LOKALMIX

„AggerEnergie ist bereit für die Zukunft, weil sie eine Herkunft hat“

lw; 06.05.2026, 18:46 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung & Lars Weber (3) --- Symbolische Staffelstabübergabe (v.li.): Jörg Jansen, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Jörg Bukowski, nebenamtlicher Geschäftsführer, der alte und der neue Geschäftsführer Frank Röttger mit Andreas Esser sowie AggerEnergie-Aufsichtsratsvorsitzender und rhenag-Vorstand Till Cremer.
LOKALMIX

„AggerEnergie ist bereit für die Zukunft, weil sie eine Herkunft hat“

lw; 06.05.2026, 18:46 Uhr
Gummersbach – Im Kino Seven feierte der Energieversorger seine 100-jährige Geschichte mit rund 200 geladenen Gästen – Geschäftsführer Frank Röttger übergab symbolisch an seinen Nachfolger Andreas Esser – Autor Sascha Lobo hielt die Keynote zum Thema KI.

Von Lars Weber

 

Vergangenheit und Zukunft haben sich bei der Matinee der AggerEnergie die Hand gegeben, mit der das Unternehmen seine nun 100-jährige Geschichte gefeiert hat. 200 Gäste aus den Rathäusern der Anteilseigner, aus dem Kreishaus, aus Politik, von Vereinen, Institutionen und anderen Firmen waren ins Kino Seven geladen, um gemeinsam anzustoßen. Dabei spannte der Energieversorger den großen Bogen von der Gründung als Gasgesellschaft Aggertal in Gummersbach am 15. März 1926 bis zur Staffelstabübergabe des langjährigen Geschäftsführers Frank Röttger an seinen Nachfolger Dr. Andreas Esser. Und einen Blick in die Zukunft wurde direkt auch noch gewagt: Dafür hatte die AggerEnergie den bekannten Podcaster, Digitalunternehmer und Autoren Sascha Lobo als Keyspeaker gewonnen, der über den Einsatz von KI als Wirtschaftsbooster sprach.

 

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Souverän durch die Veranstaltung führte Jörg Bukowski. Der ehemalige Bürgermeister Morsbachs ist seit Anfang des Jahres nebenamtlicher Geschäftsführer der AggerEnergie und damit ebenso Teil des neuen Führungsteams wie Neu-Geschäftsführer Esser. Die Reise durch die Zeit passte zum Motto des Jubiläums „Zukunft hat Herkunft“.

 

Den Blick in die Vergangenheit ließ sich Frank Röttger (Foto) nicht nehmen. Seit der Gründung der AggerEnergie durch die Fusion der Gasgesellschaft Aggertal und der Aggerstrom 2006 ist der 60-Jährige auch Geschäftsführer. Seine Bilderreise ging aber noch weiter zurück in die Historie. Er zeigte Fotos vom Bau der ersten Gasleitungen (die Arbeiter noch mit der Zigarette im Mund), vom Bau der Aggertalsperre 1927/28, mit deren Wasserkraft inzwischen 900 Haushalte mit Strom versorgt werden, aus Marketingkampagnen quer durch die Jahrzehnte oder auch vom Umzug der Zentrale aus der Moltkestraße an die Berstig (Einen Überblick über die Historie gibt es auch hier). Technisch sei man immer mit der Zeit gegangen, von der ersten Erdgaszapfsäule bis zu den neusten Photovoltaikprojekten. Stets im Blick dabei: die Region. Weshalb die AggerEnergie als Sponsor und Unterstützer in sämtlichen Bereichen von Sport über Kultur und Soziales bis zum Umweltschutz seit Jahrzehnten präsent sei.

 

Darauf hatte in seinem Grußwort auch Josef Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW, hingewiesen. „Von jedem verdienten Euro bleiben 29 Cent in der Region“ - jedes Jahr 350.000 Euro. Die AggerEnergie sei das Rückgrat der Region bei der Energiewende und für eine sichere lokale Versorgung auch in unsicheren Zeiten. Das nächste Jahrhundert werde nicht leichter werden für das Unternehmen. Aber: „Die AggerEnergie ist bereit für die Zukunft, weil sie eine Herkunft hat.“

 

[Frank Röttger dankte besonders seiner Familie für die Unterstützung.]

