LOKALMIX
„Eine Museumsfrau durch und durch“
Lindlar – Seit Anfang des Monats ist Sandra Badelt neue Leiterin des LVR-Freilichtmuseums – Nun wurde sie im Rahmen einer Feier offiziell in ihr Amt eingeführt.
Von Lars Weber
Eine Ära endete im Februar, als der Leiter des LVR-Frelichtmuseums Lindlar, Michael Kamp, nach 22 Jahren in dieser Position in den Ruhestand ging (Hier gibt es das Abschiedsinterview zum Nachlesen). Nun ist seine Nachfolgerin Sandra Badelt Anfang Juni gestartet. Am Montagnachmittag gab es aus diesem Anlass eine Feier in der Zehntscheune, bei der die 1973 in Essen geborene Kunsthistorikerin offiziell in das Amt eingeführt wurde. Viele Gäste waren gekommen, Freunde und Familie von Badelt ebenso wie Vertreter aus der hiesigen Politik, von Kommune, Kreis und LVR. Und natürlich waren auch die Mitglieder des engagierten und für das Museum so wichtigen Fördervereins gekommen. Diesen Zusammenhalt beschwörte auch Badelt.
Dr. Corinna Franz, LVR-Kulturdezernentin, stellte die neue Leiterin vor. Badelt habe nach ihrem Studium der Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum in verschiedenen Kultureinrichtungen gearbeitet, unter anderem als Ausstellungsleiterin am Düsseldorfer Kunstpalast. Die vergangenen sieben Jahre war sie als Mitglied im Direktorium des Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, tätig. Badelt sei „eine Museumsfrau durch und durch“, der es gelinge, fachliche Kompetenz mit einer sympathischen Ausstrahlung zu verbinden. Sie übernehme ein „wohlbestelltes Museum“, das eine feste Größe in der Museumslandschaft geworden sei. „Sie bringt alles mit, um das Freilichtmuseum erfolgreich in die Zukunft zu führen. Sie ist die Richtige“, ist Dr. Franz überzeugt. Michaela Zierke, Personalratsvorsitzende des LVR-Freilichtmuseums Lindlar, wünschte ihr eine glückliche Hand bei ihren Entscheidungen.
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[Dr. Corinna Franz, LVR-Kulturdezernentin, stellte die neue Leiterin vor.]
Bei der anschließenden Talkrunde mit dem Thema „Geschichte bewahren. Gegenwart verstehen. Zukunft gestalten. Das Museum als Ort des Dialogs“, die von Petra Dittmar, Abteilungsleiterin Wissenschaftliche Dienste des Museums, moderiert wurde, gab Badelt Einblicke in ihr Verständnis von Museumskultur- und -arbeit. Mit ihr diskutierten Dr. Hermann-Josef Tebroke, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Bergischen Freilichtmuseums Lindlar, und Dr. Carsten Vorwig, Leiter des LVR-Freilichtmuseums Kommern.
Die Zugänglichkeit von Freilichtmuseen sei eine große Stärke. „Hier werden alle Sinne angesprochen“, so Badelt. Dabei öffneten sich Besucherinnen und Besucher der Vergangenheit und setzten diese in Bezug zu sich selbst, sie schaffen also eine Bindung. Diese „Anknüpfungspunkte an die eigene Lebensrealität“ zu schaffen, sei entscheidend, um das Museum spannend zu halten. „Als Museum dürfen wir nicht nur senden und bespaßen.“
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[Die Diskussionsrunde (v.li.): Petra Dittmar, Abteilungsleiterin Wissenschaftliche Dienste des Museums, Dr. Carsten Vorwig, Leiter des LVR-Freilichtmuseums Kommern, Sandra Badelt und Dr. Hermann-Josef Tebroke.]
Die Rolle des Ehrenamts für das Museum hob Dr. Hermann-Josef Tebroke hervor, seit einigen Monaten neuer Vorsitzender des Fördervereins des Freilichtmuseums. Es sei ein gutes Miteinander zwischen dem Verein und dem LVR. „Die Menschen merken: Hier dürfen wir mitwirken, hier haben wir unseren Platz.“ Dies zeige sich auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Das Freilichtmuseum sei ein dritter Ort, also ein Ort, an den die Menschen gerne kommen, um ihre Zeit zu verbringen. Dies hinge viel mit Partizipation zusammen. „Das Museum ist ein Museum für alle.“ Die Gemeinschaftsleistung zwischen Haupt- und Ehrenamt betonte Badelt. „Wenn alles zusammenkommt, entsteht eine immense Kraft.“ Die Ehrenamtlichen bringen neben Ressourcen vor allem auch Gemeinschaft ein.
Einen automatischen Anspruch auf Relevanz hätten Museen nicht, machte Badelt deutlich. „Relevanz muss man sich erarbeiten!“ Entscheidend sei dabei auch, selbst lernbegierig zu bleiben. „Wir müssen auch von den Besuchern lernen.“ Gerade das junge Publikum sei ein sehr anspruchsvolles. „Wir müssen den Anschluss behalten – und dafür wollen wir gemeinsam arbeiten.“
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