LOKALMIX

Über 500 Unterschriften für mehr Sicherheit im Radverkehr

pn; 17.04.2026, 12:30 Uhr
Foto: Peter Notbohm ---- Helmut Reccius (l.), Dr. Ralph Krolewski (2.v.l.), Thomas Bandahl (2.v.r.) und Robert Hess (r.) überreichten Francis Jovan (3.v.l.) und Jakob Kadura (3.v.r.) am Mittwoch eine Bürgeranregung für mehr Sicherheit im Radverkehr in der Kreisstadt
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Über 500 Unterschriften für mehr Sicherheit im Radverkehr

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pn; 17.04.2026, 12:30 Uhr
Gummersbach - Für mehr Sicherheit für Radfahrer in der Kreisstadt setzt sich eine Bürgeranregung ein, die der ADFC nun im Gummersbacher Rathaus überreicht hat.

Von Peter Notbohm

 

Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) schnitt Gummersbach im vergangenen Jahr äußerst schwach ab und landete auf den hinteren Plätzen (OA berichtete). Damit sich die Bedingungen für den Radverkehr in der Kreisstadt verbessern, hat der ADFC Oberberg nun eine Bürgeranregung mit 545 Unterschriften im Gummersbacher Rathaus eingereicht. Darin enthalten: Sieben konkrete Vorschläge mit Zielsetzungen und Begründungen.

 

„Wir wollen, dass in der Politik beraten wird, wie man die Situation verbessern kann“, sagte Dr. Ralph Krolewski, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe in Gummersbach, der die Bürgeranregung diese Woche an Francis Jovan, Fachbereichsleiter im Fachbereich 9 - Stadtentwicklung und Klimaschutz, überreicht hat. Um der Bürgeranregung, mit der ein Impuls gesetzt werden soll, Nachdruck zu verleihen, wurden in den vergangenen Wochen u.a. in Windhagen und bei mehreren Fahrradhändlern Unterschriften gesammelt und viele Meinungen eingeholt, berichtete Krolewski.

 

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Häufig habe man dabei gespiegelt bekommen, „dass es als Radfahrer gefährlich ist, in Gummersbach zu leben“.  Viele Eltern würden ihre Kinder lieber mit dem Auto überall hinfahren, weil der Weg mit dem Fahrrad zu gefährlich sei. Die Gummersbacher Straße in Niederseßmar sei laut Krolewski von einigen Bürgern sogar als „Todeszone“ bezeichnet worden. Dabei boome der Radverkehr in der Kreisstadt eigentlich. Laut Zahlen des ADFC kommen 825 Fahrräder auf 1.000 Bürger. 30 Prozent davon seien mittlerweile Pedelecs. „Die Leute wollen nicht erst durch die gestiegenen Spritpreise weg vom Auto, gleichzeitig aber auch sichere Wege“, so Krolewski, der von einer Stadtentwicklung spricht, „die für alle lebenswert ist“.

 

Besonders kritisiert der ADFC, dass es in Gummersbach ein Radverkehrskonzept gebe, dieses von der Politik aber nicht beschlossen werde. Zu den geforderten Maßnahmen gehören eine sichere Querung durch die Innenstadt, Verbesserungen an der Gummersbacher Straße und mehr Tempo-30-Zonen. Aus Sicht des Clubs alles Maßnahmen, die kaum Kosten verursachen würden, die Sicherheit aber deutlich erhöhen würden.

 

U.a. fordert der ADFC, dass im Innenstadtbereich die Einbahnstraßenregelung an Wilhelmstraße, Schützenstraße und Moltkestraße für den Radverkehr aufgehoben wird, um so mehr Durchfahrmöglichkeiten zu schaffen. Im Ergebnis wolle man so einen inneren Ring nach niederländischem Modell erreichen. Mit dem Aufstellen von Radbügeln in diesen Bereichen würde man Radfahrern zudem den anschließenden Fußweg in die Innenstadt erleichtern.

 

Eine weitere Forderung: Die Umwandlung des Parkstreifens an der Ostseite der Gummersbacher Straße und Seßmarstraße zwischen dem Abzweig Vosselstraße und Wiesenstraße in einen Radstreifen, der den Radschutzstreifen in diesem Bereich ersetzen soll. Damit sollen die Pendlerströme zwischen Bergneustadt und Gummersbach gestärkt werden.

 

Entsetzt sei man beim ADFC über die Haltung von Straßen.NRW, Einfärbungen, die auf Gefahrenstellen im Kreuzungsbereich nur im Rahmen von Straßensanierungen durchzuführen. Vor allem im Bereich des Kreuzungsbereichs von Seßmarstraße und Wiesenstraße fordert der ADFC deutliche Entschärfungen durch Piktogramme und eine Anpassung der Ampelanlage zur besseren Steuerung der Verkehrsarten.

 

Zudem bekräftigten die Initiatoren der Bürgeranregung den Wunsch, dass Gummersbach Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS) wird, wodurch man einen besseren Zugang zu Fördermitteln erhalte. Von der Gummersbacher Politik wurde dies bereits abgelehnt, auch weil man eine weitere Stelle im Rathaus schaffen müsste.

 

Francis Jovan sprach von einem „willkommenen Antrag“ und betonte im Gespräch mit den ADFC-Vertretern, dass es in Gummersbach keine Maßnahme mehr gebe, „wo der Radverkehr nicht berücksichtigt wird“. Die Verwaltung werde die Maßnahmen nun detailliert bewerten und anschließend in den Rat einbringen. Jovan ergänzte aber auch, dass der Radverkehr nicht immer ein Thema des Willens, sondern ein Thema der Begebenheiten sei. Die Topgrafie und Bebauung in der Kreisstadt erlauben nicht immer fahrradfreundliche Maßnahmen.

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