ENGELSKIRCHEN

Die "Oldies" trotzten dem schlechten Wetter

mg; 06.10.2025, 07:50 Uhr
Bilder: Michael Gauger --- Um die Mittagszeit spielte das Wetter noch mit: Mehrere Hundert Besucher strömten zum Rathausgelände.
ENGELSKIRCHEN

Die "Oldies" trotzten dem schlechten Wetter

mg; 06.10.2025, 07:50 Uhr
Engelskirchen – Beim Transport- und Oldtimerfest gab es eine Menge zu sehen und zu erleben - LVR-Museum machte die rollende Geschichte lebendig.

Von Michael Gauger

 

Leider zeigte sich das Wetter am ersten Sonntag im Oktober nicht von seiner allerbesten Seite, trotzdem rollten zum 19. Transport- und Oldtimerfest knapp 140 Besitzer historischer Fahrzeuge aller Kategorien und der letzten Jahrzehnte zum Rathaus nach Engelskirchen, wie Sonja Nanko vom Landschaftsverband Rheinland berichtete.


[Das Interesse an den liebevoll gepflegten Fahrzeugen war groß.]

So war vom Hochrad über ein klassisches Bonanza-Fahrrad bis zum tonnenschweren Lkw wieder alles vertreten zu bestaunen, darunter auch Fahrzeuge, die zum ersten Mal bei diesem Treffen vertreten waren. „Leider haben wetterbedingt einige kurzfristig ihre Absage mitgeteilt, darunter auch zwei Zweiradclubs und einige Cabrios“, erklärten die Veranstalter. Dies gab aber wiederum die Möglichkeit, Spontanbesucher zur Veranstaltung zuzulassen, denn eigentlich waren alle Plätze bereits früh vergeben.

 

Aufgrund der Verkehrsproblematik bei der Einfahrt in den letzten Jahren hatte man in diesem Jahr einen Check-In am Aggertalgymnasium eingerichtet, was die Zufahrt zum Gelände wesentlich entspannte. Außerdem griff man zusätzlich auf die Hilfe sogenannter „Verkehrskadetten“ der Verkehrswacht Solingen zurück. Die jungen Damen und Herren sorgten in großer Anzahl stets dafür, dass der Verkehrsfluss rund um die gesamte Veranstaltung perfekt gewährleistet war.

 

WERBUNG

Die vielen Besucher scheuten sich nicht, die Besitzer der zwei- oder mehrrädrigen Schätze anzusprechen und die eine oder andere Information oder Anekdote zum Fahrzeug in Erfahrung zu bringen. Und während der eine sein Fahrzeug möglichst im Originalzustand belässt, hat der andere es an seine persönlichen Bedürfnisse angepasst, denn oft reist man von Treffen zu Treffen durch die Lande und freut sich auf eine gemütliche Sitzgelegenheit im Heck oder auf der Ladefläche.

 

Eine kleine Besonderheit präsentierte der Düsseldorfer Andrea Giacin mit seinem 38 Jahre alten Lada WAS-2101, an dessen Kühler nun das Logo „LADER“ prangt. Er bringt die Moderne und das Historische zusammen. Kein Wunder, denn der 59-Jährige hat in zweijähriger Arbeit seinen Oldie auf E-Antrieb umgerüstet. Bis zu 150 Kilometer weit kommt er dank der acht Batterien im Kofferraum und sorgt an den Ladesäulen stets für Verwunderung.

 

Auf dem Platz hinter dem Rathaus waren in erster Linie die Großfahrzeuge abgestellt, unter anderem Lkw der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, aber auch von Speditionen. Nicht nur Stefan Horn, der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Lindlar, hatte ein Auge auf die Fahrzeuge der Marke Magirus Deutz oder etwa den markanten Kurzhauber von Mercedes Benz, Typ 710, der mal einer Werksfeuerwehr angehörte, geworfen. „Ich bin quasi damit groß geworden“, erklärte Horn begeistert, woraufhin die Gattin schmunzelnd meinte:“Das erklärt so einiges.“ 

 

[Gerade die kleinen, dezent angebrachten Feinheiten sorgten für ein Lächeln.]

Für das leibliche Wohl sorgten die Freunde und Förderer des LVR-Industriemuseums sowie der Löschzug Engelskirchen in mehrfacher Weise. Außerdem hatten die ehrenamtlichen Helfer neben dem Gerätehaus eine technische Rettung nach einem Verkehrsunfall an einem Übungsfahrzeug dargestellt. Als diverse Gerätschaften am Nachmittag lautstark in Betrieb genommen wurden, füllte sich dort rasch der Zuschauerbereich.

 

US-amerikanische Militärfahrzeuge der 1930er und 1940er Jahre waren ebenfalls ein Blickfang. Die Kleinsten genossen die Fahrt mit dem kleinen Dampftraktor oder den bereitgestellten Rutschern und Tretfahrzeugen. Mit dem Oldtimerbus hatte man wieder die Möglichkeit, zum nahegelegenen Oelchenshammer zu pendeln und dort einer funkensprühenden Schmiedevorführung am Amboss beizuwohnen. Naheliegender war da der Besuch im Industriemuseum nebenan, wo auch ein Mitmachzirkus für gute Laune sorgte und die Erwachsenen sich der Sonderausstellung „Arbeits[T]räume – ein Zukunftslabor“ widmen konnten, die sich mit der Arbeitswelt von morgen beschäftigt.

 

Parallel zum Transportfest hatte der Einzelhandel im Ort, teils mit Rabattaktionen, zum verkaufsoffenen Sonntag geladen. Auf dem Edmund-Schiefeling-Platz konnte man sich nach dem Shoppen am Getränkestand oder mit deftigen Waffeln stärken.

BILDERGALERIE

WERBUNG