 

Röttger sei stolz, dass die AggerEnergie da steht, wo sie ist. Der 60-Jährige dankte sämtlichen Weggefährten, die ihn teils über lange Jahre begleitet und gefördert haben, ebenso wie den rund 200 Mitarbeitern der AggerEnergie. „Es gibt keinen Erfolg ohne die Mannschaft, sie sind die Stützen des Unternehmens.“ Besonderer Dank ging an seine Familie, seine Frau Kirsten sowie seine Söhne. Seine Frau sei ihm Ratgeberin, Stütze und Kritikerin gewesen. „Ihr habt mir Halt gegeben.“

 

Kurz vor diesen Dankesworten hatte bereits die symbolische Staffelstabübergabe stattgefunden. Seit Anfang des Monats ist Dr. Andreas Esser hauptamtlicher Geschäftsführer. Er löst damit Frank Röttger ab, der nach 20 Jahren planmäßig zum 30. September in den Ruhestand geht. Röttger zeigte sich überzeugt davon, zusammen mit dem Aufsichtsrat die richtige Wahl getroffen zu haben. Esser wünschte er eine „glückliche Hand“ dabei, die Entwicklung und die Geschichte der AggerEnergie fortzuführen.

 

[Die Unternehmer Hendrik Pilatzki und Sven Gebhard von der IHK Köln ehrten die AggerEnergie als „starken Partner“ mit einer Ehrenurkunde.]

 

Von Esser überzeugt zeigte sich auch Till Cremer, AggerEnergie-Aufsichtsratsvorsitzender und rhenag-Vorstand. In ihm sehe er ähnliche Qualitäten wie bei Röttger, sagte er in seiner Laudatio. „Ruhig, verlässlich, konsequent und mit einer klaren Strategie“, so beschrieb er Röttger. Die große Aufgabe, die Strom- und die Gaswelt zusammenzuführen, habe er gemeistert und mit Leben erfüllt. Und auch auf Esser warten nun große Aufgaben.

 

Dazu gehört auch, das machte der Keynotespeaker Sascha Lobo aus Berlin in seinem unterhaltsamen Vortrag deutlich, die KI-Transformation voranzutreiben. Denn Deutschland habe zwar den Kraftschub, den die Digitalisierung seit Anfang der 1990er-Jahre der Wirtschaft anderen Industrienationen verliehen habe, übersprungen. Den Kraftschub, den die Künstliche Intelligenz geben kann, müsse die Bundesrepublik aber zwingend nutzen, so Lobo. Und da in Deutschland der Wohlstand nicht allein in den Großstädten erarbeitet werde, sondern in der Fläche, „brauchen wir die KI-Transformation auch in Gummersbach“, sagte der Berliner in seinem „Von der Kohle zur KI“ übertitelten Vortrag.

 

[Sascha Lobo sprach über die Chancen, die Künstliche Intelligenz der Bundesrepublik und ihrer Wirtschaft bietet.]

 

Unternehmen müssten ihre „KI-Tüftler“ finden und fördern. Gerade auch über Energieunternehmen gebe es durch KI die Möglichkeiten, durch bessere Prognosen, Laststeuerung, Netzbetrieb und Effizienz, real Energie zu sparen, so eine aktuelle Studie aus China. Vor Experimenten sollten deutsche Unternehmen nicht zurückschrecken, um gemeinsam für die positiven Folgen der KI-Transformation zu arbeiten. „Das ist die Hausaufgabe für sie!“

 

Bevor die Hausaufgaben erledigt werden, gab es noch Zeit und Raum für Gespräche und einen Imbiss im Foyer. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Duo Stefan Heidtmann und Philipp Hayduk.

 

Mehr zum Jubiläum und auch zu den besonderen Aktionen für die Oberberger gibt es hier.

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