LOKALMIX
App und Eigentum: ASTO stellt wichtige Weichen für die Zukunft
Gummersbach – Konstituierende Verbandsversammlung beim Abfallverband – Haushalt beschlossen – App soll noch dieses Jahr starten – Investition in eigene Immobilie.
Von Lars Weber
Der klassische Abfuhrkalender des ASTO soll noch in diesem Jahr in der Breite von einer App abgelöst werden. Dies hat die Verbandsversammlung bei ihrer konstituierenden Sitzung am Donnerstagabend im Gummersbacher Rathaus beschlossen. Entschieden hat sich das Gremium für eine App des Anbieters MyMüll.de, der bereits in rund 70 Städten aktiv ist. Es war nicht die einzige zukunftsweisende Entscheidung der ASTO-Verbandsversammlung. So wurde auch der Haushalt für das aktuelle Jahr beschlossen und eine Grundsatzentscheidung getroffen, eine eigene Immobilie zu kaufen.
Nachdem die Gebührensatzung noch vergangenes Jahr festgezurrt worden war (die Gebühren mussten vor allem aufgrund der CO2-Bepreisung erhöht werden, OA berichtete), traf sich die Verbandsversammlung nun zur konstituierenden Sitzung. Nach den Kommunalwahlen im September umfasst das Gremium nun rund ein Drittel neue Mitglieder. Diese wurden von den Geschäftsführern Torsten Rohmann und Ralf Krismann vor allem über die finanzielle Situation informiert.
Mehrausgaben über rund 230.000 Euro kamen beim ASTO im Jahr 2024 zusammen. Ursächlich waren laut Rohmann vor allem zwei Gründe. Zum einen mussten im Bereich der Personalversorgung höhere Rückstellungen getätigt werden (rund 260.000 Euro mehr), die selbst mit Einsparungen im Personalbereich nicht ausgeglichen werden konnten. Es blieben Mehrausgaben von 163.000 Euro. Zum anderen stiegen die Müllmengen im Jahr 2024 stark an (Restmüll plus 388 Tonnen, Sperrmüll plus 561 Tonnen und biogene Abfälle plus 518 Tonnen), was unter dem Strich zu Mehrkosten von rund 350.000 Euro führte. Krismann vermutet, dass die geringe Inflationsrate nach der Pandemie zu einer erhöhten Kauflust geführt haben könnte. Es sei mehr produziert worden, mehr konsumiert und dementsprechend wurde auch mehr entsorgt. Die Mehrausgaben werden wie gesetzlich geregelt in der nächsten Gebührenkalkulation eingerechnet.
Die Kalkulation der Müllmengen für 2025 soll dagegen wieder passen, Abschlusszahlen liegen aber noch nicht vor. Ausgeglichen präsentiert sich auch der Haushalt für das laufende Jahr mit einem Etat über rund 22 Millionen Euro. Er wurde einstimmig beschlossen.
Erst im kommenden Jahr wird der Haushalt auch einen Teil der Investition in Eigentum beinhalten. Die Verbandsversammlung beschloss im nichtöffentlichen Teil grundsätzlich, dass der ASTO eine Million Euro für den Kauf einer Immobilie tätigen darf. Im Auge haben Rohmann und Krismann eine noch zu bauende zentrumsnahe Immobilie in Gummersbach. Man möchte also innerhalb der Kreisstadt umziehen, um weiterhin bestmöglich für die Kunden im großen Verbandsgebiet von Waldbröl bis Wipperfürth erreichbar zu sein und auch den kurzen Draht zum Gummersbacher Rathaus weiter pflegen zu können. Die Geschäftsführer gehen davon aus, dass es noch in diesem Jahr Unterschriften unter einem Kaufvertrag gibt.
Der neue Verbandsvorsteher ist der alte
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[Foto: ASTO --- ASTO-Geschäftsführer Torsten Rohmann (li.) ehrte stellvertretend für alle ausgeschiedenden Mitglieder Stefan Meisenberg (2.v.li.) und Thomas Gothe (2.v.re.). Rainer Sülzer (Mitte) wurde zum Vorsitzenden der Verbansversammlung gewählt, Raoul Halding-Hoppenheit zum Verbandsvorsteher.]
Raoul Halding-Hoppenheit bleibt auch nach seiner Wahl zum Bürgermeister Gummersbachs Verbandsvorsteher des ASTO. Die Versammlung wählte ihn einstimmig erneut in das Amt. Auch alle weiteren Wahlen fielen einstimmig aus. Stellvertreter sind demnach Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul und der Wiehler Rathauschef Ulrich Stücker. Vorsitzender der Verbandsversammlung wurde Rainer Sülzer (Gummersbach), der zuvor bereits Vertreter der im vergangenen Jahr verstorbenen Vorsitzenden Margit Ahus (Wipperfürth) war. Sülzers Stellvertreter sind Anja Brauer (Waldbröl), Marius Marondel (Wipperfürth) und Eva Kranenberg (Marienheide).
Nach den Wahlen wurden stellvertretend für alle ausgeschiedenen Vertreter und Stellvertreter Thomas Gothe aus Bergneustadt (seit 2004 ordentliches Mitglied in der Verbandsversammlung), Stefan Meisenberg aus Marienheide (seit 2014 Mitglied) und Frank Helmenstein aus Gummersbach (seit 2004 Mitglied) geehrt.
Der Umzug soll sich auch positiv auf die Gebührenkalkulation auswirken. Seit Bestehen des Verbands 1997 werden die erforderlichen Büros angemietet, was jährlich rund 30.000 Euro Miete kostet. Das zurzeit genutzte Gebäude in der Moltkestraße sei sehr alt und verursache hohe Mietnebenkosten. Bis 2024 seien so 717.000 Euro geflossen. Durch den Kauf einer Büroetage würde der Verband zwar mit einer anfänglich hohen Investition über rund eine Million Euro belastet, das beabsichtigte Objekt könne der Verband aber aufgrund der guten Liquidität ohne Fremdkapital finanzieren. Es entstünden also keine gebührentreibenden Kreditkosten, so die Argumentation der ASTO-Geschäftsführung. Für die Gebührenzahler sollen sich demnach weitere Entlastungen ergeben, da die Verbandsführung von jährlichen Abschreibungen in fünfstelliger Höhe ausgeht.
Eine Entlastung, vor allem für das Personal, verspricht sich die Geschäftsführung mit dem Beschluss der Versammlung, den Abfallkalender 2027 in einer verringerten Stückzahl nur noch über die Bürgerämter der Kommunen zur Abholung bereitzustellen. Gleichzeitig soll das Internetangebot ausgebaut und die App von MyMüll.de noch in diesem Jahr eingeführt werden. In der App sollen alle wichtigen Informationen rund um das Thema Entsorgung zusammengeführt werden, dazu können sich die Bürger erinnern lassen, die Tonne rauszustellen.
Über die App könne aber auch kommuniziert werden, wenn beispielsweise ein Sperrmüllfahrzeug liegengeblieben ist und der Müll erst verzögert abgeholt werden kann. „Das führt zu weniger Anrufen bei uns und zur Entlastung bei den Mitarbeitern“, so Rohmann. Die Kosten, die dabei allein für den Versand der Kalender angefallen sind, werden dabei die Kosten der Einführung der App tragen. Wer kein Smartphone hat oder im Internet nicht unterwegs ist, für den soll es aber stets möglich sein, für seine Adresse an die nötigen Informationen zu kommen, betonen beide Chefs.
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