LOKALMIX

2,2 Kilo oder 1.176 Seiten geballte OSB-Historie

ls; 08.12.2023, 14:40 Uhr
Foto: Leif Schmittgen --- Klaus Büser (2.v.li.) stellte heute die OSB-Chronik im Heimatmuseum Bergneustadt vor.
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2,2 Kilo oder 1.176 Seiten geballte OSB-Historie

ls; 08.12.2023, 14:40 Uhr
Oberberg - 2024 wird der Oberbergische Schützenbund 100 Jahre alt - Präsident Klaus Büser hat 1.750 Stunden Arbeit in die Erstellung einer Chronik investiert.

Von Leif Schmittgen

 

Es sind beeindruckende Zahlen, die das heute Morgen im Heimatmuseum Bergneustadt vorgestellte Werk beinhaltet: 2,2 Kilogramm schwer, verteilt auf 1.176 Seiten, sind vom Präsidenten Klaus Büser 100 Jahre geballtes Wissen über den Oberbergischen Schützenbund (OSB) zusammengetragen und nun in einer gebundenen Buchausgabe veröffentlicht worden. „Anfangs bin ich davon ausgegangen, mit 300 Seiten auszukommen“, sagt Büser. Bei seinen Recherchen in Zeitungsarchiven und Bibliotheken fand er allerdings so viel Wissenswertes, dass er schnell eines Besseren belehrt wurde und in den vergangenen zwei Jahren geschätzte 1.750 Stunden Arbeit für sein unter dem Titel erschienene Chronik „100 Jahre Oberbergischer Schützenbund im Fokus von Presse, Akten und Dokumenten“ investiert hat.

 

[Zur Chronik gibt es ein Handbuch und Orden.]

 

Interessante Fragen, nämlich was mit dem OSB während der Nazi-Herrschaft geschah, wie lange  der erste Vereinschef überhaupt im Amt war und ob es vor 1933 schon Feste gab, waren für Büser bis dato ungelöste Rätsel. Die Antworten präsentiert er in seiner Publikation. 1934 ging der OSB vorübergehend im Kleinkalibersportverband auf, Aldolf Bockemühl war demnach nur zehn statt vermuteter 14 Jahre Vorsitzender und man hatte man es bis zur Machtübernahme durchaus verstanden, Feste zu feiern, meist in Bergneustadt, wo der Verband 1924 aus der Taufe gehoben wurde und seither als Dachverband der Grünröcke in der Region fungiert. Rauschende Zusammenkünfte in Zelten für 3.000 Menschen sind heute vielerorts undenkbar, bis Ende der 1950er-Jahre waren sie aber Realität. Bis zu 40 Mitgliedsorganisationen zählte man zu jener Zeit, heute sind es noch 32. „Einige Vereine haben nur kurz bestanden“, weiß Büser nun. „Die Oberberger bauten zwar große Vereine auf, neigten aber nicht zu Konstanz“, so der Präsident weiter.

 

[Thomas Knura freute sich über das erste Exemplar.]

 

Rund 22.000 Euro hat die Erstellung gekostet. Finanzielle Unterstützung gab es unter anderem von der Volksbank Oberberg, die 3.000 Euro stiftete. Die ersten Exemplare gingen heute an Volksbank-Sprecher Thomas Knura und Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul. Büser überreichte sie gemeinsam mit den OSB-Ehrenratsmitgliedern Willi Stoffel und Hans Hans-Peter Murmann. Zu Jahresbeginn erscheint außerdem eine Festschrift zum 100. Jubiläum, die ergänzende Informationen über die Vereine liefert. Am 24. Februar beim Kommers und am 2. März soll der runde Geburtstag gebührend gefeiert werden - jeweils im Bergneustädter Krawinkelsaal. Wer in den Besitz eines der auf 850 Exemplare limitierten Bücher kommen möchte, kann über einen der Mitgliedsvereine Bestellungen aufgeben. Die Chronik ist zusammen mit einem Handbuch für Schützenuniformträger sowie einem Jubiläumsorden für 30 Euro erhältlich.

 

Unterstützer

 

Neben der Volksbank Oberberg unterstützten auch die Volksbank in Südwestfalen, die Brauereien Erzquell und Krombacher, die Kreissparkasse Köln und die  Sparkasse Gummersbach, die AggerEnergie sowie die Firma Albrecht Kind die Erstellung der Jahrhundertchronik.

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