Lindlar – Nach elf Jahren Arbeit für die Flüchtlingshilfe wurde auf der diesjährigen Mitgliederversammlung die Auflösung zum Jahresende beschlossen.
Der Verein „Willkommen in Lindlar“ ist Geschichte. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung hat der Verein seine Auflösung zum Jahresende beschlossen. „Mit zwei bezahlten Bürokräften und nur zwei ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern ist eine Mammutaufgabe wie die Flüchtlingshilfe auf Dauer weder personell noch finanziell zu stemmen“, wird der erste Vorsitzende Dietmar Klein in einer Mitteilung zitiert.
Nachdem die Kassiererin bereits vor mehreren Monaten ihren Rücktritt erklärt hatte und sich kein Nachfolger gefunden hatte, bestand der Vorstand des Vereins seitdem nur noch aus dem Vorsitzenden und dem Schriftführer. Der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit lag folglich in der Vergangenheit auf der Arbeit der beiden Bürokräfte in der Geschäftsstelle in der Berliner Straße. Außerdem fehlten trotz breit gestreuter Spendenaufrufe in den vergangenen Jahren größere Spenden oder finanzielle Unterstützung aus anderen Quellen.
Auch auf der Mitgliederversammlung hatten sich keine Mitglieder bereitgefunden, für den Vorstand zu kandidieren, deshalb blieb nur die Auflösung des Vereins. Diese wurde mit der erforderlichen Drei-Viertel-Mehrheit zum 31. Dezember beschlossen. Die Mitgliederversammlung bestellte die noch verbliebenen Vorstandsmitglieder Dietmar Klein und Guido Hönerbach als Liquidatoren. Diese werden die Auflösung des Vereins bis Ende 2025 betreuen.
In den elf Jahren seines Bestehens war der Verein nach eigener Aussage ausgesprochen erfolgreich: Im Büro in der Berliner Str. 6 halfen die Betreuerinnen Elke Dienst und Marion Wester den Geflüchteten in fast allen Lebenslagen: Ausfüllen von Formularen oder bei der Wohnungssuche. Rund 400 von der Bevölkerung gespendete Fahrräder hat der Verein an Geflüchtete weitergegeben. Sprachkurse wurden organisiert und Ausbildungsstellen vermittelt. Schon kurz nach seiner Gründung im Jahr 2014 zählte der Verein über 100 Mitglieder, diese Zahl ist bis heute weitgehend konstant geblieben.
Mit der Vereinsauflösung ist die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Lindlar aber nicht beendet: ehemalige Vereinsmitglieder betreuen über ihre persönlichen Kontakte weiterhin Geflüchtete und ihre Familien, heißt es in der Mitteilung weiter. Außerdem prüfen Mitglieder der Organisationsgruppe zurzeit Möglichkeiten, wie Hilfe und Beratung mit gelegentlichen Treffen fortgesetzt und so der Kontakt zu Geflüchteten aufrecht erhalten werden kann.
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