KULTUR
Spannende Unterhaltung mit und über KI
Nümbrecht – „Minervas Schatten“ von der Freien Theatergruppe Wiehl feiert am 18. Juli in Bierenbachtal Premiere.
Von Vera Marzinski
„Minervas Schatten“ ist eine Eigenproduktion der Freien Theatergruppe Wiehl und behandelt brisante Themen wie Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und Globalisierung. Für die Uraufführung am Samstag, 18. Juli, 19 Uhr – in der „Kultur in der Kapelle“ in Nümbrecht-Bierenbachtal – proben die Darsteller intensiv. Das Stück ist ein technologischer Thriller, der die potenziellen Gefahren einer ungezügelten technologischen Entwicklung thematisiert. Diese gemeinschaftliche Inszenierung lebt von den unterschiedlichen Erfahrungen der fünf Schauspielerinnen und Schauspieler. Das Stück entstand vor dem Hintergrund von Ensemblemitglied Hartmut Westenbergers beruflicher wissenschaftlicher Tätigkeit sowie seiner persönlichen Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation. Er steuerte die Rahmenhandlung bei und es entstand gemeinsam mit den weiteren Ensemblemitgliedern ein intensives Kammerspiel.
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[KI steht im Mittelpunkt - Ulla (Darya Zehl) erklärt die Themen für die drei Auserwählten im Assessment für ihre Vorträge.]
„Minervas Schatten“ setzt genau da an, wo die gesellschaftliche Debatte um die Künstliche Intelligenz geradesteht – zwischen Euphorie und Untergangsstimmung. Aufgaben werden durch Globalisierung, Automatisierung und KI verdrängt. So auch bei den drei Protagonisten, die sich bei einem internationalen Unternehmen zu einem Personalgespräch einfinden sollen. Der leicht arrogant wirkende Tom Neumann (Hartmut Westenberger), die ängstliche Celine Mecier (Antje Urbanczyk) und der cholerische Dr. Rolf Molitor (Sven Popovici) treffen im Wartezimmer aufeinander und werden von Ulla (Darya Zehl – grandios ihre Gestik und Bewegung, die sehr computergesteuert wirkt) in Empfang genommen.
Die spricht – wenn sie die drei sich selbst überlässt – mit der KI bzw. mit Minerva (Ute Mlynczak-Pithan). Sowohl Ulla als auch die KI verhalten sich zunehmend befremdlich. Was zunächst wie ein gewöhnliches Assessment wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem psychologischen Experiment. „Minervas Schatten“ will weder Angst erzeugen, noch technologische Entwicklungen verteufeln und ist auch keine unkritische Zukunftsvision. „Vielmehr stellt das Stück die Frage, welche Verantwortung wir selbst für die Entwicklung neuer Technologien tragen“, so das Ensemble.
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[Ängstlich (Antje Urbanczyk als Celine Mercier), cholerisch (Sven Popovici als DR. Rolf Molitor) und arrogant (Hartmut Westenberger als Tom Neumann) sind die drei Protagonisten – sind sie Teil eines Experimentes geworden?]
Die Freie Theatergruppe Wiehl stellt hier ihr zweites gemeinsames Stück vor. 2023 präsentierten sie auf der Studiobühne der Halle 32 in Gummersbach „Fashion Lovers' Best Friends“. Dabei handelte es sich um eine satirische Komödie, die auf humorvolle Weise die Scheinwelt von Fernsehserien und den Kontrast zur Realität beleuchtete. Ihre Stücke entstehen aus dem Ensemblekreis, und gerne können weitere Personen dazukommen – ein drittes Stück ist in Planung.
„Minervas Schatten“ entstand bereits vor zwei Jahren und wurde mit und mit weiterentwickelt. Der Name Minerva stammt aus der römischen Mythologie und ist eng mit den Begriffen Weisheit, Verstand und Kriegskunst verbunden. Minerva ist aber auch eine Plattform zur Automatisierung von Ausschreibungsprozessen mit KI.„Kultur in der Kapelle“ möchte das Kulturleben in der Region und dessen Vernetzung fördern – kürzlich erhielten sie eine LEADER-Förderung für die Ausstattung.
Für die Theaterveranstaltung ist eine Platzreservierung unter hartmut.westenberger@gmail.com möglich. Der Eintritt ist frei und es wird um Hutspenden gebeten. Eine zweite Aufführung ist am 3. Oktober in Engelskirchen bei ENGELsART geplant, weitere Termine sind in Vorbereitung.

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