LINDLAR
Feuerwehr Lindlar rüstet auf
Lindlar - Beim Jahresempfang der Feuerwehr Lindlar standen neue Fahrzeuge, eine Spende und Ehrungen auf dem Programm - Auch die Folgen zunehmender Waldbrandgefahr waren Thema.
Die Feuerwehr Lindlar ist im vergangenen Jahr zu 199 Einsätzen ausgerückt – elf mehr als 2024. Das berichtete Wehrführer Axel Richerzhagen beim Jahresempfang am Samstagabend im Gerätehaus Frielingsdorf/Scheel. Zum Jahresende zählte die Wehr 289 Mitglieder, davon 168 Aktive.
[Kreisbrandmeister Julian Seger (li.) ehrte Wehrführer Axel Richerzhagen für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr.]
Besonders fordernd war der Waldbrand bei Eichholz im März 2025. Auf mehr als 3,5 Hektar breitete sich das Feuer aus. Mehr als 330 Einsatzkräfte aus Lindlar sowie dem Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis kämpften fast 20 Stunden gegen die Flammen. „Auch der Waldbrand in der Wolfsschlade in diesem Jahr zeigt, dass der Klimawandel in Lindlar angekommen ist“, sagte Richerzhagen zu den Feuerwehrkameraden und Vertretern der Gemeindeverwaltung. Die Wehr müsse sich deshalb mit neuen Techniken und Taktiken für die Vegetationsbrandbekämpfung vertraut machen.
Unterstützung soll dabei vom Oberbergischen Kreis kommen. Ein Arbeitskreis entwickelt ein Ausbildungskonzept. Anfang 2027 sollen Multiplikatoren geschult werden, die ihr Wissen anschließend an die eigenen Wehren weitergeben. Auch zusätzliche Ausrüstung ist geplant. Ein Abrollbehälter für die Vegetationsbrandbekämpfung stehe kurz vor der Auslieferung. „Ein UTV und Kreisregner haben sich beim Waldbrand in der Wolfsschlade bereits bewährt“, berichtete Richerzhagen.
Beim Jahresempfang wurden außerdem zwei Einsatzfahrzeuge offiziell übergeben. Ein Gerätewagen Logistik für den Löschzug Lindlar und ein CBRN-Erkundungswagen des Bundes. Der Gerätewagen kann bis zu neun Rollcontainer transportieren. Er soll unter anderem bei Unwettern, zur Materialversorgung und bei technischen Hilfeleistungen zum Einsatz kommen. Die Beschaffung kostete die Gemeinde rund 280.000 Euro. Die Kosten des neuen Erkundungswagen für Messungen und Erkundungen bei chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren trägt der Bund und der bei der Löschgruppe Remshagen untergebracht wird.
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[Bürgermeister Sven Engelmann (Mitte) ehrte gemeinsam mit der wehrführung verdiente Mittglieder der Feuerwehr.]
Bürgermeister Sven Engelmann ging in seinem Grußwort auf die angespannte Haushaltslage ein. Notwendige Ausrüstung solle weiterhin angeschafft werden. Bei weniger dringenden Vorhaben müsse die Gemeinde gegebenenfalls zeitliche Verschiebungen in Kauf nehmen.
Eine Spende der Lindlarer Firma IBB kam Feuerwehr und DRK zugute. Geschäftsführer Joachim Stüttem übergab 6.000 Euro als Anerkennung für den Einsatz bei den Waldbränden. 4.000 Euro erhielt die Feuerwehr, 2.000 Euro das DRK. Die Feuerwehr will ihren Anteil gleichmäßig auf die vier Einheiten verteilen und steht diesen zur freien Verfügung.
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[Verabschiedung und Überstellung in die Ehrenabteilung.]
Auch Ehrungen, Beförderungen und Veränderungen bei den Führungsfunktionen gehörten zum Programm. Kreisbrandmeister Julian Seeger ehrte Richerzhagen für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr. In der Löschgruppe Scheel übernahm Michael Winterberg die Funktion des stellvertretenden Einheitsführers. Sein Vorgänger Dietmar Feldhoff wurde feierlich verabschiedet.
Zehn neue Mitglieder nahm die Feuerwehr auf. Außerdem wurden zahlreiche Wehrleute für ihre langjährige und aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet. Zum Jahresende gehörten 21 Kinder zur Kinderfeuerwehr, rund 22 weitere warteten auf einen Platz. Zugleich werde es schwieriger, genügend Betreuerinnen und Betreuer zu finden, berichtete Richerzhagen. Die Feuerwehr suche deshalb weitere Kameradinnen und Kameraden für die Kinder- und Jugendarbeit.

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