenlaufen wird, berichtete, dass die Ergebnisse später mit Nachbarkommunen und -Kreisen abgeglichen werden, um für die gesamte Region ein zukunftsfähiges Gesamtgerüst aufzustellen. In Arbeitskreisen mit Themen wie Tourismus, Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Gewerbe und Handel fand ein Gedankenaustausch der unterschiedlichen Akteure statt. Die begleitende Beratung haben die Umwelt-Fachbüros „B.A.U.M.“ und GreenAdapt“ übernommen. Herhaus wünschte sich jede Menge „Brainstorming“ und „Netzwerken“ unter den rund 180 Beteiligten.

WERBUNG