LOKALES

Neue Autos im Doppelpack für Liya und Thiago

mkj; 05.07.2020, 09:06 Uhr
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Fotos: Michael Kleinjung - - - Gleich zwei Familien konnten sich über neue, durch Spenden finanzierte Autos freuen.
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Neue Autos im Doppelpack für Liya und Thiago

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mkj; 05.07.2020, 09:06 Uhr
Bergneustadt – Die dreijährige Liya und der achtjährige Thiago sind schwer krank - Unter anderem dank der Unterstützung der Helfenden Hände Oberberg sowie des Autohauses Weil konnten die beiden Familien nun jeweils ein perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Auto entgegennehmen.

Von Michael Kleinjung

 

Gestern wurden im Bergneustädter Autohaus Ford Weil im Rahmen einer kleinen Feierstunde zwei Ford Transit an die Familien der beiden Kinder Liya Mallal aus Lüdenscheid und dem achtjährige Thiago Kimaali aus Gummersbach übergeben. „Auch dieses Mal ist uns das Autohaus Ford Weil beim Preis sehr entgegengekommen“, freute sich Bettina Hühn, Initiatorin von „Helfende Hände Oberberg“ und Geschäftsführerin der Ursula Barth Stiftung aus Waldbröl. Das Neustädter Autohaus hatte schon im vergangenen Jahr zwei rollstuhlgerechte Autos für die beiden Kinder Levi und Ben (OA berichtete) mit einem großzügigen Nachlass geliefert.

 

[Samira und Hicham Mallal haben  jetzt in dem neuen Auto genügend Platz für die ganze Familie.]

 

„Über den Verein ‚Walking with Giants Germany‘ und die Familie von Liya selbst erreichte uns ein Hilferuf, den wir nicht überhören konnten“, so Hühn. Liya hat vier ältere Geschwister und ist mit einem Gendefekt auf die Welt gekommen. Liya leidet an einer seltenen Form des Kleinwuchses. Sie hat Diabetes mellitus Typ 1, ist insulinpflichtig und gesundheitlich immer sehr angeschlagen. Sie kann nicht normal essen, weswegen sie künstlich über eine PEG-Sonde ernährt wird. Die Dreijährige kann nicht laufen, nicht allein sitzen, sich kaum bewegen und ist zudem noch blind. Diese Probleme hat Liya aufgrund ihrer angeborenen Hirnfehlbildungen. Durch Hirninfarkte hat Liya zudem einen Atem- und Herzstillstand erlitten und musste reanimiert werden. Seit dem Vorfall ist Liya intubiert und hat seit 2019 einen Tracheostoma (künstlichen Zugang zur Luftröhre) und wird so beatmet.

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Das alte Fahrzeug war viel zu klein geworden. Liyas Vater ist Alleinverdiener. Die Mutter pflegt die Tochter und kümmert sich um die Geschwister. Sieben Personen, dazu die vielen Geräte für Liyas Versorgung wie Rehabuggy, Sauerstoff, Absauggerät, Überwachungsmonitor und etliches Notfall-Zubehör. „Da musste vor jeder Fahrt gelost werden, welche Kinder zu Hause bleiben mussten, da im Auto nicht genug Platz für alle war“, so Mutter Samira Mallal. Das Auto wurde finanziert durch den Verein „Walking with Giants Germany“ mit 9.000 €, der Aktion Kinderträume mit 4.000 € und der Ursula-Barth-Stiftung/Hilfe für Nick & Co. – Helfende Hände Oberberg mit 18.500 €. „Wir sind unendlich dankbar für alle Beteiligten, die uns geholfen haben. Das hat uns enorm das Leben erleichtert. Ich kann mit 1.000 Worten nicht beschreiben, was uns das gebracht hat“, so die Mutter.

 

[Barbara Eiserfey vom Pflegedienst "Engel mit Herz" und  Anpauriel Miseré holten mit Thiago Kimaali das neue Auto ab. Hier mit Verkaufsleiter Andreas Sabel und Bettina Hühn von "Helfende Hände Oberberg"]

 

Auch die Familie Miseré mit dem acht Jahre alten Thiago Kimaali war dringend auf ein größeres Auto mit einer Rollstuhlrampe angewiesen. Thiago leidet an einem nicht therapierbaren Gendefekt (Otahara Epilepsie). Er kann nicht laufen, nicht sprechen, nicht allein essen und wird seit rund vier Jahren durch eine Sonde ernährt. Er ist von seiner Entwicklung her auf dem Stand eines Säuglings und wird es auch immer bleiben. Somit gehört der Rollstuhl zu seinem Leben dazu. Die Familie lebt in einem kleinen Ferienhaus mitten in der Natur, ohne Autoverkehr, ohne Lärm, wo Thiago sich wohlfühlt, da er sehr viel Ruhe und Entspannung braucht. Durch die Krankheit kommt sein Gehirn nie zur Ruhe und ist in ständiger Krampfbereitschaft. Das Wohnumfeld ist perfekt für ihn. Das Problem ist, dass es sehr abgelegen ist.

 

Seine Mama besitzt nur einen kleinen Suzuki, der zwar treue Dienste leistet, aber um Thiago und seinen Rolli zu transportieren, ist er viel zu klein. Jetzt kann die Familie kleine Ausflüge und Familienbesuche machen und Arzttermine besser wahrnehmen. Zudem müssen immer jede Menge Gerätschaften mitgenommen werden. „Vielen Dank für die Möglichkeit, dass Thiago jetzt wieder am sozialen Leben teilnehmen kann“, bedankt sich sein Vater Anpauriel Miseré bei allen Beteiligten. „Er genießt es, draußen unter Menschen zu sein. So haben wir jetzt die Freiheit, spontan irgendwo hinfahren zu können, um andere zu besuchen. Dies bedeutet für uns ein großes Stück Lebensqualität.“

 

[Verkaufsleiter Andreas Sabel und Bettina Hühn haben noch zwei Aufkleber der "Helfenden Hände Oberberg" für die beiden Autos]

 

23.800 € hat die Ursula-Barth-Stiftung/Hilfe für Nick & Co. - Helfende Hände Oberberg für das Auto finanziert. Das ist die erste doppelte Autoübergabe in unserer fast neunjährigen Geschichte“, freut sich Bettina Hühn von den Helfenden Händen Oberberg. „Ich bin sehr glücklich, dass das funktioniert hat. Wenn man dann in die freudigne Gesichter schaut, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat.“

 

Die Corona-Krise hat jedoch auch bei der Stiftung tiefe Spuren hinterlassen. „Die aktuelle Situation bei uns ist, dass das Spendenvolumen extrem eingebrochen ist“, beschreibt Hühn die Situation. „Wenn ich 60 bis 70 Prozent weniger sage, dann ist das eine realistische Zahl. Wir werden in diesem Jahr unseren Auftrag erfüllen, aber sicher nicht in dem Umfang wie in den vergangenen Jahren.“

 

„Wir sind für jede Hilfe dankbar!“

Spendenkonto Ursula Barth Stiftung
IBAN: DE04 3707 0060 0100 2500 00
BIC: DEUTDEDKXXX

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