LEICHTATHLETIK

Bundesverdienstkreuz für Rolf Fiedler

pn; 01.10.2022, 11:55 Uhr
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Fotos: Peter Notbohm ---- Mit großer Freude nahm Rolf Fiedler (r.) am Samstag das Bundesverdienstkreuz am Bande vom stellvertretenden Landrat Tobias Schneider entgegen.
LEICHTATHLETIK

Bundesverdienstkreuz für Rolf Fiedler

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pn; 01.10.2022, 11:55 Uhr
Gummersbach - Der Gründungsvorsitzende der LG Gummersbach wurde heute im Rathaus vom stellvertretenden Landrat Tobias Schneider ausgezeichnet.

Von Peter Notbohm

 

Rolf Fiedler hat am heutigen Samstagvormittag das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Der stellvertretende Landrat Tobias Schneider verlieh ihm in Vertretung des erkrankten Landrats Jochen Hagt die Auszeichnung drei Tage vor seinem 86. Geburtstag im Rahmen einer Feierstunde im Ratssaal des Gummersbacher Rathaus. Der Gummersbacher hat durch sein jahrzehntelanges Engagement Verdienste im sportlichen Bereich erworben.

 

"Ihnen gehört Dank für jahrzehntelangen Einsatz für unsere Gesellschaft und unser Land", sagte Schneider im Rahmen seiner Laudatio. Auch Gummersbachs stellvertretender Bürgermeister Jürgen Marquardt würdigte die Leistung des langjährigen Sportlers: "Die Stadt Gummersbach darf glücklich sein, einen Menschen wie sie zum Bürger zu haben. Sie haben nicht nur etwas Bleibendes für sich und ihren Verein, sondern auch für die Stadt und den Zusammenhalt der Gesellschaft geleistet."

 

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Bereits 1953 trat der studierte Diplom-Finanzwirt in den VfL Gummersbach ein, wo er von 1962 bis 2005 in den verschiedenen Positionen der Leichtathletikabteilung als Vorsitzender, Abteilungsleiter, Stellvertreter, Kassenwart und Sportwart tätig war. Darüber hinaus war er Trainer und Übungsleiter im Senioren- und Jugendbereich. Der ehemalige Marathonläufer (Bestzeit: 2:32:50 Stunden) trainierte nicht nur Hochleistungssportler, sondern setzte sich auch intensiv für das Marathontraining einer behinderten Langstreckenläuferin ein, die er bis zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften führte. Daneben unterstützte er einen gehörlosen Superlangstreckenläufer.

 

Noch heute geht Fiedler nach eigener Aussage mindestens zwei Mal die Woche laufen. Zu seiner Lieblingsstrecke gehören etwa 700 Meter bei Lantenbach, die er drei Mal absolviert. In einer launigen Rede berichtete er, dass seine beste Sportnote in der Nachkriegzeit eine "fünf" gewesen sein: "Ich konnte nie über das Pferd springen." Sein Sohn Roman Fiedler, Initiator der Verleihung, sagte, dass er immer stolz gewesen sei, wenn er gefragt wurde, ob er der Sohn von Rolf Fiedler sei.

 

[Rolf Fiedler mit seiner Familie. Seine Begeisterung für den Sport hat er ihnen weitergegeben.]


1978 wurde auf seine Initiative und Organisation die noch heute aktive „Leistungsgemeinschaft Gummersbach“ gegründet. Damals schlossen sich insgesamt 13 Vereine zu einer Trainings- und Wettkampfgemeinschaft zusammen. Hier wurde er zum Gründungsvorsitzenden gewählt. Dieses Amt übte er bis 1980 als Vorsitzender, Geschäftsführer und Statistiker aus. Maßgeblich beteiligt war Fiedler zudem an der Sanierung des Stadions Lochwiese.

 

Seine ehrenamtlichen Leistungen auf Vereinsebene wurden auch im Verband und Leichtathletikkreis fortgeführt. So war er 1970 und 1971 Geschäftsführer des „Leichtathletik Verbandes Mittelrhein". Auf Kreisebene nahm er jahrelang verschiedene Aufgaben wahr, unter anderem elf Jahre als Geschäftsführer, zwölf Jahre als Pressewart und von 2004 bis 2018 als Ehrenratsmitglied. Noch heute steht er den Aktiven mit Rat und Tat zur Seite.

 

Auch diverse Veranstaltungen wurden durch Fiedler (mit)organisiert. Unter anderem war er Mitbegründer des Internationalen Silvesterlaufs in Gummersbach und führte diesen 15 Jahre erfolgreich durch. Zudem setzte er sich für den städtepartnerschaftlichen Austausch zwischen Gummersbach und La Roche-sur-Yon auch auf Ebene der Leichtathletik ein. Der erste Vergleich fand 1978 statt, hier kümmerte sich der verheiratete Vater zweier Kinder um Programm, Organisation, Wettkämpfe und Unterbringung der französischen Gäste.

 

Verdient hat sich Fiedler auch um die Dokumentation der oberbergischen Sportgeschichte und den Aufbau eines entsprechenden Sportarchivs gemacht. In Umzugkartons verpackt und gut geordnet hat er 50 Jahre regionale Sportgeschichte in Daten und Fakten archiviert. 2017 händigte er dem Kreisarchiv seine jahrelangen Recherchen aus und stellte sie somit der Öffentlichkeit uneingeschränkt zur Nutzung zur Verfügung. Inhalt waren unter anderem über 60 Sportbiografien, die er auf sein privates Interesse hin von Leichtathletinnen und Leichtathleten geschrieben hatte.

 

Rolf Fiedler betreute außerdem von 1984 bis 2009 seine mehrfach behinderte Schwester als bestellter Vormund. Für sein Engagement erhielt er unter anderem schon neben dem Sport- und Ehrenamtspreis der Stadt Gummersbach, der Stadtmedaille der Stadt La Roche-sur-Yon auch die DLV-Ehrennadel in Gold.

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