LINDLAR

Parasportlerin aus Lindlar bejubelt WM-Medaillengewinn

Red; 29.09.2026, 06:00 Uhr
Fotos: Frank Heinen/VOIGT/ DBS (1), DBS --- Das deutsche Para Dressursport-Nationalteam mit Helen Brandt (2.v.re.).
LINDLAR

Parasportlerin aus Lindlar bejubelt WM-Medaillengewinn

Red; 29.09.2026, 06:00 Uhr
Lindlar - Para Dressursportlerin Helen Brandt holte bei ihrem Weltmeisterschafts-Debüt in Aachen Bronze in der Kür und Team-Silber.

Die Teilnahme war bereits ein absoluter Höhepunkt, der Abschluss eine kleine Sensation: Para Dressursportlerin Helen Brandt aus Lindlar blickt noch etwas ungläubig, doch gleichzeitig mit großer Freude auf ihre WM-Premiere in Aachen zurück. In der Hochburg des Pferdesports feierte die 28-jährige Medizinstudentin in der abschließenden Kür die Bronzemedaille, nachdem sie zuvor bereits mit dem Team Silber gewonnen hatte. Gleichzeitig sicherte sich das Team damit vier Startplätze für die Paralympics in Los Angeles 2028. Das alles vor den Augen ihres Ehemannes Oliver, des Co-Bundestrainers Rolf Grebe aus Wiehl sowie des Bergneustädters Friedhelm Julius Beucher, Ehrenpräsident des Deutschen Behindertensportverbandes.

 

„Allein die Teilnahme an der WM war für mich ein Highlight und ich hätte noch zu Beginn dieser Saison niemals damit gerechnet“, sagt Brandt. Dann krönte die Championats-Debütantin ihre Teilnahme mit Bronze in der letzten Wertungsprüfung. Mit persönlicher Bestleistung und 78,005 Prozent mussten sich Brandt und ihr Pferd Vulkan Vefas IB nur der Französin Alexia Pittier (78,645 Prozent) und der Überfliegerin dieser WM, Kate Shoemaker (83,305 Prozent) aus den USA geschlagen geben. In der Einzelwertung zum WM-Auftakt landete Brandt im hochklassig besetzten Teilnehmerfeld auf Platz acht. „Da waren wir beide ein wenig überfordert mit dieser Atmosphäre, schon auf dem Abreiteplatz war es schwierig, dass mein Pferd die nötige Konzentration aufbringt“, analysierte Brandt und fügte an: „Es war ein unglaubliches Gefühl, in dieser Kulisse in das Viereck reiten zu dürfen.“

 

[Co-Bundestrainer Rolf Grebe aus Wiehl, Helen Brandt, Friedhelm Julius Beucher, Oliver Brandt.]

 

Vor zwei Jahren zog es Helen Brandt der Liebe wegen ins Oberbergische nach Lindlar, ursprünglich stammt sie aus Dortmund und startet für den RFZ Bochum-Nord 1975. Schon früh war sie im Reitsport aktiv und träumte von einer Karriere als Berufsreiterin, doch eine Stoffwechselerkrankung und eine Autoimmunerkrankung durchkreuzten ihre Pläne. Brandts linkes Bein ist unterhalb des Knies vollständig gelähmt, zudem haben das linke Becken und der linke Oberschenkel rund 70 Prozent ihrer Kraft verloren. Auch im rechten Bein sind Kraft und Empfinden eingeschränkt. Für eine Dressurreiterin stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Gerade im Dressursport spielen Gewichtsverlagerungen und die präzise Einwirkung der Beine auf das Pferd eine zentrale Rolle. Dennoch gelang ihr die Rückkehr in den Leistungssport – und der Sprung in die deutsche Para Dressursport-Nationalmannschaft.

 

 „2028 zu den Paralympics zu fliegen, ist natürlich der absolute Traum“, verrät Helen Brandt. Bei allen sportlichen Ambitionen stehen für Brandt jedoch die Gesundheit von Pferd und Reiterin sowie die weitere gemeinsame Entwicklung im Vordergrund. Denn nur so, ist sie überzeugt, lassen sich langfristig Erfolge erzielen.

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